PETER EIDEMÜLLER
DETTINGEN Seinen Namen kennt man in der Leichtathletikszene nicht erst seit seinem Coup bei der Senioren-WM im vergangenen Jahr. Bereits bevor er im österreichischen Linz im März 2006 überraschend die Silbermedaille in der Altersklasse M50 gewonnen hatte, war der in Dettingen lebende Erwin Lukas Erfolge gewöhnt: Seit dem Jahr 2000 ist der 51-Jährige ununterbrochen württembergischer Seniorenmeister im Kugelstoßen, holte 2005 mit persönlicher Bestleistung von 14,03 m sogar den Titel auf nationaler Ebene. "In den letzten beiden Jahren habe ich so ziemlich alles in meiner Altersklasse gewonnen, was es zu gewinnen gab", sagt er.
Auf welche Weite er die Sechs-Kugel am Wochenende im Düsseldorfer Arena-Sporpark stoßen müsste, um sein anvisiertes Ziel ("Ich will aufs Podium") zu erreichen, hat Lukas schon grob überschlagen. "Um zu gewinnen, müsste man wohl an die 14-Meter-Grenze herankommen. Für den dritten Platz könnten dann um die 13,70 m reichen." Dies würde seinem aktuellen Leistungsstand ungefähr entsprechen, denn: Erwin Lukas hat Trainingsrückstand. "Ich habe seit Silvester nur drei Mal trainiert", gesteht er, "deswegen sind meine Erwartungen auch nicht allzu hoch." Bei einem Wettkampf vor zwei Wochen bugsierte er die Kugel dennoch auf 12,92 m. "Dafür, dass ich kaum trainiert hatte, war das ganz passabel", sagt der seit 42 Jahren aktive Athlet.
Trainingsstätte des gebürtigen Lenningers ist entweder sein Wohnort Dettingen oder bei seinem alten Heimatverein, TSV Oberlenningen. Dort ist Lukas als Abteilungsleiter quasi sein eigener Chef. "Ich bin das einzige Mitglied", sagt er schmunzelnd. Auch aus diesem Grund sieht man den als Lagermeister bei der Firma Scheufelen tätigen Sportler bei Wettkämpfen wie dem Unterlenninger Bühlbergfest oder dem Notzinger Walter-Schäfer-Sportfest im Dress der LG Teck auflaufen. "So kann ich auch bei den Mannschaftsmeisterschaften mitmachen."
Nach der DM in Düsseldorf geht es für den ehemaligen Sprinter, dessen persönliche Bestzeit über 100 m (Ende der Siebzigerjahre) bei handgestoppten 10,7 Sekunden liegt, zu diversen Winterwurf-Wettkämpfen im März und April, ehe die Freiluftsaison beginnt. Großes Ziel wird dann die Deutsche Meisterschaft in Fulda (13. bis 15. Juli) sein. Wer weiß: Vielleicht kennen seinen Namen bis dahin noch ein paar Leute mehr.
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