Dritter Anlauf, erster Heimsieg für den VfL Kirchheim in der neuen Oberligasaison? Nach dem Schwabenstreich bei Waldhof Mannheim gehen die „TeckMen“ morgen um 15.30 Uhr mit breiter Brust in die Partie gegen Aufsteiger SV Linx. Geschäftsführer Walter Rau versichert: „Die Mannschaft will einen Sprung nach vorne machen und brennt auf einen Sieg.“
KLAUS SCHLÜTTER
Kirchheim. Vergangenen Freitag hat der VfL in Mannheim 2:0 gewonnen, Linx unterlag vorgestern zu Hause demselben Gegner mit 1:3. So gesehen dürfte es eigentlich keinen Zweifel darüber geben, wer morgen den (frisch gemähten) Rasen an der Jesinger Allee als Sieger verlässt. „Wenn Fußball so einfach wäre“, sagt Trainer Rainer Kraft zu dieser Milchmädchenrechnung und lacht. Als akribischer Mensch stützt er sich lieber auf Fakten, Fakten, Fakten.
Deshalb machte sich Kraft am Mittwoch auch selber auf den Weg nach Südbaden, um sich ein aktuelles Bild vom morgigen Gegner zu machen. Seine Erkenntnisse, die in die Vorbereitung auf das Spiel einfließen werden: „Die Mannschaft ist sehr spielstark und hat ihre Stärken im zentralen Mittelfeld und auf den Außen“, sagt er und fügt augenzwinkernd hinzu: „Aber sie hat auch ihre Schwachstellen.“ Die Niederlage gegen Waldhof war der erste Dämpfer für den SV Linx nach einem vielversprechenden Saisonstart mit immerhin sieben Punkten aus vier Spielen. Der Kader ist französisch angehaucht, unter anderen mit Cedric Stoll, der schon bei AS Monaco gespielt hat. Fünfmal ist der SV Linx seit 1993 aus der Verbandsliga aufgestiegen, viermal musste er wieder runter. Jetzt will sich die Fahrstuhlmannschaft aus dem Stadtteil von Rheinau endlich im fünften Stock des Liga-Hauses etablieren.
Der VfL Kirchheim dagegen hat andere Ziele. Die Blauen streben in der Endabrechnung einen einstelligen Tabellenplatz an. Das Spiel in Mannheim hat gezeigt, dass in der Mannschaft noch mehr steckt, wenn sie dauerhaft an die dort gezeigten läuferischen und kämpferischen Qualitäten anknüpfen kann. Die Gefahr von Höhenflügen einzelner Spieler wie nach der grandiosen Vorrunde der vergangenen Saison besteht ohnehin nicht mehr, nachdem in der Rückrunde alle wieder auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet sind.
Einen Grund, die erfolgreiche Anfangself zu ändern, sieht Kraft nicht. Keiner seiner Spieler ist angeschlagen und Mario Klotz hat selbst um eine Verlängerung der Schonfrist gebeten. Der neue Stürmer im Wartestand – übrigens der Sohn des ehemaligen VfB- und Dortmund-Torjägers Bernd Klotz – steht in seinem Studium vor schweren Prüfungen und hat den Kopf nicht frei. Und auch für Last-Minute-Verstärkung Michael Kümmerle kommt ein Einsatz wohl noch zu früh, obwohl er sich körperlich fit fühlt. Aber die Zeit war zu kurz, um sich in der neuen Mannschaft zu integrieren.
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