Nur eine Halbzeit lang bewegte sich die SG Lenningen auf Landesliganiveau – zu wenig, um die Handballer des TSV Dettingen/Erms in Verlegenheit zu bringen. Die SG verlor mit 24:30 (11:11).
Dettingen/Erms. Die SG Lenningen verlor die Partie auch deshalb, weil, wie in vielen Spielen zuvor, ein Kopf fehlte, der ein Spiel lenken kann. Den hatten die Gastgeber in Marco Melo. Dieser trieb nicht nur das Spiel nach vorne an, er konnte sich zudem als kluger Passgeber und neunfacher Torschütze in Szene setzen. Damit war Melo der effektivste Schütze an diesem Abend.
Mit großem Einsatz, oftmals durch Einzelaktionen hervorgerufen, verstand es die SG zumindest in der ersten Halbzeit, dem TSV Paroli zu bieten. Die Ermstäler legten vor und Lenningen glich aus. Um das Geschehen an sich zu reißen, fehlten den Gästen strukturierte Angriffe. Nach dem 5:5-Ausgleich von Jan Lamparter (11.) zog der TSV das Tempo an. Danach verhielt sich die SG einfach nicht clever genug. Zu oft wurde der frühe Wurf gesucht und geschah dies noch aus einer schlechten Position heraus, hatte TSV-Torhüter Peter Syrbe leichtes Spiel. Jetzt legte der TSV Dettingen schnell den Schalter um. Gelang dies nicht sogleich, so waren Eric Klingler, Lothar Schulz und Marco Melo meist beim zweiten Versuch erfolgreich.
Mühsam und aufwendiger war der SG-Weg zum Torerfolg. Durch Einzelaktionen von Ricki Austen, Christoph Wiesinger und Jan Lamparter fand Lenningen den Anschluss zum 8:8 (16.). Doch zu oft flatterten der SG die Nerven. Ein Beleg dafür waren drei vergebene Strafwürfe.
Trainer Holger Kiedaisch fasste es später so zusammen: „Sobald der Druck zu stark wurde, haben meine Spieler blockiert“. Nach dem 10:10 (26.) warf Christoph Wald zum 11:11 Halbzeitstand ein. Eine Art geistige Blockade senkte sich nach dem Wiederbeginn über die SG-Spieler. Zu viele „Retter“ verstrickten sich jetzt in Einzelaktionen. Krankte es schon in der ersten Halbzeit am flüssigen Kombinationsspiel, so wurde dieses Defizit immer deutlicher. Gravierende Fehlwürfe bestrafte der TSV mit Kontern oder erzeugte durch schnelle Passfolgen eine Überzahlsituation.
Das 15:11 (39.) durch Marc Panitz geriet zur Vorentscheidung. Zu viele leichte Ballverluste riefen jetzt einen Einbahnverkehr in Richtung SG-Tor hervor. Torhüter Matthias Carrle und der später eingewechselte Matthias Attinger sahen sich von ihrer Abwehr mehrfach allein gelassen. Und vorne, unter dem Druck des Gewinnenmüssens, wurde die eine oder andere Chance ausgelassen. Selbst der psychologische Effekt mit Jochen Renz, der nach dem Freitagtraining seine Spielzusage gab und einen Kurzeinsatz hatte, verpuffte. Dettingen, mit der Sicherheit eines satten Torepolsters, spielte sehr effizient, und Lenningen fehlte ein Angriffsplan. Auch in zwei Auszeiten konnte Holger Kiedaisch seine Mannschaft nicht erreichen.
„Wir haben uns wieder einmal viel zu wenig ohne Ball bewegt. Jetzt, bei nur noch drei Spielen, ist dies über das Training kaum noch regelbar. Ich erwarte zum Saisonfinale einen Schlussspurt. Wir müssen uns als eine Mannschaft präsentieren“, sagte er. döl
TSV Dettingen: Syrbe, Stoll – Melo (9/1), Klingler (8/2), L. Schulz (6), Panitz (4), Heine (1), Kramer (1), T. Schulz (1), Arndt, Joch, Kästle, Müller.
SG Lenningen: Attinger, Carrle – Austen (6/2), Wiesinger (6/1), Lamparter (6), Wald (2), Braunwarth (1), Haase (1), Haid (1), Pisch (1), Kirschmann, Ringelspacher, Schur, Renz.
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