07.07.2010 - 10:02 Uhr

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Den Wetterkapriolen getrotzt

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Beim dritten Lauf zur deutschen Monkey-Cross-Meisterschaft in Kirchheim sind mit Sven Götz (Klasse 0), Levin Welzel (Klasse 3) und Sven Lindemann mit Beifahrer Christian Drexler (Gespanne) gleich drei Kirchheimer Fahrer ganz oben auf dem Podest gestanden.

Kirchheim. Rund 350 Zuschauer säumten die Strecke und verfolgten die jeweils zwei Wertungsläufe der 76 Teilnehmer in den sechs Hubraumklassen. In der 50-ccm-Klasse (Sechs- bis Zwölfjährige) baute der Kirchheimer Sven Götz mit dem dritten Sieg im dritten Rennen seine DM-Führung weiter aus. Er gewann beide Durchgänge souverän. Zweiter wurde Maik Vybiralik (Uhingen) vor Marius Clauss (Laichingen) und dem Kirchheimer Valentin Kaier. Für Juliane Bihr (Weilheim) lief das Rennen nicht optimal. Bislang hatte sie auf dem vierten Platz in der Meisterschaft gelegen, war damit die bestplatzierteste Amazone aller Klassen. Doch mit Rang sechs in Kirchheim rutschte sie auch in der Jahreswertung auf diesen Platz ab.

Ein ähnliches Bild zeigte sich in der Klasse 1 (100/110 ccm). Auch Robin Schumann (Ochsenwang) holte sich – trotz eines spektakulären Überschlags im zweiten Durchgang – Saisonsieg Nummer drei. Lokalmatador Marc Jaksch aus Dettingen konnte die Geschwindigkeit von Schumann nicht mitgehen, sicherte sich aber mit einer fehlerfreien Vorstellung Platz zwei. Hannes Hummel (Hepsisau), der lange Zeit mit Jaksch um Platz zwei kämpfte, musste sich am Ende mit dem vierten Rang zufrieden geben. Nach einem Sturz zog der in Lauerstellung befindliche Denis Elgert (Kirchheim) an ihm vorbei und stand am Ende auf dem Treppchen. Sein bislang bestes Ergebnis sicherte sich Fabian Knoblauch (Bissingen) mit Rang fünf. Sabrina Danek (Kirchheim) und Matthias Hackner (Sparwiesen) haben in Kirchheim ihre ersten Monkey-Cross-Erfahrungen gesammelt und landeten auf den Plätzen elf und 15.

Die Rennen der 125er-Pitbike-Klasse wurden mit Spannung erwartet. Im ersten Durchgang fiel Lokalmatador Ulli Rommel durch einen Plattfuß weit zurück. So war der Weg frei für den DM-Führenden Marc-Christoph Koukal aus Auendorf, der vor Dominik Härle (Königseggwald) und dem erst 13-jährigen Chris Sigmund (Weilheim) gewann. Im zweiten Lauf übernahm Rommel zunächst die Führung, wurde aber zur Halbzeit von Koukal überholt. In den letzten Runden setzte Rommel alles auf eine Karte und attackierte Koukal mehrfach. In der vorletzten Kurve gelang ihm dann noch der Überholvorgang und somit der Laufsieg vor Koukal und Härle. Überschattet wurde das Rennen der Klasse 2 vom Sturz von Kay Baamann (Bissingen), der mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus musste, dieses inzwischen aber wieder verlassen konnte.

Bei Starkregen und teilweise überfluteter Strecke mussten sich die Crosser-Klassen 3, 4 und 5 über den Parcours kämpfen. Derartige Wetterverhältnisse sorgen regelmäßig für zusätzliche Spannung: Einerseits ist es die Chance für die Regenspezialisten, andererseits steigt das Risiko technischer Ausfälle.

In der Klasse 3 (Pitbike-open) war das Rennen die Chance für die Verfolger, denn DM-Spitzenreiter Günter Welk (Kirchheim) fehlte aus geschäftlichen Gründen. Nach spannenden Rennen und vielen Positionskämpfen gewann Martin Zimmermann (Göppingen) den ersten, noch trockenen Durchgang vor Levin Welzel (Kirchheim) und Altmeister Joachim Arold (Wäschenbeuren). Durchgang zwei war dann durch die erneuten Regenfälle gekennzeichnet. Mit dem rutschigen Parcours kam Welzel am besten zurecht und siegte mit großem Vorsprung. Zweiter wurde Karl-Josef Jerg (Boms) vor Zimmermann und Mike Groß (Großbettlingen). Die Tageswertung gewann Welzel vor Zimmermann und Jerg. In der Meisterschaft fiel Welk auf Rang drei zurück, hat aber nur zehn Punkte Rückstand auf den neuen Spitzenreiter Jerg.

Das Rennen in der Klasse 4 (200 ccm) wartete mit einigen Überraschungen auf. Die Dominanz der Fahrer des MSC Feuchtwangen (zuletzt Doppel- und Dreifachsiege) konnte gebrochen werden. Zwar siegte mit Volker Osborne (Schnelldorf) wieder ein MSC-Fahrer, doch die Plätze zwei und drei gingen diesmal an Fahrer aus der Teckregion. Als Regenkönig entpuppte sich Dennis Fischer aus Holzmaden. Er gewann bei teilweise überfluteter Strecke souverän den zweiten Durchgang und wurde in der Tageswertung Zweiter. Mit einer fehlerfreien Vorstellung reichte es für Christoph Maier (Kirchheim) ebenfalls aufs Podest.

Pechvögel des Tages waren die Teilnehmer der Gespannklasse. Morgens mussten die neun Teams als erste auf die schlammige Strecke und abends als letzte nochmals in die Wassermassen. Nur im ersten Wertungslauf, den die DM-Führenden Christoph Bachofer und Markus Haussmann vor Jürgen Stolz/Sören Schäfer und Felix Held/Axel Baumann gewannen, fanden sie gute Bodenverhältnisse vor. Der zweite Durchgang war von vielen Ausfällen gekennzeichnet: Nur vier Teams kamen ins Ziel. Sven Lindemann und Christian Drexler gewannen vor Achim Bernauer mit Beifahrer Andreas Kißlinger. In der Tageswertung waren schließlich die ersten drei Teams nur durch einen einzigen Punkt getrennt: Es siegten Lindemann/Drexler vor Bachofer/Haussmann und Stolz/Schäfer.

Der Monkey-Cross-Zirkus hat in den kommenden Wochen ein anstrengendes Programm vor sich. Bereits kommenden Sonntag findet der vierte DM-Lauf im fränkischen Feuchtwangen statt, eine Woche später (18. Juli) veranstaltet der HMV-Hepsisau das fünfte Saisonrennen in Maitzborn im Hunsrück. jh

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