Ferienzeit ist immer auch Baustellenzeit. Auf der B 10 wird die Fahrbahn erneuert, im Nürtinger Stadtgebiet prangen etliche Umleitungsschilder. Auch auf Kirchheims Straßen sind gleich an mehreren Stellen Bagger, Laster und Planierwalzen im Einsatz – zum Leidwesen vieler Autofahrer.
Bianca Lütz-Holoch
Kirchheim. Vom Alleenring nach links in die Schlierbacher Straße einbiegen? Fehlanzeige. Auf der B 297 aus Richtung Lenningen kommend Kirchheim umfahren? Ebenfalls nicht möglich. Auch wer von der Autobahn-Ausfahrt West geradewegs über die Steingaubrücke in die Kirchheimer Innenstadt fahren möchte, hat Pech gehabt. All diese, und einige andere Verkehrswege auch, sind zurzeit gesperrt. Das sorgt bei Autofahrern, die von ihren gewohnten Wegen abweichen müssen, für Unmut.
Dass sich die Baustellen auf Kirchheims Straßen im Moment derart häufen, hat verschiedene Gründe. Zum einen saniert die Teckstadt einen Teil ihres Straßennetzes ganz bewusst während der Sommerferien, wenn das Verkehrsaufkommen besonders gering ist. Es kommen aber auch noch Maßnahmen hinzu, die ursprünglich nicht zeitgleich geplant waren. „Wir haben Baustellen, die eigentlich längst hätten fertig sein sollen“, sagt Kirchheims Bürgermeister Günter Riemer und nennt als Beispiel die Bundesstraße 297. „Die Sanierung war fürs Frühjahr vorgesehen“, so Riemer. Das Land habe den Beginn dann jedoch aus Finanzierungsgründen nach hinten verschoben.
Bis Mitte Oktober dauern die Arbeiten an der Umgehungsstraße voraussichtlich an. Betroffen ist der Abschnitt zwischen der Auf- und Abfahrt Jesinger Straße und dem Kreisel Schlierbacher Straße. „Die Lindachbrücke wird komplett saniert und der Fahrbahnbelag erneuert“, informiert Christoph Lazecky vom Kirchheimer Ordnungsamt. Aktuell gibt es eine Einbahnstraßenregelung. „Aber auch eine Ampellösung ist geplant“, sagt Lazecky. Behinderungen für Autofahrer blieben da nicht aus: „Es kann zu Staus kommen.“ Umleitungen führen derzeit in Richtung Esslingen über die Jesinger Straße, die Teckstraße und die Schlierbacher Straße sowie in Richtung Göppingen über den Schafhof. Nach Ende dieser Maßnahme und den Bauarbeiten an der B 297 im vergangenen Jahr ist die Sanierung der Kirchheimer Ostumgehung aber erst einmal abgeschlossen.
Auch die Bauarbeiten am Minikreisel hätten nach dem Willen der Stadtverwaltung schon früher starten dürfen. „Die Firma, die den Auftrag bekommen hat, war aber ausgelastet“, erläutert Bürgermeister Riemer. So rollten erst vorgestern die Baumaschinen an. Sieben Wochen sollen die Arbeiten dauern. Nachdem sich der zunächst probehalber angelegte Minikreisel bewährt hat, bekommt das Provisorium nun seine endgültige Form. Dazu wird unter anderem das Kreiselinnere betoniert. Außerdem sind umfangreiche Randsteinarbeiten notwendig. Am Schluss muss dann der Beton noch aushärten.
Betroffen ist der Abschnitt vor Möbel-Rau. Deshalb gibt es an dieser „Ecke“ des Kreisverkehrs auch kein Durchkommen: Vom Amtsgericht her ist die Fahrt Richtung Schlierbacher Straße und Stadtmitte unmöglich. Auch wer auf dem Alleenring aus der Stadtmitte oder der Tiefgarage Schweinemarkt kommt, kann nicht in Richtung Ziegelwasen abbiegen. Ab 20. September verschärft sich die Situation noch für zwei Wochen: Zusätzlich wird dann die Fahrtrichtung Stadtmitte gesperrt.
Unerwartet dazugekommen ist gestern eine Baustelle der EnBW am Alleenring zwischen Mühlgasse und Plochinger Straße. Aufgrund eines Gaslecks war schnelles Handeln jedoch unerlässlich. Christoph Lazecky geht davon aus, dass der Schaden bis spätestens Donnerstagabend behoben ist. Solange gilt eine Einbahnstraßenregelung in dem Bereich.
Bewusst in die Ferienzeit gelegt hat die Stadtverwaltung die Reparaturen an der Steingaubrücke. Während der Rundumsanierung des Bauwerks sind beide Fahrtrichtungen komplett gesperrt. „Das hilft uns, die Maßnahme zügig abzuarbeiten“, so Günter Riemer. Ursprünglich geplant war, die Arbeiten innerhalb der Sommerferien abzuschließen. Christoph Lazecky hält das aber für utopisch. „Für die Sanierung braucht man trockenes Wetter“, begründet er, warum sich die Sperrung voraussichtlich noch länger ziehen wird. Wegen der Reparaturen an der Brücke kommt es auch auf der Schöllkopfstraße immer wieder zu Behinderungen. Ist dort nur eine Spur befahrbar, regelt eine Ampel den Verkehr.
Zeitgleich sorgt eine weitere Baustelle ganz in der Nähe für Behinderungen: Schon seit Monaten wird der Bereich um die die Max-Eyth-Schule saniert. Derzeit ist die Boschstraße zwischen Henrietten- und Schöllkopfstraße wegen Leitungs- und Belagsarbeiten gesperrt. „Bis zum Ende der Sommerferien soll die Maßnahme aber abgeschlossen sein“, so Christoph Lazecky.
Bereits absehbar ist auch das Ende zweier weiterer Baustellen. Bis spätestens zum Ende der Ferien wird die Sperrung im Bereich der Gaisgasse und der Ziegelstraße aufgehoben. Dort werden aktuell Fahrbahn und Wasserleitungen erneuert.
Zudem stecken der Postplatz und die untere Max-Eyth-Straße in der Endphase. Zurzeit werden noch Bordsteine und Belag hergestellt. Am Freitag, 3. September, soll alles fix und fertig sein. An diesem Tag steht nämlich die offizielle Eröffnung der Fußgängerzone in der unteren Max-Eyth-Straße an – dann dürfen Autos auch die Post nicht mehr anfahren.

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