Kirchheim. Von Wien nach Südamerika, von der Komponistenklause in die Soundtrackschmiede: eine überaus anregende klangliche Vielfalt bot das Gastspiel des Symphonischen Orchesters der Salzburger Rudolf-Steiner-Schule im großen Saal der Freien Waldorfschule Kirchheim.
Florian stegmaier
Gewagt, aber geglückt waren unterschiedlichste stilistische Fäden im Programm miteinander verflochten und boten Einblicke in eine bewegte musikpädagogische Arbeit.
Mit Edward Elgars berühmtem Trio aus „Pomp and circumstance“ hatten die Salzburger Künstler einen feierlichen Auftakt für einen Konzertabend gewählt, der sinfonisch-konzertanten Schwergewichten auch niveauvolle Vertreter der Popularmusik gleichberechtigt zur Seite stellen sollte.
Unter der Stabführung von Stefan David Hummel – der Komponist ist zudem Bratscher des Corona Quartetts und künstlerischer Leiter des Salzburger Musikfestes – hatten die jungen Musiker Bedrich Smetanas „Moldau“ in Angriff genommen und damit den Versuch gewagt, ein längeres sinfonisches Stück auf die Beine zu stellen – ein ehrgeiziges Unterfangen, das sich durch die plastische Herausarbeitung einzelner Episoden der Tondichtung hörbar auszahlte.
Auch die im klassischen Klangapparat meist stiefmütterlich behandelten Schlagwerker kamen an diesem Abend reichlich zum Einsatz. In einer vom Komponisten autorisierten Fassung für Streicher und Schlagzeug erklang Carl Orffs Eingangschor „O Fortuna“ aus der szenischen Kantate „Carmina Burana“. Mit rhythmischer Prägnanz und Energie überzeugte dieser mittelalterliche Rekurs gleichermaßen wie die elektronisch verstärkten Abstecher in die Gefilde des Bossa Nova.
Die Diversität der Programmfolge, die sich jedoch nie als Härte spürbar machte, fand ihre Entsprechung in der ungezwungenen Vielseitigkeit der Künstler. Zu Beginn der zweiten Konzerthälfte hatte sich das Orchester flugs zum Vokalensemble verwandelt, widmete sich modernem geistlichen Liedgut, stöberte aber auch im Schlager-Repertoire und erinnerte an die goldene Ära der „Comedian Harmonists“. Neben der durchweg soliden Orchesterleistung, die mit dem „Kaiserwalzer“ und dem Soundtrack zu „Mission Impossible“ effektvolle Akzente setzen konnte, waren es vor allem die solistischen Beiträge, die dem Konzert zu Glanz verhalfen.
Zwei Lieder aus Schumanns „Dichterliebe“ führten in die von Schwermut und Ironie geprägte Welt der deutschen Romantik, perlende Läufe funkelten aus der Virtuosität eines frühen Mozartschen Konzert-Allegros.
Für einen nachhaltigen Eindruck dürfte nicht zuletzt die überzeugende Darbietung des Kopfsatzes aus Haydns Cellokonzert gesorgt haben, der von der jungen Solistin mit Bravour und geschmeidiger Technik vollendet gemeistert wurde.

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