Kirchheim. Nicht immer sind drei Tenöre notwendig, oftmals reicht schon eine wundervolle Stimme, um Klassik-Fans zu begeistern. Marco Timo Triller, der bereits in jungen Jahren in verschiedenen Chören sang, war von Luciano Pavarottis Stimme beeindruckt und aus Trillers
brigitte gerstenberger
Leidenschaft wurde alsbald Professionalität. Nach einer klassischen Gesangsausbildung an der Ulmer Oper gab Triller sein Debüt in den USA. Hingegen sind viele Chancengeber von Nöten, um die Sozial-Bildungsarbeit des Christlichen Jugenddorfes (CJD) Hohenreisach auf unterschiedliche Weise zu unterstützen. Fördert jene doch junge Menschen, die vor einer Berufswahlentscheidung stehen und diesen Jugendlichen hilft, ihre berufliche Handlungsfähigkeit zu verbessern, um eine dauerhafte Eingliederung in Ausbildung und Arbeit zu erreichen. Ein sehr sinnvolles Angebot in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen bekanntermaßen immer weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.
Zum Zwecke der guten Sache erlebten die geladenen Gäste aus Wirtschaft und Politik nun am Samstag im herrlichen Ambiente des Hohenreisach einen überaus gefühlsbetonten, musikalischen Abend. Mit romantischen Melodien aus dem Klassik- und Popbereich verzauberte Marco Timo Triller das Publikum. Und vom CJD- Küchenteam wurden die Gäste mit besonders schmackhaften Gaumenfreuden verwöhnt. Serviert wurden unter anderem mediterrane Leckereien, die in ihrer bunten einfallsreichen Vielfalt einem professionellen Catering-Service in nichts nachstanden. Vom Jugenddorfleiter des CJD Bläsiberg und CJD Hohenreisach Harald Gerharth begrüßt, erfuhren die Gäste interessantes über die Arbeit mit jungen Menschen, „die Unterstützung notwendig haben“. In den Mittelpunkt seiner Rede stellte er die Integration von Menschen, die durch unterschiedliche Handicaps am Rande der Gesellschaft stehen. Denn neben den leistungsstarken Überfliegern gibt es auch Spätstarter, Leistungsschwache und behinderte Menschen, ihnen muss auch ein gleichberechtigtes Leben und Arbeiten in Würde ermöglicht werden.
Mit einem Song des englischen Pop-Titanen Elton John, „Can you feel the love tonight“ eröffnete Marco Timo Triller den romantischen Liederreigen. Seine stimmliche Präsenz überzeugte vom ersten Ton an. Sanft und kraftvoll zugleich verführte er das Publikum zum Träumen. Durch den Abend führte charmant moderierend seine Ehefrau Conny Triller, die vor allem bei den italienischen Opernarien die passende Übersetzung der Lyrics vortrug. Wer kennt sie nicht, die berühmten Worte: „Che gelida manina! Se la iscia riscalda. Wie eiskalt ist dies Händchen! Lassen Sie, ich wärme es.“ Gesungene bekannte Worte aus dem ersten Akt von La Boheme von Giacomo Puccini, durch sie erreichte einst Luciano Pavarotti schon in jungen Jahren Kultstatus. Glänzend dargeboten von Marco Timo Triller, der sich mit dieser Arie in die Herzen eines enthusiastisch applaudierenden Publikums sang. Überaus heiter ging es zur Sache, als der Tenor das Neapolitanische Volkslied „Funicoli Funicola“ anstimmte. Dieses weltbekannte Lied von Peppino Turco anlässlich der Einweihung der ersten Funicolare (Seilbahn) am Hang des Vesuvs im Jahr 1880 komponiert, sorgte unter den Gästen für ausgelassene Stimmung.
In beschaulicher Umgebung gelang dem engagierten CJD-Team ein besonders gelungener Event. Ein fabelhafter musikalischer Abend, der hoffentlich viele Unterstützer gefunden hat. Eine Chance geben, sei es durch Sachspenden, Zeitspenden wie Nachhilfe und Freizeitbetreuung oder durch die überaus wichtige Kontaktspende zu Praktikums- oder Ausbildungsbetrieben, dies ist gerade in der heutigen Zeit von größter Bedeutung.
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