01.09.2010 - 13:59 Uhr

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Sturm auf den Hummelberg

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Zu ungewohnter Anstoßzeit um 18 Uhr bestreitet der VfL Kirchheim morgen sein drittes Auswärtsspiel in der Oberliga Baden-Württemberg. Einige Arbeitnehmer unter den Spielern müssen deshalb einen halben Tag Urlaub nehmen. Grund dafür: Gegner VfB Neckarrems ist „unterbelichtet.“

KLAUS SCHLÜTTER

Kirchheim. Diese Feststellung bezieht sich ausschließlich auf die Tatsache, dass der Klub aus dem Remsecker Ortsteil im Stadion auf dem Hummelberg keine Flutlichtanlage besitzt. Sportlich war der VfB in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich. Seit Markus Koch 2005 das Traineramt übernommen hat, ist die Mannschaft von der Bezirks-, über die Landes- und Verbands- in die Oberliga geklettert. Ein Durchmarsch, der an den märchenhaften Aufstieg der TSG Hoffenheim erinnert. Die Infrastruktur konnte mit dem rasanten Erfolg nicht Schritt halten.

„Die Oberliga ist eine ganz andere Welt. Wir sind jetzt auf einer Stufe angekommen, auf der es definitiv nicht weitergeht“, sagt Koch. Deshalb ist in dieser Saison erstmals nur der Klassenerhalt das Ziel. Dafür hat Neckarrems in sechs Spielen bisher fünf Punkte gesammelt, einen Zähler weniger als der VfL.

Rein statistisch gesehen spricht alles für Kirchheim. Der VfB Neckarrems hat zu Hause noch nicht gewonnen, der VfL auswärts noch nicht verloren. Doch Trainer Rainer Kraft hat sich über den Gegner schlau gemacht und hebt warnend den Zeigefinger: „Die Mannschaft ist unberechenbar und unbequem, kann an einem guten Tag jeden schlagen.“ Wie gut, dass er bis auf Gioacchino Colletti, den ein Virus gepackt hat, aus dem Vollen schöpfen kann. Für ihn dürfte Antonio Tunjic im Angriff neben Maximilian Laible wieder einmal eine Chance von Anfang an bekommen.

Auf seinen Einstand brennt auch Mario Klotz, der erstmals als Joker auf der Bank Platz nehmen wird. Der Student der Wirtschaftswissenschaft ist am Montag nach seinen Prüfungen an der Uni Hohenheim gleich nach Kirchheim gefahren und voll ins Training eingestiegen.

Im Gegensatz zu Klotz, der wegen einer langwierigen Verletzung seit einem Jahr ohne Spielpraxis ist, wird Michael Kümmerle von Anfang an spielen. Kraft setzt auf den erfahrenen Mittelfeld-Strategen, der bei seinem Einstand gegen Linx gleich überzeugt hat. Bei der Videoanalyse des Spiels kam der Trainer zu der Überzeugung: „Ich habe die Mannschaft für die erste Halbzeit kritisiert. Aber in der zweiten waren zum Teil tolle Spielzüge zu sehen. Da entwickelt sich was.“ Und das hat auch mit Kümmerle zu tun, der nach der Pause eingewechselt worden war.

Ein Schwerpunkt im Training ist zurzeit das Einstudieren von Freistößen. Gegen Linx waren fast alle ungenau und deshalb wirkungslos. Das soll schon morgen anders werden. Dagegen will Kraft unverändert daran festhalten, immer einige Kaderspieler für die U 23 abzustellen – nicht zur Strafe, sondern um den Spielern, die in der nächsten Oberligapartie nicht zum Zuge kommen, Spielpraxis zu geben. Am heutigen Donnerstag im Bezirkspokal beim TSV Wendlingen sind das Uwe Beran, Ryan Callahan und Daniel Hentschel.

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