Bei der Berufsinfomesse machen sich Jugendliche über Ausbildungsberufe schlau
Fit für die Zeit nach der Schule

Wie geht‘s nach der Schule weiter? Diese Frage kommt irgendwann auf jeden Jugendlichen zu. Bei der vierten Berufsinfomesse, die gestern in der Stadthalle über die Bühne ging, konnten sich Mädchen und Jungen aller Schularten über Lehrberufe und Alter­nativen informieren.

Kirchheim. Die Berufsinfomesse, die die Jugendagentur Kirchheim-Nürtingen zum vierten Mal in der Stadthalle organisiert hat, platzt aus allen Nähten. „Im Vorjahr hatten wir 32 Stände, dieses Jahr sind es 50“, sagt Frank Havlicek vom Mehrgenerationenhaus Linde, der gemeinsam mit Wolfgang Schinko von KiZ die Messe betreut. In der Stadthalle haben regionale Unternehmen aus den Bereichen Handwerk, Dienstleistung, Gesundheitswesen, Verwaltung, Metall, Verkauf und Handel ihre Zelte aufgeschlagen, außerdem die Kammern, die Agentur für Arbeit und zum ersten Mal die Bundesfreiwilligendienste. Im Foyer halten die weiterführenden Schulen Infomaterial bereit.

Die Messe richtet sich hauptsächlich an Förder-, Haupt- und Werkrealschüler sowie Realschüler in den letzten beiden Schuljahren. Gymnasiasten sind nur wenige vertreten. Die Jugendlichen werden an den Messeständen nicht etwa von den Ausbildern, sondern von den Auszubildenden der Unternehmen informiert. So fällt es leichter, auch vermeintlich dumme Fragen zu stellen. „Wir wollen, dass die Jugendlichen ihr Spektrum erweitern“, benennt Wolfgang Schinko ein Ziel der Messe. Deshalb empfiehlt er immer, sich nicht nur über den Traumberuf, sondern auch über einen unbekannten Beruf sowie einen geschlechtsuntypischen Beruf zu informieren.

Damit das leichter fällt, wird die Messe morgens von den Jungen und nachmittags von den Mädchen besucht. Schließlich sollen sich die Jugendlichen nicht miteinander, sondern mit den Berufen beschäftigen. Es beschwerten sich zwar immer wieder Lehrer, dass es schwierig sei, die Klassen nach Geschlecht aufzuteilen, sagt Frank Havlicek. „Die Aufteilung hat sich aber bewährt, darum halten wir an ihr fest.“

Ihren Messebesuch dokumentieren die Schüler in diesem Jahr erstmals mithilfe eines Teilnahmepasses. In dieses Dokument wird eingetragen, an welchen Ständen sich die Schüler informiert haben. „Der Pass kann auch den Bewerbungsunterlagen beigefügt werden“, erklärt Wolfgang Schinko.

Warum die Messe bei den Unternehmen so gut ankommt, liegt für Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker auf der Hand. „Die Unternehmen haben jetzt schon Schwierigkeiten, junge Leute zu finden“, spielt die Schirmherrin der Berufsinfomesse auf den Fachkräftemangel an. Angesichts des demografischen Wandels sei es eine gesellschaftliche Herausforderung, die Jugendlichen in Arbeit zu bringen. „Wir brauchen jeden und jede“, so Angelika Matt-Heidecker.