30.08.2010 - 12:35 Uhr

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„Besser Umleitung als Explosion“

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In Kirchheim gibt es derzeit ohnehin schon viele Bauarbeiten. Vergangene Woche ist nun völlig überraschend eine weitere Baustelle am Alleenring dazugekommen – und entgegen der ursprünglichen Pläne immer noch nicht verschwunden. Dass sich einige Verkehrsteilnehmer darüber ärgern, ist in diesem Fall jedoch zweitrangig.

Bianca Lütz-Holoch

Kirchheim. „Noch eine Baustelle“, dachte sich so mancher Autofahrer, als er feststelle, dass im Alleenring zwischen Mühlgasse und Plochinger Straße plötzlich ein riesiges Loch klaffte und der Abschnitt kurzerhand mit Absperrgittern versehen und in eine Einbahnstraße verwandelt worden war. Der Alleenring ist nun an zwei Stellen eingeschränkt befahrbar. Einen Tag zuvor hatten bereits die Arbeiten am Minikreisel Schweinemarkt begonnen.

Ein Aufschub der Arbeiten zwischen Mühlgasse und Plochinger Straße auf einen geschickteren Zeitpunkt wäre nach Angaben von Stadtverwaltung, EnBW und Baufirma jedoch undenkbar gewesen: Die Hauptgasleitung, die unter der Alleenstraße liegt, hatte in diesem Bereich mehrere Lecks, Gas trat aus. Was das im schlimmsten Fall bedeuten kann, wissen die Kirchheimer spätestens seit dem Unfall in der Siemensstraße: 2006 war dort ein Haus durch eine Gasexplosion komplett zerstört worden. Deshalb bittet der Bauleiter der Tiefbaufirma, die die aktuellen Arbeiten in der Alleenstraße ausführt, die Verkehrsteilnehmer um Verständnis: „Besser eine Umleitung als ein explodiertes Haus.“

Ursprünglich hätten die Arbeiten lediglich zwei Tage – also bis Donnerstag vergangener Woche – andauern sollen. Aufgrund des Schadensausmaßes war es jedoch nicht möglich, diesen Zeitrahmen einzuhalten. „Wenn alles reibungslos abläuft, ist der Alleenring an dieser Stelle bis Freitagnachmittag wieder befahrbar“, erläutert die Bauleitung die neuen zeitlichen Pläne. Die Arbeiten an der Leitung sollen bereits morgen abgeschlossen sein. Dann allerdings muss noch das Loch gefüllt und der Belag aufgebracht werden.

Aufgefallen ist der Schaden in der Alleenstraße bei einer Routineprüfung. Die Gasleitungen der Teckstadt werden regelmäßig auf Lecks untersucht. „Je nach Alter der Leitungen beträgt der Turnus ein bis vier Jahre“, sagt Maik Graber, Bezirksmeister Gas des EnBW-Regionalzentrums Alb-Neckar mit Sitz in Kirchheim. Wie das funktioniert, erläutert der Bauleiter der Baustelle in der Alleenstraße: Mit speziellen Geräten werden die Leitungen sozusagen „beschnüffelt“. Ist festzustellen, dass Gas austritt, werden Bohrungen vorgenommen, um festzustellen, wo genau und wie viel Gas austritt. In der Alleenstraße jedenfalls war die Konzentration so hoch, dass unmittelbarer Handlungsbedarf bestand. „Das Rohr war aber auch schon 60 Jahre alt“, so der Bauleiter.

„Insgesamt ist die Leitung auf einer Länge von 14 Metern erneuert worden“, berichtet Hans Heiser, der bei der EnBW für die Baustellen verantwortlich ist. Weil auch bei einem Hausanschluss in der Alleenstraße ein kleines Leck bemerkt wurde, hat die EnBW die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und die Anschlüsse der Hausnummern 150, 152 und 154 gleich miterneuert. Bei der routinemäßigen Lecksuche sind auch noch verschiedene kleinere Lecks in Gasleitungen an anderen Stellen der Stadt aufgefallen. „Da muss man auf jeden Fall noch ran“, sagt Maik Graber. Saniert werden sollen unter anderem die Leitungen auf Höhe der Teckstraße 18 und der Plochinger Straße 81. Auch im Buchenweg und der Aichelbergstraße stehen in absehbarer Zeit Reparaturen an.

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