26.08.2010 - 16:41 Uhr

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„Eine sehr durchwachsene Saison“

alm

Noch bis zum 12. September haben alle Wasserratten Gelegenheit, im Kirchheimer Freibad ihre Runden zu drehen. Dann schließt das Bad für diesen Sommer seine Pforten. Enttäuscht sind die Mitarbeiter aber schon jetzt über die mäßigen Besucherzahlen.

Heike Allmendinger

Kirchheim. Regen, dunkle Wolken und kühle Temperaturen: Der Sommer lässt in diesem Jahr schwer zu wünschen übrig. Nur an einigen Tagen im Juli kletterte das Thermometer auf über 30 Grad. Ansonsten herrschte oft Tristesse am Himmel, die mehr an launische Apriltage erinnerte als an Hochsommer.

Nicht gerade begeistert von diesem vermeintlichen Sommerwetter sind auch die Mitarbeiter des Kirchheimer Freibads. „Bisher war es eine sehr durchwachsene Saison“, bringt es Schwimmmeister Peter Däschler auf den Punkt. Sein Kollege Alfred Krause spricht gar vom „schlechtesten Ergebnis“, seit er im Kirchheimer Freibad als Schwimmmeister tätig ist – also seit 1991. An den heißen Juli-Tagen sei zwar sehr viel los gewesen, sagt Peter Däschler. Aber insgesamt hätten bisher seit Mitte Mai nur 116 000 Besucher ihre Runden im Freibad gedreht, fügt Alfred Krause hinzu – das sind rund 50 000 weniger als im Vorjahr.

Auch Ursula Liebscher, die an der Kasse arbeitet, hat oft „gähnende Leere“ auf der Liegewiese und im Becken feststellen müssen. Dennoch gebe es einige „ganz treue Seelen“, die Wind und Wetter trotzen und sogar mit dem Regenschirm ins Freibad kommen, erzählt Ursula Liebscher. Zu diesen hartgesottenen Stammgästen gehören Elisabeth und Bernhard Stifter aus Ebersbach. „Natürlich ist es schöner, wenn die Sonne scheint. Aber wir lassen uns vom Wetter nicht verrückt machen“, betont der 52-Jährige. Die Eheleute, die eine Dauerkarte fürs Kirchheimer Freibad besitzen, stören sich nicht an Nieselregen und dunklen Wolken. „Die Bewegung tut einfach wahnsinnig gut, und die Wassertemperatur im Kirchheimer Freibad ist ideal. Deshalb sind wir fast jeden Tag da“, unterstreicht Bernhard Stifter. Doch nicht nur der Gesundheit wegen gehen er und seine Frau gerne ins Kirchheimer Freibad – auf der Liegewiese und am Beckenrand haben sie schon viele Gleichgesinnte kennengelernt, mit denen sie über dies und jenes ein Schwätzchen halten können.

Dass das Freibad „ein toller Treffpunkt für Jung und Alt“ ist, bestätigt Doris Imrich aus Kirchheim. Die 54-Jährige geht ein Mal wöchentlich schwimmen – und das auch bei schlechtem Wetter. „Man muss es nehmen, wie‘s kommt“, findet die Vorsitzende des VfL Kirchheim. Sie hat beobachtet, dass die meisten Kirchheimer „Schönwetterbader“ sind. „Früher sind die Leute bei 20 Grad gekommen. Heute bleiben sie daheim, wenn es keine 30 Grad hat.“ Dieses Phänomen kennen auch Alfred Krause, Peter Däschler und Schwimmmeisterin Sandra Geiger. „Die Kirchheimer brauchen zwei oder drei Tage Anlaufzeit. Erst, wenn das Wetter permanent schön ist, gehen sie ins Freibad“, weiß Peter Däschler. Die Enttäuschung darüber ist vor allem Alfred Krause anzumerken: „Wir haben doch in Kirchheim ein schönes Angebot. Das sollte man besser nutzen.“

Susanne Seinemeyer aus Nabern, die ihre Freizeit gerne mit ihrer zwölf Jahre alten Tochter Danja im Kirchheimer Freibad verbringt, sieht das genauso. „Das Bad ist familiär, und das Becken ist sehr schön“, betont sie. Deshalb frönt sie mindestens zwei Mal in der Woche ihrem Hobby – allerdings nicht bei Regenwetter. „Es ist doch unfair dieses Jahr. Vor den Ferien war’s heiß, und seit Ferienbeginn ist das Wetter nur noch bescheiden“, ärgert sich Susanne Seinemeyer. Damit spricht sie Beate Oberlaitner aus Schlierbach geradezu aus der Seele: „Ich hoffe, dass jetzt noch ein paar schöne Tage kommen“, sagt die 46-Jährige, die ihren neunjährigen Sohn Nils gerne häufiger ins Freibad begleiten würde.

Oft verwaist blieben heuer auch die Liegestühle auf der Terrasse der Pizzeria Hutteninsel beim Freibad. „Während der Hitzewelle lief es bei uns gigantisch, aber insgesamt haben wir mehr erwartet“, informiert Betriebsleiterin Kathrin Kälberer. „Ich bin schon sehr enttäuscht.“

Was nun bleibt, ist die Hoffnung aufs nächste Jahr . . .

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