23.08.2010 - 17:52 Uhr

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Auf den Spuren von Fuchs und Hase

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Ein Spaziergang im Kirchheimer Talwald kann ganz schön spannend und lehrreich sein. Dort lockt seit Herbst vergangenen Jahres nämlich der neue Walderlebnispfad. Familien mit kleinen und großen Kindern finden Mitmachstationen, Rechenaufgaben und jede Menge Informationen. Ganz in der Nähe warten außerdem die Bürgerseen und die Hahnweide.

Bianca Lütz-Holoch

Kirchheim. „Betreten erwünscht“ steht auf dem Schild an Station zwölf. Das muss man kleinen Besuchern meist nicht zweimal sagen. Flugs kriechen sie in den überdimensionalen, begehbaren Fuchsbau, wo sie nachfühlen können, wie es sich unter der Erde so lebt. Eines ist auf den ersten Blick – und nachher auch an Schuhen und Kleidern – zu erkennen: In der Höhle ist es ziemlich schlammig und rutschig. Auf Infotafeln erfahren die Besucher außerdem allerhand Wissenswertes über Füchse und ihre Behausungen: etwa, dass die Erdröhren des Baus in Kesseln enden, wo die Tiere schlafen und ihre Jungen aufziehen. Oder dass Dachs und Fuchs häufig unter einem Dach leben.

Die riesige Fuchshöhle aus Erde und Baumstämmen ist wohl die spektakulärste Station des neu aufgelegten Kirchheimer Waldlehr- und Erlebnispfads im Talwald – und wahrscheinlich auch die meist besuchte: Sie liegt nämlich dicht bei den Bürgerseen, nur wenige Meter von dem Weg entfernt, der an den Seen vorbei Richtung Dettingen führt. Es lohnt sich jedoch auf alle Fälle, den Walderlebnispfad in seiner vollen Länge zu erkunden.

Neben dem Fuchsbau gibt es nämlich noch zahlreiche andere Mitmachstationen: Beim Baum-Memory gilt es, Stammscheiben den dazugehörigen Baumarten zuzuordnen. Das Holz-Xylofon veranschaulicht, dass kurze Hölzer höhere Töne abgeben als lange und anhand eines Holzwürfels gilt es abzuschätzen, wie schnell der Kirchheimer Wald wohl wächst. An der Station „Tierweitsprung“ erfahren Kinder nicht nur, wie weit Maus, Frosch, Reh oder Hase springen können – sie dürfen auch gleich selbst in eine Sandgrube hüpfen.

Infotafeln gibt es nicht nur an den großen Stationen, sie befinden sich überall entlang des Pfads. Besucher erfahren auf den insgesamt etwa 50 Holztafeln Wissenswertes über den Wald und seine Bewohner. So werden beispielsweise Baumarten und Tiere genauer vorgestellt. Kleine „Fernrohre“, die über Stufen auch für kleine Kinder gut zu erreichen sind, lenken darüber hinaus den Blick auf Kleinigkeiten, die im Vorbeigehen kaum Beachtung finden, etwa Nisthöhlen von Spechten und Fledermäusen.

Der Kirchheimer Walderlebnispfad ist wunderschön gelegen. Er führt mal auf breiten, mal auf schmalen befestigten Wegen durch den Talwald. Ein Stück weit läuft die Route am Bach entlang und über eine Brücke. Wer an wenigen Stellen ein paar Wurzeln und matschige Passagen nicht scheut, kann die Strecke problemlos mit einem gut gefederten Kinderwagen bewältigen.

Der offizielle Einstieg des Erlebnispfads befindet sich direkt am Parkplatz Bürgerseen. Dort steht auch eine der beiden Tafeln, auf denen eine Karte mit der Route und den Stationen abgebildet ist. Wer sich im Talwald jedoch nicht gut auskennt, sollte sich den Weg genau einprägen. Die Beschilderung ist dürftig, einige Infotafeln, die nicht direkt am Weg stehen, sorgen für Verwirrung. Nicht zu empfehlen ist bei der aktuellen Beschilderung ein Einstieg von der anderen Seite des Pfads, aus Richtung Dettingen kommend. Zwar steht auch dort eine Übersichtskarte. Trotzdem ist das Risiko, die Route von dort aus zu verfehlen, hoch.

Doch nicht nur der Walderlebnispfad hat seine Reize. Auch die Bürgerseen und die Hahnweide haben für Eltern mit Kindern einiges zu bieten.

Der Rundweg um die drei Seen macht zu Fuß, mit dem Lauf- oder Fahrrad Spaß. Am Unteren See ist zudem Baden erlaubt. Am Bürgersee-Kiosk direkt am Parkplatz gibt es Eis, Getränke und Snacks. Rund um die Seen sind auch Grillstellen und Bänke zu finden.

Vor allem an schönen Wochenenden herrscht auf dem benachbarten Segelflugplatz reger Flugverkehr – für viele Kinder äußerst faszinierend. Die Gaststätte „Hahnweide“ verfügt zudem nicht nur über einen Biergarten, sondern auch über eine Rutsche.

Der Waldlehr- und Walderlebnispfad Kirchheim ist im November 2009 offiziell eröffnet worden. Rund 60  000 Euro hat das Projekt gekostet, das die Stadt Kirchheim in Zusammenarbeit mit dem Kreisforstamt und unter Mithilfe von Schülern der Nürtinger Philipp-Matthäus-Hahn-Schule realisiert hat. Das Projekt geleitet hat der Kirchheimer Revierförster Daniel Rittler.

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