05.01.2010 - 11:08 Uhr

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Ohne Spikes zum Sieg

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Überraschung im Rübholz: Nicht der hoch gewettete Vorjahressieger Bernd Weis (SG Dettingen/Erms) hat die 15. Auflage des Ötlinger Dreikönigslaufs gewonnen, sondern der 25-jährige Michael Leibfarth vom SV Ohmenhausen – beide trennten im Ziel lediglich drei Sekunden. Schnellste Frau auf eisglatter Strecke war wie 2009 Daniela Müller von der LG Filder.

Peter Eidemüller

Kirchheim. Laufen verbindet Generationen – auch beim Ötlinger Dreikönigslauf, wo gestern den ältesten vom jüngsten Teilnehmer stolze 69 Lenze trennten. Walter Bittmann von der LG Esslingen (Jahrgang 1930) und Jan Möller vom VfL Kirchheim (1999) waren jedoch nicht die Einzigen, die bei klirrender Kälte im Rübholz für Farbtupfer sorgten. So gelang der 24-jährigen Daniela Fischer (LG Filder) nach 2009 der zweite Sieg bei den Frauen. Bemerkenswert: In 42,06 Minuten war die Köngenerin auf ähnlich rutschiger Strecke wie vor einem Jahr heuer 80 Sekunden schneller.

Auch bei den Männern war die Topzeit mit 35,25 Minuten gegenüber 2009 (36,08) besser. Allerdings gewann nicht der favorisierte Vorjahressieger Bernd Weis von der SG Dettingen/Erms, sondern Langstreckenspezialist Michael Leibfarth vom SV Ohmenhausen. Mit persönlicher Marathonbestzeit von 2.47 Stunden waren die zehn Kilometer in Ötlingen eine willkommene Trainingseinheit für den 25-Jährigen. Sein erster Kommentar im Ziel: „Bergab war‘s richtig schwer zu laufen.“ Im Gegensatz zu Weis war Leibfarth ohne Spikes unter den Schuhen an den Start gegangen. Entsprechend enttäuscht war daher auch der Zweitplatzierte: „Es hat nicht funktioniert, die Spikes waren heute kein Vorteil“, so Weis, der lediglich drei Sekunden nach Leibfarth ins Ziel kam und sich postwendend als fairer Verlierer erwies: Shakehands mit dem strahlenden Sieger und ein anerkennendes „Gratuliere“.

Bester Finisher aus der Teckregion war wie im Vorjahr Karl Fischer aus Owen, der für das Nürtinger Team Sport Schweizer startet. In 39,58 Minuten blieb Fischer nicht nur knapp unter der magischen 40-Minuten-Marke, sondern war im Vergleich zu 2009 auch gleich mal um knapp eineinhalb Minuten schneller. Nur elf Sekunden nach ihm kam Mountainbike-Talent Marco Tippmann vom MTB Teck ins Ziel. Der 17-jährige Kirchheimer zählt zum Landeskader, hatte in der vergangenen Rennsaison allerdings immer wieder mit Rückenproblemen zu kämpfen.

Vielleicht hat ihm ja Markus Kinkelin im Ziel ein paar Tipps geben können. Schließlich ist der 37-Jährige gelernter Physiotherapeut mit eigener Praxis in Kirchheim. Obwohl seine große Liebe ebenfalls dem Radfahren gehört, hat Kinkelin unlängst die Lauflust gepackt. „Ich war diesen Winter knapp 20 Mal laufen, hab‘ auch einen Silvesterlauf im Schwarzwald absolviert.“ Sechs Tage später sprang bei der Premiere in Ötlingen mit 43,44 Minuten gleich mal eine flotte Zeit raus, die ihm einen Platz unter den Top 50 bescherte.

Ob‘s Debütanten wie Kinkelin waren, die für eine im Vergleich zu den Vorjahren höhere Teilnehmerzahl sorgten? Nach 152 Läufern 2008 und nur 140 vor einem Jahr fanden gestern immerhin 181 Hobbysportler den Weg nach Ötlingen. Auch wenn damit der Teilnehmerrekord von 2005 (281) deutlich verpasst wurde, waren die Macher des Laufs zufrieden.

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