31.08.2010 - 13:53 Uhr

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„Es ist jetzt viel ruhiger und einladender“

alm

In den vergangenen fünf Monaten waren Bauarbeiter fleißig dabei, die untere Max-Eyth-Straße in Kirchheim zu einer Fußgängerzone umzugestalten. Heute um 19 Uhr weiht die Stadt die Straße offiziell ein. Doch wie gefällt sie den Passanten und Geschäftsinhabern? Der Teckbote hat Stimmen eingefangen.

heike allmendinger

Kirchheim. „Ich finde die Neugestaltung toll. Es ist viel ruhiger und angenehmer, weil keine Autos mehr durchfahren“, sagt Tina Drechsler von der Buchhandlung Zimmermann, die sich in der unteren Max-Eyth-Straße befindet und deshalb direkt von der Baumaßnahme betroffen ist. Bevor mit dem Umbau der Straße zur Fußgängerzone begonnen wurde, seien die Gehwege viel zu schmal gewesen, erinnert sich Tina Drechsler. „Für Menschen mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer war es einfach zu eng.“ Deshalb sei die Entscheidung, den Verkehr aus der Straße zu verbannen, sinnvoll gewesen. „Früher sind die Fußgänger zügig über die Straße gegangen“, weiß die 35-Jährige. „Jetzt schlendern sie vorbei und gucken in aller Ruhe in die Schaufenster.“ Auch im Gespräch mit den Kunden der Buchhandlung Zimmermann seien fast nur positive Meinungen zur Umgestaltung der unteren Max-Eyth-Straße zu hören, unterstreicht Tina Drechsler. „Die meisten sind begeistert – auch darüber, wie schnell die Bauarbeiter zugange waren. Nur ganz wenige beschweren sich darüber, dass sie jetzt nicht mehr vor Ort parken können.“

Auch Catena Granata von „Pippo‘s Imbiss“ an der unteren Max-Eyth-Straße schwärmt in den höchsten Tönen von der neuen Fußgängerzone: „Ich finde sie prima. Es ist ruhiger, seit die Autos weg sind. Und außerdem merke ich es auch am Umsatz.“ Früher hätten nicht alle Leute den Imbiss wahrgenommen, weil sie mit den Autos schnell vorbeigefahren wären. „Jetzt kommen manche rein und fragen: ,Seit wann gibt es denn den Imbiss?‘“, erzählt die 50-Jährige, die sich besonders darüber freut, dass sie jetzt auch draußen bestuhlen kann. Catena Granata hat allerdings auch einen Kritikpunkt: „Die Straße sieht noch ein bisschen kalt aus. Ich hoffe, dass Blumentröge oder vielleicht ein paar Bänke in der Mitte aufgestellt werden. Irgendetwas sollte noch kommen.“

Als „nicht schlecht“ bezeichnet Günter Nething aus Kirchheim die neu gestaltete untere Max-Eyth-Straße. „Die Stadt wird dadurch auf jeden Fall attraktiver. Und auch die Geschäfte profitieren davon, weil es mehr Laufkundschaft gibt“, sagt der 65-Jährige. Vor dem Umbau sei man in der unteren Max-Eyth-Straße gezielt in das Geschäft gegangen, in dem man etwas kaufen wollte. Jetzt könne man über die Fußgängerzone flanieren und einfach schauen, was es gibt. Dass die Autos nun auf andere Straßen ausweichen müssen, findet er nicht tragisch. „Man gewöhnt sich an alles.“ Einen Nachteil sieht Günter Nething indes in der Ampelschaltung am Fußgängerüberweg aus Richtung Nanz- und Teckcenter kommend. „Viele Leute parken dort in der Nähe und gehen dann zu Fuß zur unteren Max-Eyth-Straße. An der Ampel müssen sie aber unnötig lange warten. Da sollte man sich etwas einfallen lassen.“

„Früher war die untere Max-Eyth-Straße eher trostlos. Jetzt ist sie freundlich und einladend. Und man hat viel mehr Lust dazu, durchzuschlendern“, betont Katja Beierke aus Kirchheim. Die 32-Jährige, die vor dem Umbau eher selten in der unteren Max-Eyth-Straße unterwegs war, wird nun öfter mit ihrem Sohn Elias über die neue Fußgängerzone bummeln.

Angetan vom neuen Straßenerscheinungsbild ist auch Thomas Fleischhacker, Leiter der Postfiliale in der unteren Max-Eyth-Straße. Seit die Bauarbeiter allerdings mit dem Umbau losgelegt haben, werde er mit den wildesten Gerüchten konfrontiert: „Viele Kunden denken, dass wir ab 3. September schließen. Aber das stimmt nicht. Wir bleiben auf jeden Fall bis Mitte 2011 in der unteren Max-Eyth-Straße – mit den Postbank- und den normalen Postdienstleistungen.“ Trotzdem gibt es für die Postkunden eine Änderung, fügt der 43-Jährige hinzu: Weil die Straße zur Fußgängerzone umgestaltet wurde, darf man die Post nicht mehr anfahren, um zum Beispiel schwere Pakete abzugeben. „Deshalb haben wir vor einigen Wochen in der Dettinger Straße eine Filiale eröffnet, in der nun auch die Postfächer untergebracht sind“, sagt der Filialleiter. Dort könne man direkt vor Ort parken. Wie es allerdings ab Sommer 2011 weitergeht, darüber wisse man momentan noch nichts Konkretes. „Es kann sein, der Mietvertrag wird verlängert und wir bleiben in der unteren Max-Eyth-Straße – oder aber wir müssen nach anderen Räumlichkeiten suchen.“

Fotos: Jean-Luc Jacques

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