03.09.2010 - 15:34 Uhr

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Im Kämmerle ist wieder Leben

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Wie die Zeit vergeht: Über ein Vierteljahrhundert ist es mittlerweile her, dass der SV Göppingen letztmals in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg spielte. Doch nun tut sich etwas unterm Hohenstaufen.

REIMUND ELBE

Göppingen. Drei Spiele, drei Siege, Platz eins in der Verbandsliga-Tabelle – bemerkenswert für einen Club, der noch im Frühjahr 2007 in der Bezirksliga Neckar/Fils spielte. Doch anschließend ging es rapide bergauf für den SVG, der einst 1979 an die Tür der zweiten Bundesliga klopfte und hinter dem SSV Ulm 1846 Oberliga-Vizemeister wurde.

„Erstrebenswert in dieser Saison ist eine Platzierung unter den ersten fünf bis sechs“, konkretisiert Vorsitzender Wolfgang Brunner das Ziel für diese Runde. Eine Aufbruchstimmung in der 57 000-Einwohnerstadt im Nordosten Kirchheims ist jedenfalls vorhanden und das Vertrauen in Trainer Uli Haug und dessen Co-Trainer Mike Schäffler seitens der Funktionäre und Fans hoch.

In der Landesliga hat Aufsteiger TSV Weilheim den nächsten Achtungserfolg gelandet. Das 0:0 brachte beim TSV RSK Esslingen die Limburgstädter auch tabellarisch weiter. Das Team von Trainer Alexander Hübbe ist nun Tabellenelfter. „Wir brauchen noch Geduld“, sagt der Chefcoach mit Blick auf die Offensive. Die Weilheimer, bei denen Co-trainer Danell Stumpe gestern seinen 34. Geburtstag feierte, warten auch nach dem dritten Spieltag auf das erste geschossene Tor. Die Abwehr präsentiert sich dagegen mit nur einem Gegentreffer aktuell als die beste der Liga. „Im Angriff hatten wir in dieser Saison auch einige Male Pech“, relativiert Hübbe – so traf Stürmer Daniele Attorre gestern in Esslingen bei einem Schuss nur den Innenpfosten. Statt ins Tor wurde die Kugel allerdings wieder ins Feld katapultiert. Die TSVW-Bilanz nach drei Spieltagen: Nur eine Niederlage. „Das zeigt, dass wir mithalten können“, so der Weilheimer Trainer zuversichtlich. Mit dem Senkrechtstarter und Mitaufsteiger TSV Regglisweiler (verteidigte gestern mit einem 2:0 in Plattenhardt die Tabellenführung) nicht zu vergleichen. „Dort spielen zig Akteure mit Bayernliga-Erfahrung.“

Seine liebe Mühe hat Bezirksliga-Neuling AC Catania. Die Kirchheimer kassierten eine 2:5-Klatsche gegen Mitaufsteiger FC Heiningen. „Wir müssen uns erst noch finden“, kommentierte Spielertrainer Cesare D‘Agostino den verpatzten Saisonstart. Sein Dank galt Torwart Heiko Ossner. „Er hat uns vor einer höheren Niederlage bewahrt“.

Bei der SGEH sorgte gestern nur die zweite Mannschaft für Freude. Während des Bezirksligateam fast schon erwartungsgemäß beim neuen Spitzenreiter SC Geislingen unterlag (1:4), spielte die Reserve vor heimischem Publikum gegen den TSV Ötlingen II (6:1) locker auf. Die sechs SGEH-Treffer teilten sich gleichermaßen Christian Müller und Dennis Haese untereinander auf.

Freudensprünge bei der Turngemeinde: Kreisliga A-Aufsteiger TG Kirchheim sicherte sich mit dem 4:3 über den TSV Altdorf den ersten Saisonsieg, bleibt ungeschlagen. Ein Einstand ganz nach dem Geschmack des TG-Abteilungsleiters Wolfgang Kretzschmar. „Stimmung und Moral im Team sind gut“, lobt der Clubfunktionär, „alle Urlauber sind wieder da und teils über 20 Akteure im Training.“ Nächste Reifeprüfung: Am Donnerstag beim Titelanwärter FC Frickenhausen II.

5:2, 5:2, 4:2: In der Kreisliga B, Staffel 6, sorgt der TSV Schlierbach weiter für Furore. Doch Trainer Uwe Schulz bekommt den Höhenflug nur aus Schilderungen am Telefon mit. Schulz liegt in Rottenburg/Neckar in einer Klinik. Am 27. Juni hatte der Schlierbacher Coach beim Jubiläumsspiel zum 100-jährigen Bestehen des TV Neidlingen einen Kreuzbandriss erlitten. Damals hatte er unter anderem an der Seite des deutschen Skistars Felix Neureuther mit einer Teckauswahl gegen eine Traditionself des VfB Stuttgart gekickt. Nun traten Komplikationen auf und Schulz musste sich einem weiteren Eingriff unterziehen. Vertreten wird Schulz aktuell von Co-Trainer Stefan Ziehfreund. Wie lange ist offen.

Zwangsabsteiger TSV Notzingen schockt in der Kreisliga B4 die Konkurrenz und hat mit 23:0 Toren und neun Zählern die Tabellenspitze übernommen. Auch das leidige Thema „fehlende Disziplin“ scheint Schnee von gestern zu sein. „Wir haben in den vergangenen zwei Partien nicht einmal eine gelbe Karte bekommen“, merkte TSVN-Trainer Ronald Witt nach dem 9:0 in Unterensingen schmunzelnd an.

Bis Ende September trägt der TSV Oberlenningen insgesamt sechs Punktspiele im Schopflocher Kämmerle aus. Grund: Der Oberlenninger Platz wurde für Filmdreharbeiten benötigt (wir berichteten) und regeneriert aktuell. Am vergangenen Donnerstag unterlag die Oberlenninger Reserve trotz zweier Tore durch Timo Ringelspacher 2:4 gegen Linsenhofen, gestern siegte die „Erste“ gegen Owen 6:2. Regelrecht begeistert ist TSVO-Abteilungsleiter Rainer Ziegelin über die Gastfreundschaft des TSV Schopfloch. „Sie unterstützen uns in dieser Situation hervorragend“, lobt Ziegelin, „da wird mit Leidenschaft gegrillt und alles getan, dass sich die Zuschauer wohlfühlen.“ Die Fäden ziehen dabei der TSVS-Vorsitzende Frank Schmid und das Schopflocher AH-Fußballteam um Uwe Scherf.

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