03.09.2010 - 18:23 Uhr

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Knarrende Motoren

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Gestern stellten die Schlepperfreunde Ötlingen-Lindorf bereits zum sechsten Mal im Rahmen des Hägelesfestes historische Traktoren zur Schau. In diesem Jahr gab es einen Besucher- und Ausstellerrekord.

Patrick Tosolini

Kirchheim. Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich Jung und Alt im Gewann Hägele in Ötlingen. „Dieses Jahr haben wir dem Wetter sehr viel zu verdanken“, freut sich Wolfgang Retter von den Schlepperfreunden. „Wenn es heute geregnet hätte, wäre es wohl beschaulicher geworden.“

Das Hägelesfest wird bereits seit dem Jahr 2000 veranstaltet. Die Schlepperfreunde waren zu dieser Zeit noch eine lose Gruppierung. Seit 2003 sind sie ein eingetragener Verein. „Wir hatten immer die Absicht, mit dem Hägelesfest so viele Menschen wie möglich anzusprechen“, sagt Wolfgang Retter. In diesem Jahr rechnete man mit bis zu 4 000 Besuchern. Auch die Zahl der ausgestellten Fahrzeuge ist höher denn je: etwa 200 bis 250 Exemplare. Das Fest begann um 10 Uhr mit dem Gottesdienst im Festzelt. Anschließend spielte der Musikverein Ötlingen zum Frühschoppen auf. Ein Höhepunkt des Festes waren die alten Bulldogs, die auf dem Acker pflügten.

Der Begriff „Bulldog“ wurde durch einen ganz speziellen Schlepper geprägt: Der „LANZ Mannheim Bulldog D-9506“ gab einer ganzen Fahrzeugsparte ihren Namen. „In Baden-Württemberg spricht man – wenn es sich um Trecker und Schlepper handelt – immer von Bulldogs“, erklärt Retter. Er selbst fährt auch einen Ur-Bulldog.

Einen Kontrast zu den verschiedenen historischen Maschinen und Fahrzeugen stellte ein Schlepper der neuesten Generation dar. Er pflügte den gleichen Ackerabschnitt innerhalb eines Bruchteils der Zeit, die die traditionellen Geräte benötigten. „Heutzutage sind Traktoren viel leistungsstärker, effizienter und vor allem komfortabler“, sagt Retter. „Diese Arbeit konnte damals nur von mehreren Menschen in mühevollen Stunden verrichtet werden.“

Auch für die jüngeren Besucher gab es bei dem Fest etwas zu erleben. Die Kinderkirche der evangelischen Kirchengemeinde Ötlingen hatte extra einige Aktionen für die Kleinen vorbereitet. So konnten die Mädchen und Jungen beispielsweise Seile knüpfen oder aus Heu Kränze flechten und diese dann auch noch verzieren. Daneben gab es die Möglichkeit, während einer 15-minütigen Rundfahrt über Feldwege und Äcker auf präparierten Anhängern mit erhöhtem Geländer und Strohballen als Sitzgelegenheiten, die Landschaft rund ums Gewann Hägele zu genießen.

Neben der Rundfahrt gab es in diesem Jahr auch einen Mähdrescher der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen zu sehen, der mit Hilfe von Glas so präpariert wurde, dass die Besucher seine Funktionsweise sehen und somit nachvollziehen konnten. „Es ist interessant, wenn man sieht, wie solch ein Gerät funktioniert“, fügt Wolfgang Retter hinzu.

„Dieses Jahr haben wir auch Oldtimer aus der Region eingeladen“, sagt er. Einige dieser Oldtimer-Fahrzeuge wie ein älterer Porsche, eine BMW Isetta oder ein VW Käfer waren zu begutachten. „Wir versuchen das Programm stets ein klein wenig zu verändern, um dafür zu sorgen, dass es nicht immer dasselbe Fest bleibt. Im Grundsatz ist es aber immer das geblieben, was es von Anfang an war: ein Familienfest für Jung und Alt“, sagt Retter.

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