01.03.2010 - 09:38 Uhr

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„Alle dürsten nach Farbe und Duft“

alm

Wochenlang hatte der eisige Winter die Region rund um die Teck fest im Griff. Jetzt beginnt die Natur langsam zu erwachen, der Frühling steht in den Startlöchern. Gewappnet sind auch die Mitarbeiter der Gärtnereien: Dort warten zahlreiche farbenfrohe Primeln, Tulpen, Narzissen und Hyazinthen auf ihren Einsatz.

heike allmendinger

Kreis Esslingen. Wer in diesen Tagen eine der Gärtnereien in der Region rund um die Teck betritt, dem strömt der Duft des nahenden Frühlings geradezu in die Nase. Ein Meer von in allen Farben leuchtenden Frühlingsblumen breitet sich beim Blick in die Gewächshäuser vor dem Besucher aus: Da warten Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Primeln in gelb, rot, blau und violett darauf, endlich ins Freie gepflanzt zu werden und die wärmende Sonne genießen zu dürfen. Und auch die Menschen, die langsam aber sicher vom Winter genug haben, sehnen sich nach den ersten farbenprächtigen Frühlingsboten im Vorgarten oder auf der Fensterbank.

„Nach diesem harten Winter dürsten die Leute nach Farbe und Duft“, bestätigt Bernd Czauderna, der in Ötlingen eine Gärtnerei betreibt. Der Fachmann zügelt die Vorfreude allerdings noch ein wenig: „Jetzt ist es noch ein bisschen zu früh, die Pflanzen in die Beete zu setzen.“ Bis voraussichtlich Mitte März sollten sich alle Frühjahrshungrigen noch gedulden. Denn dann dürfte der Frühling, der meteorologisch gesehen schon am vergangenen Montag begonnen hat, dem Winter endgültig den Garaus gemacht haben.

Auch Albrecht Diez von der Gärtnerei Diez in Dettingen warnt davor, die Pflanzen schon jetzt ins Freie zu bringen: „Es gibt wahrscheinlich keine Frosttage mehr, aber Frostnächte können schon noch kommen. Zwar macht den Primeln ganz leichter Frost nichts aus, aber man sollte trotzdem vorsichtig sein.“ Die beiden Experten empfehlen deshalb, die Frühlingsblüher in einer Schale oder einem Korb draußen an geschützten Stellen aufzustellen und über Nacht ins Haus zu holen, wenn Frost angesagt ist.

Sein Herz kann man aber auch mit bunt blühenden Frühlingsschnittblumen erfreuen: So finden sich in den Gärtnereien derzeit unzählige Ranunkeln, Tulpen, Anemonen, Freesien und Narzissen. Und damit diese möglichst lange ihre Köpfe in die Höhe recken, haben Bernd Czauderna und Albrecht Diez einige Tipps parat: Jeden Tag sollte man in die Vase frisches Wasser geben und die Stile neu anschneiden: schräg und mit einem langen, glatten Messer, sagt Albrecht Diez. Außerdem könne man die Vase nachts an einen kühlen Ort – zum Beispiel ins Treppenhaus – stellen, fügt Bernd Czauderna hinzu. „Denn Schnittblumen mögen es nicht allzu warm.“

Obwohl schon jetzt etliche Kunden mit bunten Pflanzen einen Hauch von Frühling ins Wohnzimmer oder an den Arbeitsplatz zaubern möchten, steht den Gärtnereien der richtige Ansturm erst noch bevor. „Die meisten Leute kommen, wenn das Wetter die Kurve gekriegt hat. Das wird vermutlich Mitte März sein“, meint Bernd Czauderna. Auch Albrecht Diez weiß, dass das Wetter eine große Rolle bei der „Blumenkauflust“ der Menschen spielt. So habe der harte Winter in diesem Jahr zum Beispiel dazu beigetragen, dass der Valentinstag für die Gärtnereien „fatal“ gewesen sei: „Bei Schneegestöber hatte einfach keiner Lust darauf, Blumen zu kaufen“, erklärt Albrecht Diez. In seinem Geschäft sind die Frühlingspflanzen dennoch schon seit einigen Wochen erhältlich. „Die ersten Primeln verkaufen wir an Silvester“, erzählt der Gärtnereibesitzer. Denn zum Jahreswechsel könnten manche Kunden das „schwere Rot“ der Weihnachtssterne nicht mehr sehen und wünschten sich etwas Erfrischendes fürs Auge. Auch Bernd Czauderna hat beobachtet, dass die Ansprüche einiger Menschen gestiegen sind und dass sie häufig nach saisonal untypischen Pflanzen fragen. „Wir lehnen das aber ab. Man sollte das kaufen, was die Jahreszeit hergibt.“

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