Leichtathletik: 60-Meter-Titel für Tobias Unger bei den „Süddeutschen“ – Silber für VfB-Staffel
Domogala verhindert Dreifacherfolg

Titel gewonnen, Zeit ausbaufähig – so das Fazit von Tobias Unger nach seinem Goldlauf über 60 Meter bei den süddeutschen Meisterschaften in Sindelfingen. Ins Rampenlicht schafften es im Glaspalast jedoch auch andere Athleten aus der Teckregion.

Sindelfingen. Unger, Schaf, Broe­ning – wer dieses Trio aufs Podium über 60 Meter bei den „Süddeutschen“ gewettet hatte, ging überraschend leer aus. Mit Patrick Domogala brach ein erst 18-Jähriger in die Phalanx der Sprinter aus der Kirch­heimer Trainingsgruppe ein und sorgte vor allem bei Marius Broening für ein langes Gesicht. Mit 6,78 Sekunden musste der 28-jährige Tübinger mit Platz vier vorlieb nehmen. Aufs Siegerpodest und zu Bronze sprintete stattdessen der amtierende Deutsche Jugendmeister aus Mannheim Domogala in 6,76 Sekunden. Dabei war der Badener sogar zeitgleich mit dem zweitplatzierten Alex Schaf, der nach Auswertung des Zielfotos jedoch dank eines Vorsprungs im Tausendstelsekundenbereich Silber holte.

Gold ging, wie nicht anders zu erwarten, an Altmeister Tobias Unger, der mit seinen 6,70 Sekunden genauso zufrieden war wie mit dem Titel des Süddeutschen Meisters. „Klar freue ich mich, von der Zeit her liege ich absolut im Rahmen“, resümierte der Kirchheimer, der im gleichen Atemzug tröstende Worte für seinen Kumpel Broening fand. „60 Meter sind immer eine knappe Sache, da entscheiden Kleinigkeiten.“

Unger selbst freut sich nun erstmal auf das kommende Wochenende. „Da hab‘ ich endlich mal frei“, lacht er, der nach seinem Goldlauf im Glaspalast am Samstagabend in der Weilheimer Lindachsporthalle das Match der TSVW-Handballer gegen Neckartenzlingen verfolgte, ehe er gestern morgen im Rahmen der Kirchheimer Sportlerehrung ausgezeichnet wurde. Nächster Auftritt vor den deutschen Meisterschaften in vier Wochen in Karlsruhe ist das hochkarätige Meeting in Düsseldorf am 10. Februar.

Jubel über Edelmetall gab es auch bei Anja Wackershauser. Die Kirchheimer Sprinterin gewann mit der 4 x 200-Meter-Staffel des VfB Stuttgart die Silbermedaille. Das Quar­tett mit Franziska Dobler, Wa­ckershauser, Anke Hummel und Rebecca Dürr musste sich in 1.40,08 Minuten lediglich der Auswahl der LG Region Karlsruhe (1.39,95) geschlagen geben. Knapp hinter dem VfB die Staffel der MTG Mannheim, die ohne Superstar Verena Sailer nach 1.40,30 Minuten ins Ziel kam – Sailer hatte ihre Schuldigkeit jedoch bereits tags zuvor getan, als sie in 7,24 Sekunden 60-Meter-Gold geholt und gleichzeitig die Norm für die Hallen-WM geknackt hatte. Im Endlauf kam die in Kirchheim trainierende VfB-Sprinterin Franziska Dobler in 7,63 Sekunden auf Platz fünf – in den vergangenen beiden Jahren war die mit Marius Broening liierte Tübingerin jeweils Dritte geworden.

Eine neue Saisonbestleistung verbuchte 400-Meter-Läuferin Sabrina Häfele von der LG Filder. Im Zeitvorlauf unterbot die 18-Jährige in 56,78 Sekunden ihre bisherige Bestzeit (56,85), konnte sich im Finale jedoch nicht mehr verbessern und wurde in 57,12 Sekunden Vierte. Gleiches gelang B-Juniorin Hannah Niemeyer vom VfL Kirchheim über 1 500 Meter. In 4.58,72 Minuten schrammte die Owenerin nur knapp eine Sekunde an der Bronzemedaille vorbei, die an Luisa Moroff vom TV Dagersheim (4.57,70) ging. VfL-Kameradin Sanja Miladinovic schaffte es über 60 Meter bis ins Finale, wo sie in 7,98 Sekunden respektable Fünfte wurde. Über 200  Meter war nach 26,28 Sekunden im Zwischenlauf Endstation.

Ihr männlicher Altersklassenkollege Marc Salzer sicherte sich im Kugelstoßen die Silbermedaille. Mit 18,22 Metern musste sich der 16-Jährige von der TG Nürtingen nur dem Niederrodenbacher Julian Wielitsch (18,33) geschlagen geben.