Die 25. Auflage war bis auf Weiteres die letzte: 2010 wird es kein Radrennen auf dem Kirchheimer Alleenring mehr geben. Nach dem Ausstieg wichtiger Sponsoren fehlen Veranstalter RKV Kirchheim 10 000 Euro in der Kasse.
Bernd köble
Kirchheim. Es war ein Tod in Raten. Für viele schmerzhaft zwar, aber kaum überraschend. Die Signale im Vorjahr waren deutlich vernehmbar: weniger Geld, weniger Stars und vor allem weniger Zuschauer. Zu retten, was zu retten ist, lautete zunächst noch die Devise des RKV Kirchheim und seines Organisationschefs Albert Bosler. Die Rückkehr zum reinen Amateurrennen, die Reduzierung auf nur einen Renntag – auch das Notpaket wollte am Ende niemand mehr schnüren. „Nur ein Rennen zu veranstalten, um des Rennens willen, wollten wir nicht“, sagt Albert Bosler. „Selbst als Eintages-Veranstaltung hätten uns am Ende 10 000 Euro gefehlt.“
Viel Geld, wenn man bedenkt, dass schon im Vorjahr die Veranstaltung nur dadurch zu retten war, dass der RKV-Förderverein Radsport einen vierstelligen Betrag zuschoss. Spätestens als klar war, dass mit der AOK Neckar-Fils der letztjährige Hauptgeldgeber aussteigen würde, war das Ende des Rennens, das in Glanzzeiten mit einem Etat von mehr als 30 000 Euro operieren konnte, besiegelt.
Ein Ende, das sich streng genommen schon vor drei Jahren abzeichnete, als mit der Kreissparkasse der langjährige Namensgeber dem Radsport den Rücken kehrte. Begründung: Kein Geld mehr für eine Sportart, die ihr Dopingproblem nicht in den Griff bekommt. Da half es auch wenig, dass trotz stetig sinkenden Budgets und dank persönlicher Kontakte Boslers sich weiterhin das eine oder andere namhafte Zugpferd vor den Karren spannen ließ. Boslers Motivation ist nach eigenen Worten ungebrochen. „Sollte irgendjemand zu dem Schluss kommen, dass Kirchheim diese Veranstaltung braucht, bin ich als Erster wieder mit dabei“, meint er. Bis dahin will er sich mit seinem Helferteam der Organisation des Albtraufmarathons widmen, der dieses Jahr am 12. September stattfinden wird. Die Breitensport-Veranstaltung für Mountainbiker könnte vom Niedergang des GP Kirchheim sogar profitieren. Die AOK hat ihren Etat dort bereits aufgestockt und will erstmals als Namensgeber auftreten, wie Bosler verrät.
Einjährige Pause oder endgültiges Ende? Für den GP Kirchheim ist das die entscheidende Frage. Kirchheims Rathauschefin Angelika Matt-Heidecker gibt sich in diesem Punkt keinen Illusionen hin. Das Rennen sei dank seiner besonderen Lage in der Innenstadt immer eine Attraktion gewesen, meint sie. „Im Moment sehe ich für diese Art von Sport allerdings keine Zukunft.“ Matt-Heidecker vertraut auch im Sport auf das demokratische Prinzip: Viele Fans hätten schon im Vorjahr ihr Urteil offensichtlich gefällt: „Indem sie der Veranstaltung einfach fern geblieben sind.“
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