Solange es Atomwaffen gibt, könnten sie jederzeit eingesetzt werden und große Teile der Erde unbewohnbar machen. Deshalb war die erste Pacemakers-Regio-Radtour, unterstützt von Bürgermeistern der Initiative „Mayors for Peace“, für eine atomwaffenfreie Welt bis im Jahr 2020. Von Kirchheim aus führte die Route über Ebersbach, Esslingen und Köngen zurück an den Startpunkt.
Peter Dietrich
Kirchheim. Gerne wäre Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker persönlich gekommen, sie war jedoch zu Besuch in der ungarischen Partnerstadt. So verlas der mitradelnde Bürgermeister Günter Riemer bei der Kundgebung vor dem Start ihr sehr deutliches Grußwort an die Tourteilnehmer: „Sollten Atomwaffen tatsächlich je einmal zur nationalen Sicherheit beigetragen haben ,diese Tage sind vorbei. Heute bergen Atomwaffen das Risiko eines nuklearen Terrorismus, tragischen Unfalls oder militärischer Fehlkalkulationen. Atomwaffen sind nur für Terroristen nützlich und diese lassen sich von Atomwaffen nicht abschrecken.“
Seit 2005 ist Angelika Matt-Heidecker Mitglied der „Mayors of Peace“, den „Bürgermeistern für den Frieden“. Auch Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger, Köngens Bürgermeister Hans Weil und Ebersbachs Bürgermeister Edgar Wolff gehören dieser Initiative an. Edgar Wolff kam mit dem Rad von Ebersbach gefahren, um die Tour auf ihrer ersten Etappe zu begleiten. Während der Tour bekamen die bisher knapp 2 300 „Mayors of Peace“ in 129 Ländern weitere Verstärkung, denn sowohl Plochingens neuer Bürgermeister Frank Buss als auch Altbachs Bürgermeister Wolfgang Benignus erklärten ihren Beitritt. „Günter Riemer sowie Nicolas Fink aus Aichwald wollen folgen“, erklärte Klaus Pfisterer von der Zukunftswerkstatt Kirchheim erfreut über die steigende Mitgliederzahl.
Die Idee der „Pacemakers“ geht auf den Verein „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DVG-VK) zurück. Veranstaltet wurde die Regio-Radtour von der Zukunftswerkstatt, dem Friedensbündnis Esslingen, dem Ökumenischen Friedensgebet Köngen und dem Europäischen Jugendnetzwerk für nukleare Abrüstung Ebersbach. Eine breite Bühne aus Politik, Kirchen, Gewerkschaften und Friedensgruppen unterstützen das Vorhaben. Die Tour sollte kein Wettrennen sein, mit einem Schnitt von zehn bis zwölf Stundenkilometern ging es gemütlich voran.
Die Begrüßung der Teilnehmer hatte Karl-Heinz Wiest von der Zukunftswerkstatt übernommen. Er erklärte den Begriff „Pacemakers“. Wer heute an der Tour teilnehme, sei Schrittmacher für eine atomwaffenfreie Bundesrepublik. Wiest dankte den Sponsoren der Tourverpflegung: Brezeln von Scholderbeck, Müsliriegel von der AOK und Bananen von der Stadt Kirchheim.
Weltweit lagerten 25 000 bis 30 000 Atomwaffen, betonte Pfisterer, viele davon jederzeit einsatzbereit. Mindestens 20 seien in Büchel in der Eifel stationiert. Im Ernstfall würden sie, unter amerikanischem Befehl und unter amerikanischer Aufsicht, von deutschen Piloten abgeworfen. Die Forderung sei klar: „Alle Atomwaffen weltweit müssen vernichtet werden“.
Auf die Reise geschickt wurden die Teilnehmer von Dekanin Renate Kath. Sie wünschte allen „gute Gedanken, Begegnungen, Erfahrungen, eine unfallfreie Strecke und Gottes Geleit“. Dann starteten die anfänglich gut 30 Fahrer – mit Polizeibegleitung, Arzt und am Ende des Feldes einem „Besenwagen“ für den Notfall. Zwei Polizisten fuhren mit Krafträdern vorneweg und sicherten die Strecke, zwei weitere radelten die rund 60 Kilometer lange Strecke mit.
An der ersten Station am Ebersbacher Rathaus wurde ein Grußwort des Göppinger SPD-Bundestagsabgeordneten Walter Riester verlesen. Er hat Hiroshima und Nagasaki besucht, für ihn ist „der Abwurf von Atombomben in so hohem Maße unmenschlich, dass er durch keine kriegerische Handlung zu rechtfertigen ist.
In Esslingen sprach Oberbürgermeister Jürgen Zieger zu den Tourteilnehmern, von dort machte sich die nun etwa doppelt so starke Gruppe auf nach Köngen. Dort folgte vor der Rückfahrt nach Kirchheim eine Kundgebung mit Bürgermeister Hans Weil. „Eine rundum gelungene Aktion“, freute sich Klaus Pfisterer.
Am Samstag, 2. August, startet das Vorbild der Regio-Radtour, der vierte Pacemakers-Radmarathon. Der 339 Kilometer lange Rundkurs führt in sportlichem Tempo von Bretten aus nach Heilbronn, Mannheim, Ramstein und Neustadt/Weinstraße. www.pace-makers.de; www.mayorsforpeace.de
Unser aktuellstes Sonderthema

Das neue, informative Gastronomieverzeichnis auf der Teckboten-Homepage. Sämtliche Informationen zu Restaurants und Cafés aus der gesamten Teck-Region.
mehr
Von Lesern für Leser: Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre schönsten Landschaftsfotos aus Kirchheim und Umgebung zu veröffentlichen.
mehr
Kleinanzeigen schnell & einfach gestalten sowie buchen!
Hier haben Sie die Möglichkeit schnell & einfach Kleinanzeigen für unsere Print-Ausgaben zu erstellen. Für die Tageszeitung »Der Teckbote« sowie für die Mitteilungsblätter Bad Boll, Bissingen, Dettingen, Lenningen, Notzingen, Schlierbach, Weilheim sowie Wernau.
...jetzt mit der Anzeigengestaltung starten!
Wir suchen Zusteller für die regelmäßige Verteilung des Teckboten sowie des Kirchheimer Echos, Prospekten und diverser vom GO Verlag herausgegebenen Mitteilungsblätter.
Bei Interesse klicken Sie einfach hier!

Auf der Homepage von Kirchheim erleben finden Sie sämtliche Ausgaben unseres Magazins sowie weitere interessante Informationen.
mehr










(6 Kommentare)
(3 Kommentare)
(3 Kommentare)