17.05.2008 - 10:40 Uhr

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Stubb‘n‘ Musik mit Metal und Punk

rum

Kirchheim. „Drei Tage Sonne, Spaß und Musik, von Metal über Punk und Reggae bis hin zu Rock’n’Roll und Ska, so kann man das Kultur-Open-Air 2008 kurz beschreiben. Das Besondere an dem Festival ist die familiäre Atmosphäre, man kennt sich, man feiert zusammen und alles bleibt friedlich. Viele Festivalbesucher treffen sich nur einmal im Jahr beim Kultur-Open-Air, da ist die Wiedersehensfreude groß und das Festival wird zu einem Happening“, kommentiert Björn Kneile, Festivalleiter des Weilheimer Vereins Kulturinitiative Teck, das vergangene Pfingstwochenende. „Wir danken auch ganz besonders den Anwohnern, der Stadtverwaltung Weilheim, dem Bauhof Weilheim und den umliegenden Landwirten und unseren Sponsoren, die uns jedes Jahr tatkräftig unterstützen und das Festival und die Festivalbesucher willkommen heißen,“ betont Jutta Ziller, Festivalleiterin des Mehrgenerationenhauses Linde in Kirchheim.

Eher „hart“ startete der Freitag­abend, was Metal- und Hardcore-Liebhaber sehr freute. Neben einer Gewinnerband des „Newcomer Contests“, der im Januar dieses Jahres im Mehrgenerationenhaus Linde stattfand, trat unter anderem die schon bekannte Punkrock-Band „Solle Vöhne“ auf, bei denen dem Publikum nichts anderes übrig bleibt, als zum textlichen Tiefgang heftigst das Tanzbein zu schwingen.

Der Samstag und Sonntag startete dieses Jahr mit einem leckeren Frühstück, das vor allem die zahlreichen Camper des Kultur-Open-Airs freute. Nachmittags ging es mit Kaffee und Kuchen weiter, damit sich auch alle für den späteren Schwof stärken konnten. Die Kirchheimer Band „Stinky Pete & the rabid ba­bies“ heizte dem Publikum ordentlich ein, denn mit ihrer Mischung aus Rock’n’Roll, Punk und einer Prise Country konnte keiner mehr seine Beine stillhalten. Außerdem feierte die deutschlandweit bekannte Punkband „Staatspunkrott“ aus Hohenlohe den Abschied ihres Schlagzeugers, der leider die Band verlassen wird. Da war eine große Feier schon vorprogrammiert. Um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen, spielte als letzte Band „Forrest Green“ aus Bayern, die mit Roots-Reggae und etwas Dancehall die Menge zum Tanzen, aber auch Relaxen brachte.

Das absolute Highlight des Festivals war jedoch der Auftritt der „Original Dettinger Hohlwegrutscher“, einer Stubb‘n-Musikgruppe des Dettinger Musikvereins, zum sonntäglichen Weißwurstfrühstück. Wer jetzt denkt: „Wie passt denn das zusammen? Die Rockfans des Kultur-Open-Airs und die Blasmusikgruppe Hohlwegrutscher, jugendliche Punks neben Senioren am Biertisch, Metalheads gemeinsam mit dem Musikverein beim Musizieren“ – dem sei mit den Worten von Wolfgang Müller, Vorstand des Musikvereins Dettingen, gesagt: „Die Unterschiede sind gar nicht so groß, wir tragen doch alle gerne schwarze Klamotten und wir machen doch alle nur Rock‘n‘Roll!“ Solche Ansagen brachten das alters- und kulturgemischte Publikum zum Beben, ein komplettes Festzelt, das Tränen lacht – man kann es kaum glauben, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Die Hohlwegrutscher brachten das gesamte Publikum dazu, mitzumachen, es wurde gemeinsam gesungen und getanzt, gemeinsam geklatscht und gelacht und nicht zuletzt gemeinsam, mit leeren Bierkästen als Rhythmusinstrument, Musik gemacht. Das Weißwurstfrühstück war nicht nur für die Besucher das außergewöhnliche Highlight des Festivals, sondern ganz bestimmt auch für die Hohlwegrutscher der Auftritt ihres Lebens. Jutta Ziller, die Festivalleiterin des Mehrgenerationenhaus Linde, buchte die Hohlwegrutscher vom Fleck weg gleich für das nächste Jahr, damit es wieder heißt: „It‘s only Rock‘n‘Roll, but I like it, like it, yes I do!“ (Rolling Stones).

Nach dem großen Weißwurstfrühstück ging es am Sonntagabend natürlich weiter mit vielen tollen Bands. Gestartet wurde mit „Anthony Zaro“ aus Esslingen, eine weitere Gewinnerband des „Newcomer Contests“, die dieses Jahr sogar bei Rock am Ring spielen wird. Mit ihrer Mischung aus Pop und Rock brachten die Esslinger schon um 19 Uhr viele Festivalbesucher zum Tanzen und Feiern. Für die Rock’n’Roller war natürlich auch gesorgt, denn mit „Johnny Joker & The Twilight Kids“ aus Bayern hatte das Kultur-Open-Air eine Rock’n’Roll-Band auf der Bühne, wie sie im Buche steht. Mit Kontrabass, Schlagzeug und Gitarre wurden Publikum und die Band so zum Schwitzen gebracht, dass die T-Shirts der Musiker schnell fielen. Doch eine Verschnaufpause gab es nicht, denn als Headliner trat die Kirchheimer „Isolierband“ auf, die den krönenden Abschluss dreier toller Tage machte.

Nach dem erfolgreichsten Kultur-Open-Air aller Zeiten ist eines jedenfalls für die Veranstalter klar: Im nächsten Jahr geht es weiter, wenn es zum 15-jährigen Bestehen heißt: „Drei Tage Party, Spaß, Zwischenmenschlichkeit, Seele baumeln lassen und natürlich jede Menge handgemachte Musik“. jz

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