Nach der knappen 27:28 (14:16)-Niederlage gegen den TSV Wolfschlugen stehen die Württembergliga-Handballer des TSV Owen zwar wieder einmal ohne Punkte da, präsentierten sich aber in wesentlich besserer Form als in den letzten Partien.
Owen. Gegen den Tabellenzweiten konnten die gastgebenden Owener kämpferisch zwar voll und ganz überzeugen, benötigten aber rund 45 Minuten, um den 2:8-Rückstand aus der zehnten Minute wieder aufzuholen. Am Ende fehlte das nötige Quäntchen Glück, um den durchaus verdienten Punktgewinn unter Dach und Fach zu bekommen.
Die Hausherren konnten zwar den ersten Treffer vorlegen, mussten dann aber recht hilflos mit ansehen, wie die „Hexenbanner“ ihren Tempohandball aufzogen. Zweimal Aluminium und drei technische Fehler nutzten die Gäste im Stile einer Spitzenmannschaft, um sich auf 8:2 abzusetzen. Schon in der neunten Minute bat Markus Brodbeck auf der Owener Bank zur Auszeit – nach der Trennung von Jürgen Schöberl ordnete dort erstmals mit Andreas Epple ein langjähriger Weggefährte Brodbecks die TSV-Geschicke mit.
Nach der Auszeit wechselte Brodbeck für den glücklosen Bastian Reckziegel ins Owener Gehäuse. Doch Wolfschlugen blieb davon zunächst unbeeindruckt. Beim 4:11 bahnte sich ein Debakel an. Doch Christoph Hoyler im Nachsetzen und Raphael Schmid vom Kreis leiteten die Aufholjagd ein. Mit fünf Treffern und starker Abwehrarbeit lieferte der 18-Jährige sein bislang bestes Spiel bei den Aktiven ab – obwohl er nur drei Stunden vorher noch bei der A-Jugend im Einsatz gewesen war.
Von der Defensive beflügelt, lief es auch im Angriff runder. So konnten die Gäste ihr schnelles Spiel nach vorne kaum noch einsetzen, rannten sich ein ums andere Mal in der Owener Abwehr fest. Beim 11:14 (22.) war die Tecksieben wieder in Schlagdistanz. Bis zur Pause konnte Owen durch Tore von Steffen Klett und Jörn Lehmann auf 14:16 verkürzen.
Nach dem Wiederanpfiff waren es wieder die Hausherren, die den ersten Treffer landeten. Dann bekam Wolfschlugen wieder Oberwasser. Gestützt auf die Treffer des überragenden Michael Kutschbach konnte sich die Mannschaft von Florian Beck wieder ein Polster erspielen. Nach 40 Minuten stand es 18:23. Dieser Abstand hatte bis zum 20:25 Bestand. Doch dank einer kämpferisch tadellosen Einstellung konnte Owen immer wieder Ballgewinne verbuchen, war rund acht Minuten vor dem Spielende beim 24:26 von Bastian Klett wieder dran. Nach einer Parade von Markus Brodbeck konnte Owen dann sogar auf 26:27 verkürzen.
Als sich dann jedoch auch noch die Chance zum Ausgleich bot, zeigte Owen Nerven. Der frühe Pfiff der beiden Unparteiischen wegen Zeitspiels brachte Wolfschlugen in Ballbesitz. Diese Gelegenheit ließ sich das ambitionierte Topteam nicht entgehen und legte zum 26:28 (58.) vor. Abermals konnte Owen verkürzen, war 60 Sekunden vor Ende in Ballbesitz. Eine Auszeit 29 Sekunden vor dem Abpfiff sollte die Instruktionen für den letzten Spielzug bringen. Außerdem brachte Owen mit Christoph Hoyler einen siebten Feldspieler. Doch Wolfschlugens Abwehr hielt dem Druck stand, der TSVO leistete sich vier Sekunden vor dem Abpfiff den entscheidenden Ballverlust.
Immerhin: Die Leistung hätte am vergangenen Wochenende in Saulgau sicherlich für mindestens einen Punkt gereicht. Trotzdem war man sich auch an der „Expertenwand“ der Teckhalle einig. Der deutliche Aufwärtstrend der Tecksieben macht Mut für die kommenden schweren Aufgaben im Abstiegskampf. br
TSV Owen: Brodbeck, Reckziegel – Büchele, Dunkel (2), C. Hoyler (1), B. Klett (2), S. Klett (6/1), Janick Lehmann (3), Jörn Lehmann (3), Martin (2), Meißner, Schmid (5)
TSV Wolfschlugen: Eisenbeil, Spiller – Kutschbanch (8), Wallnitz (5), Merkle (3), Schwarz (1), Richter (5), Negwer, Schwend, Massong (2), Hiller, Brunner (2), Schmieder (2)
Schiedsrichter: Kapfenstein/Weilrich (SKV Eglosheim)
|