17.11.2011 - 09:17 Uhr

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Spanien abseits von Meer und Strand

32 Schüler des Schlossgymnasiums haben bei einem Schüleraustausch Anfang Oktober eine Gegend kennengelernt, in die sich wahrscheinlich nicht viele deutsche Touristen verirren: La Rioja, eine Region im Norden Spaniens, die hier allenfalls durch ihre Weine bekannt ist.

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Kirchheim. Calahorra, eine Kleinstadt im Ebrotal, ist ein idealer Ort, um das echte spanische Leben fernab vom Massentourismus kennenzulernen und schönes Spanisch zu hören. Das Kloster San Millán de Cogolla, ganz in der Nähe gelegen, gilt nämlich als „Wiege der spanischen Sprache“.

Die Partnerschule hatte den Neuntklässlern für die Austauschwoche ein interessantes Programm zusammengestellt. So standen zunächst ein Rundgang durch Calahorra und ein Besuch beim Bürgermeister auf dem Programm, und die folgenden Tage erweiterte sich der Radius und führte die Gruppe unter anderem nach Logroño, der Hauptstadt von La Rioja, in eine der zahlreichen Bodegas (Weinkeller), in einen Naturpark und bis nach Zaragoza, wo sie die Vorbereitungen für das Pilarfest am 12. Oktober miterleben konnten.

Aber noch eindrücklicher als die Besichtigungen war für die Schüler der Alltag in der Schule und in den spanischen Familien. Auffällig ist, dass fast alle Familien in Calahorra in Wohnblöcken wohnen. Private Gärten gibt es kaum, obwohl die Gegend fruchtbar ist und sehr viel Gemüse angebaut wird. Der Vorteil der engeren Wohnform ist, dass fast alle zu Fuß in die Schule gehen können.

Der Schultag am I.E.S. Valle de Cidacos dauert immer von 8.30 bis 14.20 Uhr. Den Deutschen fiel im Unterricht auf, dass sich die Schüler dort nicht melden müssen, wenn sie etwas sagen wollen, und dass sie ihre Lehrer duzen.

Gewöhnungsbedürftig waren für die deutschen Schüler auch die Essenszeiten. Nach der Schule gibt es gegen 15 Uhr zu Hause Mittagessen. Nach der Siesta, die im spanischen Kernland noch streng eingehalten wird und während der auch die Läden geschlossen haben, treffen sich die Jugendlichen in der Stadt, auf Plätzen oder in Cafés. In den frühen Abendstunden ist in Spanien alles unterwegs, was Beine hat, besonders am Wochenende. Das Abendessen wird häufig erst gegen 22 oder 23 Uhr serviert.

Trotz dieser kulturellen Unterschiede gibt es jedoch auch viele Gemeinsamkeiten zwischen den spanischen und den deutschen Jugendlichen. Handy und Internet sind treue Begleiter, auch wenn in Spanien neben Facebook häufig in „Tuenti“ gechattet wird. Auch die Mode scheint sich angeglichen zu haben. Obwohl die spanischen Partner kein Deutsch lernen und die Deutschen erst ein Jahr Spanisch hinter sich haben, war die Kommunikation, die bei Bedarf auch auf Englisch ablief, sehr rege. Ein Klischee jedoch hat sich bestätigt: In Spanien scheint die Sonne fast immer. Spannend wird es Ende März, wenn die spanischen Austauschpartner nach Kirchheim kommen und die deutsche beziehungsweise schwäbische Lebensweise kennenlernen.

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