Skifahren auf der grünen Wiese – wer denkt sich so etwas aus? Josef Kaiser aus Geislingen kam die Idee beim sonntäglichen Spaziergang in freier Natur. In dem Sportgerät, das Alpin-Skifahrern als Sommertrainingsgerät dienen sollte, witterte der schwäbische Tüftler ein lukratives Geschäft. Kaiser verdiente sein Geld seit 1953 mit Handstrickapparaten, die sich gegen Billigimporte aus Fernost immer schwerer behaupteten und zudem ein reines Wintergeschäft waren.
1960 gingen im Unternehmen in Geislingen mit seinen 34 Mitarbeitern die ersten Rollka in Produktion. Zunächst für den heimischen Markt, später wurde Japan zum Hauptabnehmer – ausgerechnet jenes Land, das dem schwäbischen Unternehmen zuvor sein Kerngeschäft entrissen hatte. 1964 meldete Kaiser seine Erfindung weltweit zum Patent an. Doch seine Hoffnungen erfüllten sich nicht. Die Rollka blieben ein Nischenprodukt, auch wenn die Rollka-GmbH (zusammengesetzt aus Rollen und Kaiser) ihr Produkt ständig weiterentwickelte und Anfang der 70er- Jahre jährlich bis zu 2 000 Paare in den Handel brachte.
Selbst der Deutsche Skiverband, der später ein eigenes Referat Grasski ins Leben rief, warf dem Erfinder damals Knüppel zwischen die Beine: Kaiser durfte sein Patent nicht als Skier bezeichnen, „geländetaugliches Sportgerät“ lautete die offizielle Eintragung im Amtsregister. Doch damit ließ sich kein Umsatz machen – der Name Rollka entstand.
1975 verkaufte das Geislinger Unternehmen die Lizenz nach Südtirol, beschränkte sich auf den Vertrieb und widmete sich fortan der Herstellung von Ballwurfmaschinen für den Tennissport.
Grasskier werden heute in Österreich und Tschechien gebaut. Mit dem Ur-Rollka aus den 60er-Jahren haben diese Sportgeräte nur noch wenig gemein. Beim damaligen Prototypen lief das Textilband mit Gleitelementen über eine Rollenvorrichtung, die kaum länger als ein Skischuh war. Heutige Geräte sind bis zu einen Meter lang und führen das Gleitband über eine Endlos-Schiene aus Metall. Damit sind Geschwindigkeiten an die 90 km/h möglich. Den Weltrekord hält immer noch der Schweizer Erwin Gansner mit 86,882 km/h – aufgestellt am 5. September 1982 bei der EM in Owen. Eines jedoch ist gleich geblieben: Wer die Sportart nicht beherrscht, fällt meistens ziemlich hart.
Unser aktuellstes Sonderthema

Wir suchen Zusteller für die regelmäßige Verteilung des Teckboten sowie des Kirchheimer Echos, Prospekten und diverser vom GO Verlag herausgegebenen Mitteilungsblätter.
Bei Interesse klicken Sie einfach hier!








(4 Kommentare)
(1 Kommentare)
(1 Kommentare)