06.03.2017 - 02:02 Uhr

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Die BKK baut das
„neue Brückenhaus“

Brachfläche Betriebskrankenkasse Scheufelen erstellt an der Steingaubrücke ein Verwaltungsgebäude. Von Andreas Volz

Unter der Steingaubrücke soll auch geparkt werden, wenn die BKK Scheufelen ihr neues Verwaltungsgebäude an der Kirchheimer Schöllkopfstraße fertiggestellt und bezogen hat. Dann allerdings bleiben die Parkplätze den Mitarbeitern und Kunden der Krankenkasse vorbehalten.Foto: Markus Brändli
Unter der Steingaubrücke soll auch geparkt werden, wenn die BKK Scheufelen ihr neues Verwaltungsgebäude an der Kirchheimer Schöllkopfstraße fertiggestellt und bezogen hat. Dann allerdings bleiben die Parkplätze den Mitarbeitern und Kunden der Krankenkasse vorbehalten.Foto: Markus Brändli

Auf dem einstigen Brückenhausgelände soll ein Neubau entstehen: Die BKK Scheufelen will dort ihren neuen Verwaltungssitz erstellen: Das „neue Brückenhaus“ der Krankenkasse bekommt einen quadratischen Grundriss, mit einem Innenhof in der Mitte. Richtig symmetrisch wird es auf die Betrachter trotzdem nicht wirken, weil die Gebäudehöhe nicht einheitlich ist: Auf ungefähr zwei Dritteln der Fläche ist das Gebäude eingeschossig, während es sich ganz im Westen - also von der Brücke abgewandt - zu insgesamt fünf Stockwerken „auftürmen“ soll.

Mehr als die Hälfte des gesamten Areals, auf dem sich die BKK ansiedelt, ist für Parkplätze vorgesehen, und das an einer „heiklen“ Stelle: In direkter Nähe zum Bahnhof und zu den Berufsschulen sind Parkplätze sehr begehrt. Die Krankenkasse wird also ihre Parkflächen verteidigen müssen, damit sie ihren Mitarbeitern und Kunden vorbehalten bleiben.

Geparkt wird jedenfalls zu beiden Seiten der Brücke sowie direkt darunter. Für Schattenparkplätze sorgen somit nicht nur die Bäume, die auf dem Gelände zu pflanzen sind, sondern auch die Steingaubrücke. Die Brücke wird in der Sitzungsvorlage des Gemeinderats bezeichnet als die „hier in Form eines Brückenbauwerks über das Bahngelände geführte Steingau­straße“ - inhaltlich korrekt, aber sprachlich ein wenig holprig.

Die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Neubau des BKK-Verwaltungsgebäudes hat der Kirchheimer Gemeinderat jedenfalls mit dem Satzungsbeschluss geschaffen. Damit ist ein langes Verfahren jetzt einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Den Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „An der Steingaubrücke“ hatte der Gemeinderat nämlich bereits im Juni 2013 gefasst. Auch das Gebäude selbst ist schon lange in Planung: Der dazugehörige Entwurf ging 2015 aus einem Wettbewerb als Siegläufer hervor.

Die Verzögerungen in der Zwischenzeit haben immer wieder für Verwunderung gesorgt. Wie bei vielen brachliegenden Flächen, reiben sich Passanten - hier vor allem die vielen Autofahrer, die täglich auf der Schöllkopfstraße an dem Gelände vorbeifahren - die Augen, wenn sie keinerlei Fortschritte erkennen können.

Vor allem aber sind Mitarbeiter, Mitglieder, Freunde, Förderer und Gönner des Vereins „Brückenhaus“ sehr verwundert, weil das namengebende Haus, mit dem sich der Verein so stark identifiziert hatte, schon so lange abgerissen ist. Grund für den frühen Abbruch war die Tatsache, dass das Grundstück unbebaut verkauft werden musste. Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker sagte dazu nun im Gemeinderat: „Wir hätten das sicher noch etwas hinausgezögert, wenn wir gewusst hätten, dass das alles noch so lange dauert.“

Wie lange es jetzt noch dauert, bis der Neubau auch wirklich beginnt, lässt sich nicht genau sagen. Aber der aktuelle Gemeinderatsbeschluss, der übrigens einstimmig erfolgte, war wohl eine der letzten formellen Voraussetzungen, die zum Baubeginn noch fehlten. Der notwendige Durchführungsvertrag zwischen der Stadt Kirchheim und der BKK Scheufelen als Bauherr lag schon vor der Gemeinderatssitzung unterzeichnet vor. Und auch eine weitere Hürde für den Bau des neuen Verwaltungsgebäudes ist bereits genommen, wie die Oberbürgermeisterin weiter mitteilte: „Die Baugenehmigung ist erteilt.“

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1 Kommentar

Anstatt froh zu sein dass überhaupt noch jemand in Kirchheim investiert und Arbeitsplätze schafft hängt sich der Autor am Design des Gebäudes und an der Parkplatzsituation auf.. Die Frau Bürgermeisterin muss sich auch nicht wundern. Wer schonmal in Kirchheim gebaut hat, der weiß dass "Verzögerungen" allermeistens im Rathaus entstehen. Hässliche Fertigholzbauten ohne Parkplätze dagegen werden ohne dümmlichen Kommentar des Teckboten sehr schnell genehmigt..