28.04.2010 - 10:38 Uhr

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Endstation Pro A

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Selbstbewusstsein und Zufriedenheit sind grenzenlos nach der erfolgreichsten Saison aller Zeiten im Kirchheimer Basketball. Der Erfolg ist es nicht, weiß Knights-Geschäftsführer Siegfried Meissner.

Bernd Köble

Vergangenes Jahr Platz fünf als bester Aufsteiger, jetzt Vierter – Herr Meissner, was erwartet uns als nächstes?

Meissner: Man sollte jetzt nicht zu euphorisch werden. Die Mannschaft hat eine tolle Saison gespielt, die eigentliche Überraschung war für mich jedoch das Jahr zuvor. Wir mussten nach dem Aufstieg die Mannschaft komplett umbauen, hatten einen neuen Trainer und einen sehr begrenzten Etat. Das waren viele Fragezeichen. Unser Ziel hieß Klassenerhalt, im zweiten Jahr wollten wir uns langsam in Richtung Mittelfeld vorarbeiten und uns dort im dritten Jahr dann etablieren. Jetzt sind wir ein Jahr deutlich über Soll.

Woran lag‘s?

Meissner: Der Erfolg ist aus meiner Sicht ein klares Verdienst des Trainers. Die Verpflichtung von Frenkie Ignjatovic war für uns ein absoluter Glücksgriff. Seine menschlichen und fachlichen Qualitäten haben dafür gesorgt, dass Ruhe und Disziplin in der Mannschaft herrscht. Es gibt keine Quertreiber mehr, die Stimmung ist gut, was auch die Tatsache zeigt, dass wir erstmals während der Saison bis auf die Spielmacherposition keine Wechsel hatten. Der Abschied von Scott Freymond im Winter war verletzungsbedingt.

Ignjatovics Vertrag gilt noch für die kommende Saison. Da gibt es aber nach wie vor eine Ausstiegsklausel für die erste Liga.

Meissner: Das ist sicher ein gewisses Restrisiko. Wenn ein Klub aus der BBL bei ihm anklopft, kann er gehen. Mein Gefühl sagt mir aber, dass diese Gefahr gering ist. Er hat unser volles Vertrauen und er signalisiert das umgekehrt ebenfalls. Er hat hier in der kommenden Saison die Chance, mit bewährtem Kader weiter am Erfolg zu arbeiten. Ich bin optimistisch, dass wir ihn auch noch länger halten können.

Nun ist aber in Kirchheim nicht alles Gold was glänzt. Der Trainer wird nicht müde zu betonen, dass er noch nie unter so schlechten Trainingsbedingungen gearbeitet hätte.

Meissner: Er hat natürlich Ansprüche, die er klar artikuliert, das ist sein gutes Recht. Wir stehen in einem konstruktiven Dialog und wir wissen, dass sich an den Rahmenbedingungen etwas ändern muss.

Was heißt das konkret?

Meissner: Die Belegungspläne in der Sporthalle Stadtmitte müssen dringend überarbeitet werden. Dreieinhalb Trainingsabende unter der Woche sind in dieser Spielklasse definitiv zu wenig.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Kooperationsvertrag mit Ludwigsburg. Kooperationsspieler, die nicht spielen, sind in Kirchheim keine echte Hilfe. Wie lange macht das der Trainer mit?

Meissner: Dieser Punkt war in diesem Jahr tatsächlich nicht klar genug fixiert. Das wird sich in der neuen Saison ändern. Darüber herrscht Einigkeit mit Ludwigsburg. Wir werden uns voraussichtlich auf drei Spieler beschränken. Neben Tim Koch und David Michalczyk wird es um einen großen deutschen Center mit Perspektive gehen, der wirklich ausschließlich in Kirchheim spielen wird.

Können Sie Namen nennen?

Meissner: Es gibt mehrere Kandidaten, aber dazu ist es noch zu früh.

Weitere Personalwünsche?

Meissner: Für mich gibt es auf zwei Positionen Handlungsbedarf. Wir brauchen auf jeden Fall mehr Präsenz unterm Korb. Ob ein junger Spieler dort gleich eine ähnliche Rolle einnehmen kann wie Phillipp Heyden ist fraglich. Deshalb plädiere ich dafür, nach einem erfahrenen Center zu suchen, das könnte auch eine weiterer Amerikaner sein. Zudem brauchen wir eine Entlastung für Cedric Brooks auf der Spielmacherposition.

Das heißt, der Personaletat muss wachsen?

Meissner: Da der Rest des Kaders, wie es bis jetzt aussieht, unverändert bleibt, müssen wir etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Ich denke da an zehn bis 15 Prozent.

Es gibt Stimmen, die behaupten, hätte Phillipp Heyden diese Saison durchgespielt, stünde Kirchheim jetzt auf Platz zwei oder drei. Muss man sich mit dem Gedanken erste Liga doch irgendwann anfreunden?

Meissner: Diese Frage stellt sich nicht. Nicht für mich und auch nicht für andere in der Gesellschafterversammlung. Jeder kennt die Rahmenbedingungen der BBL. 1,1 Millionen Mindestetat und 3 000 Hallenplätze sind in Kirchheim nicht machbar. Erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass es Pläne gibt, die erste Liga auf 16 Teams zu reduzieren.

Was wäre also wenn?

Meissner: Wir würden verzichten müssen, so wie Cuxhaven auch.

Wer längerfristig oben mitspielt, aber nie aufsteigen darf, dem droht irgendwann ein Vakuum. Sie hatten schon in dieser Saison einen Zuschauerrückgang zu verzeichnen. Sind das erste Alarmzeichen?

Meissner: Ich glaube nicht, dass dies an der fehlenden Perspektive liegt. Die Zeit ist allgemein schnelllebiger geworden. Erfolge werden schnell zur Normalität. Wir hatten dieses Jahr im Schnitt 100 Zuschauer weniger. Das ist nicht dramatisch aber wir arbeiten an Konzepten, um dem zu begegnen.

Wie sehen die aus?

Meissner: Wir versuchen mehr junge Zuschauer in die Halle zu locken durch Projekte wie unsere Schooltour oder den Sporthort. Auch am Rahmenprogramm wird gearbeitet. Solange wir gute Unterhaltung und attraktiven Sport bieten, sehe ich da kein Problem.

Letzte Frage, wie weit sind Sie bei der Finanzierung des Parkettbodens?

Meissner: Es sieht relativ gut aus.Wir brauchen zwar weiterhin jeden Cent, ich rechne jedoch fest damit, dass wir bis Sommer den nötigen Grundstock haben. Der Rest wird dann drei Jahre lang über Darlehen finanziert. Das Thema wird uns also noch eine Weile begleiten.

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