Kirchheim. „Wir Kinder der Welt“ – unter diesem Motto feierten die Naberner Kindergarten- und Schulkinder am Samstag ihr Kinderfest, das
Andreas Volz
alle zwei Jahre alle Naberner im Anschluss an den Festumzug auf die Wiese an der Schule führt. Vorneweg für Abkühlung sorgten bei sommerlichem Sonnenschein die etwas größeren „Kinder“ der Naberner Feuerwehr, die mit großem Vergnügen den Schlauch ihrer fahrbaren Handspritze auf die zahlreichen Zuschauer am Wegrand richteten.
Kindergarten- und Schulkinder wiederum führten bereits beim Umzug ihre farbenprächtigen Kostüme vor, die bei den anschließenden Spielbeiträgen auf der Festwiese noch einmal voll zur Geltung kamen. In Europa ging die Reise zu den „Kindern der Welt“ los, nachdem die Grundidee der Vorführungen folgendermaßen beschrieben worden war: „Kinder gibt es auf der ganzen Welt. Sie sprechen manchmal andere Sprachen, haben einen anderen Gott oder eine andere Hautfarbe. Aber alle lachen, freuen sich und ärgern sich wie wir. Und sie wünschen sich Gesundheit, Frieden und Glück wie wir.“
Die europäischen Kinder erinnerten in Nabern noch einmal an die Fußball-Europameisterschaft, indem sie mit allen möglichen Flaggen und in entsprechenden Nationaltrachten auf die Festwiese marschierten: Außer Deutschland waren Spanien, Schweden, Italien, Frankreich und die Türkei vertreten. Die Kinder versammelten sich um den großen Globus in der Mitte und führten einen gemeinsamen Volkstanz auf.
Das Tanzen um den Globus war das verbindende Element aller Vorführungen, und immer ging es dabei friedlich und harmonisch zu. So drehten sich in Amerika Indianerkinder, die so schöne Namen wie „Schleichender Fuchs“ oder „Leuchtende Sonne“ trugen, gemeinsam mit kleinen Cowboys auf Steckenpferden um den Globus. In Peru breitete zusätzlich zu den Kindern der Kondor seine mächtigen Schwingen aus. Die indischen Kinder erschienen in Schuluniformen inseleuropäischen Gepräges, während die afrikanischen Kinder Batik-Gewänder in allen Farben trugen. China wiederum war mit vielen kleinen Flugdrachen und einem langen, fauchenden Drachen vertreten, wie er auch in der europäischen und sogar in der heimischen Sagenwelt vorkommt.
Zum Festmotto hatte Naberns Ortsvorsteher Clemens Moll in seiner kurzen Ansprache gesagt, dass es aktueller nicht sein könnte, „denn es spricht auf der einen Seite davon, den Kindern die kulturelle Vielfalt unserer Weltgemeinschaft vorzustellen und dabei Verständnis und Toleranz bei den Entscheidungsträgern der Zukunft fest zu verankern.“ Andererseits stehe das Thema für den Begriff „Globalisierung“. Die Globalisierung biete die Chance, den Wohlstand für alle zu mehren. Tatsächlich hätten sich die Lebensbedingungen in vielen Ländern aber noch nicht verbessert, in manchen sogar verschlechtert.
„Das darf uns nicht gleichgültig lassen“, führte Clemens Moll aus, „denn eine Globalisierung, die die Gegensätze zwischen Arm und Reich in der Welt verschärft, raubt vielen Menschen Lebenschancen und birgt für die Zukunft aller Menschen große Risiken.“ Deshalb sei es wichtig, „dass wir schon bei den Kindern das Bewusstsein dafür wecken, dass wir alle in einer Welt leben, für die wir gemeinsam Verantwortung tragen“.
Die Spielstationen griffen das Thema gut auf. So gab es einen Wettbewerb, bei dem es hieß: „Wassertragen wie die Kinder in Ghana“. An einer anderen Spielstation konnten die Kinder Flaggen malen. Die Vorlagen dazu waren aus aller Welt zusammengetragen und beliefen sich auf über 50 an der Zahl. Der große Luftballonwettbewerb schließlich dürfte die Karten der Kinder zwar nicht in andere Kontinente getragen haben, aber doch weit über Nabern hinaus.
Fotos: Deniz Calagan

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