Top: The Green Milel
USA (1999), 181 Minuten, freigegeben ab 12 Jahren
Die „Green Mile“ – das ist der Gang in einem amerikanischen Gefängnis, der von den Zellen der Verurteilten zum elektrischen Stuhl führt. Der Blockbuster „The Green Mile“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Stephen King. Normalerweise mache ich einen großen Bogen um alles, was die Aufschrift „Stephen King“ trägt. Mit Thrillern komme ich einfach nicht klar. Trotzdem habe ich mich überreden lassen, diesen Film anzuschauen – und es nicht bereut. Tom Hanks ist ohnehin ein Hammer-Schauspieler, mit dem man richtig mitfühlt. Und auch von Michael Clarke Duncan bin ich seit diesem Film ein großer Fan.
„The Green Mile“ glänzt durch glaubwürdige Schauspieler und Gänsehaut-Musik. Man lernt manche Charaktere kennen und lieben, während man andere abgrundtief hasst oder sogar richtig Angst vor ihnen hat.
In manchen Ländern ist „The Green Mile“ erst ab 18 zugelassen, in Deutschland ab 12. Ich für meinen Teil habe ihn mit 16 zu ersten Mal gesehen und muss sagen: Noch nie hatte ich bei einem Film solches Herzklopfen. Man regt sich auf, leidet mit, erschrickt sich oder ist voll am Heulen. „The Green Mile“ ist ein Film, den es sich allemal lohnt anzuschauen. Er ist beeindruckend, wenn auch nichts für schwache Nerven, denn er geht unter die Haut.
Flop: Fantastic Movie
USA (2007), 85 Minuten, freigegeben ab 12 Jahren
Es gibt Filme, die so geschmacklos und übertrieben sind, dass sie mit einem Glas Wein und guter Laune schon wieder gut sind. Beispiele sind „American Pie“ oder „Scary Movie“. Auch wenn man’s öffentlich nicht sagen würde: Jeder hat sie gesehen, und jeder hat gelacht. Diese Filme waren noch tragbar, zumindest bis zu Teil 150. Wenn dann aber irgendeine ganz, ganz große Leuchte meint, solche Filme nachmachen zu müssen – Filme, die ohnehin schon hart an der Grenze zum Unerträglichen sind – dann wird’s körperlich schmerzhaft. Heraus kommt: kein Niveau, kein Stil, kein Hirn. Und gaanz viel Langeweile.
In „Fantastic Movie“ werden viele große Blockbuster der letzten Jahre auf die Schippe genommen. Dabei geht aber leider alles verloren, was diese Filme gut gemacht hat. Für die „Goldene Himbeere“, den Preis für den schlechtesten Film, war „Fantastic Movie“ gleich in drei Kategorien nominiert. Wer so angestrengt versucht, witzig zu sein, blamiert sich nur.
Und dann werden noch Fortsetzungen dazu gedreht – oh Gott. In so etwas wie „Disaster Movie“ kriegen mich jedenfalls keine zehn Pferde.
Texte: Vanessa Frenz
Top: Blood Diamond
USA (2006), 143 Minuten, freigegeben ab 16 Jahren
Während des Bürgerkriegs im Sierra Leone der 90er-Jahre treffen zwei Menschen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten: der südafrikanische Söldner Danny Archer und Solomon Vandy, ein Fischer aus dem Volk der Mende. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach einem seltenen rosafarbenen Diamanten, den Solomon gefunden und versteckt hat, als er gezwungen wurde, in den Diamantenminen zu arbeiten. Während Vandy seine Familie retten will, erhofft sich Archer von dem Fund eine zweite Chance im Leben. Hilfe bekommen die beiden von der amerikanischen Journalistin Maddy Bowen. Für mich ist „Blood Diamond“ ein unterhaltsamer und mitreißender Film, den man gesehen haben muss. Es gibt kaum einen Film, der die Tragödie Afrikas so überzeugend widerspiegelt.
Text: Stefanie Rosentreter
Top: Unknown Identity
USA (2011), 114 Minuten, freigegeben ab 12 Jahren
Mit „Unknown Identity“ kommt endlich einmal ein Actionfilm aus Deutschland. Eigentlich handelt es sich um eine US-amerikanische Produktion, doch gedreht wurde fast ausschließlich in Berlin, weshalb man als Zuschauer einige Drehorte sofort wiedererkennt. Die Hauptrolle spielt der amerikanische Wissenschaftler Martin Harris, der mit seiner Frau für einen Biotechnologiekongress nach Berlin reist und nach einem schweren Taxiunfall sein Gedächtnis und seine Identität verliert. Nachdem Harris' Amnesie geheilt ist, bedient sich ein anderer Wissenschaftler seines Namens. Harris mobilisiert die Fahrerin des Unglückstaxis sowie einen Ex-Stasiagenten, um die Intrige aufzuklären und muss dabei feststellen, dass er sich längst im Visier eines Mordkommandos befindet.
„Unknown Identity“ ist eine gelungene Kombination aus Actionfilm und Krimi, die reich an wilden, schnellen und lauten Szenen ist. Aufgrund der berühmten Drehorte und der vielen berühmten Persönlichkeiten, die mehrmals auftauchen und teilweise wichtige Rollen spielen, büßt die erfolgreiche Neuerscheinung jedoch nichts von ihrer Glaubwürdigkeit ein.
Flop: Der AutragsloverFrankreich (2010), 105 Minuten, freigegeben ab 6 Jahren
„Der Autragslover“ ist eine Komödie, von deren Machart es derzeit einige gibt. Eine nicht zu schnulzige Liebesgeschichte, die zunächst kein Happy End erwarten lässt, da das offensichtlich zusammenpassende Paar durch „zufällig“ schlechte äußere Umstände oder, besser noch, chaotische Dritte daran gehindert wird, glücklich zu sein. Die chaotischen Dritten sind in diesem Fall die Mitglieder des Trios um den Auftragslover Alex, der von einem Geschäftsmann beauftragt wurde, seine Tochter zu verführen und somit von ihrem Verlobten zu trennen. Der ist dem Geschäftsmann nämlich ein Dorn im Auge. Wer Alex bei seinen Bemühungen zusieht, ist zunächst durchaus amüsiert, doch die Vorhersehbarkeit der Ereignisse lässt schnell Langeweile aufkommen. Da außerdem das Filmkonzept nicht gerade das originellste ist, sticht „Der Auftragslover“ nicht aus der Masse der vielen neu erschienenen Liebeskomödien heraus.
Texte: Linda Heimisch
Top: Ich - Einfach unverbesserlich
USA (2010), 95 Minuten, freigegeben ab 0 Jahren
Ein Kinderfilm ohne Altersbeschränkung und auch noch mit gelben Männchen? Der kann doch nicht gut sein! Doch, das kann er. Allerdings weiß man es erst, wenn man ihn gesehen hat. Der Film handelt von dem Super-Bösewicht Gru, der es sich zum Ziel gesetzt hat, der Menschheit das Leben schwer zu machen. Um auch weiterhin der Star unter den Bösewichten zu bleiben, adoptiert er drei kleine Waisenkinder, die ihn zusammen mit seinen versklavten gelben Minions bei seinem Plan unterstützen sollen. Der anfangs griesgrämige Gru verwandelt sich jedoch durch den Einfluss der Waisen mehr und mehr zu einem liebevollen Vater.
Eine platte Story? Nein ganz im Gegenteil. Liebevoll ausgearbeitete Details spielen eine große Rolle. Zum Beispiel wären da extrem flauschige Kuscheltiere oder ein überaus bissiges und hundeartiges Monster. Die heimlichen Stars des Films sind jedoch die gelben tollpatschigen Minions, die trotz harter Schufterei für den Bösewicht nie die gute Laune verlieren und immer einen Weg finden, sich über kleine Dinge zu freuen.
Die Ludolfs – der FilmDeutschland (2009), 101 Minuten, freigegeben ab 0 Jahren
Achtung Schnarchalarm! Diesen Film kann man ohne Aufputschmittel nicht überstehen. Die Handlung ist schnell erzählt: Der Lebensinhalt der vier Protagonistenbrüder mit dem Nachnamen Ludolf ist ein riesiger Schrottplatz. Da die Ludolfs jedoch genug vom Schrottplatzalltag haben, beschließen sie, in den Urlaub zu fahren. Leider benötigen sie die Hälfte der Spielfilmdauer, bis endlich alle einverstanden sind, wohin die Reise geht. Wer einen Höhepunkt erwartet, wird enttäuscht. Auch die zweite Hälfte des Films, die erzählt, wie die Ludolfs endlich in den Urlaub fahren, ist wenig spektakulär.
Selbst „We are Family“ ist spannender als dieser „Film“. Er handelt nicht nur von Müll und Schrott, er ist Schrott.
Texte: Ronja Most
Top: The Big Lebowksi
USA/Großbritannien (1998), 112 Minuten, freigegeben ab 12 Jahren
Der grandiose Jeff Bridges spielt in diesem Film den heruntergekommenen Alt-Hippie Jeffrey Lebowski, im Folgenden der Dude genannt, der sein Leben in Bademantel und Plastiksandalen mit Bowling, White Russians sowie Joints in der Badewanne fristet und damit überhaupt nicht unglücklich ist. Im Großen und Ganzen dreht der Film sich ... um einen Teppich, dessen Zerstörung den Dude in eine Entführung, Erpressung und allerlei undurchsichtige Machenschaften verwickelt. Ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten, denn obwohl „The Big Lebowski“ weniger spannend als schlicht fantastisch ist, kann das Ende doch überraschen.
Warum den Film anschauen? Zum einen sind wirklich alle Charaktere in dem Film ebenso spitze skizziert wie gespielt, es gibt kein Mauerblümchen, keine Figur, die nicht irgendwie herausragt. Und zum anderen wird in dem Film F**k etwa 290 Mal verwendet. Das ist etwa drei Mal pro Minute. Ach ja, und Grund drei natürlich: Jeff Bridges! Wollt ihr euch das echt entgehen lassen?
Flop: Die drei neuen Star Wars-FilmeUSA (1999, 2002, 2005, 2008)
Was soll ich sagen? Ich habe die alten Star Wars-Filme wirklich gemocht. Die Charaktere, die Machart, sogar die Ewoks, ohne die das Imperium nie besiegt worden wäre. Die neuen Filme sind … wie soll ich es sagen, ohne unfair zu klingen … scheiße. Ja, das trifft es doch ganz gut.
Aus den eigentlich recht düsteren alten Filmen sind grellbunte effektüberladene Frechheiten geworden, in denen neben vielen Logik- und Verknüpfungsfehlern auch noch der Tollpatsch Jar Jar Binks vorkommt. Alles in allem bestehen die Filme aus drei Bausteinen: Erstens: Lichtschwertkämpfe. Zweitens: Unnötig langes Gefasel von mindestens zwei Jedis, die dabei IMMER durch irgendwelche Gänge latschen. Drittens: Anakin und Padme unterhalten sich über ihre Liebe, Anakin wird währenddessen entweder machtbesessen oder suizidal.
Die neuen Star Wars-Filme sind für mich der beste Beweis dafür, dass in manchen Fällen die Geldkuh so lange gemolken wird, bis sie restlos ausgesaugt und ebenso vertrocknet wie tot ist. Für alle, die gerne englische Satire genießen, an dieser Stelle ein Tipp: Sucht mal nach Mister Plinkit und Starwars Review. Viel Vergnügen!
Texte: Max Bartelt
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