Stadt Kirchheim sieht Nachwuchs für Ötlinger Haldenkindergarten gesichert
Neubau statt Container

Im Ötlinger Haldenkindergarten fehlen Plätze. Das ist jetzt schon so, und das wird auch so bleiben. Die Wohngebiete um den Kindergarten sind vom Generationswechsel gekennzeichnet, außerdem siedeln sich im Neubaugebiet Halde junge Familien an. Deshalb hat die Stadt jetzt einen Neubau ins Auge gefasst für 3,4 Millionen Euro.

Kirchheim. Ursprünglich sollten im Haldenkindergarten zehn Plätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden. Geplant war ein neuer Verbindungsbau zwischen den beiden bestehenden Kindergartengebäuden. Doch die Kosten beliefen sich nach ersten Schätzungen auf 400 000 Euro. „40 000 Euro pro Betreuungsplatz, das sprengt jede Dimension“, machte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker in der Sitzung des Technischen Ausschusses klar. Bekanntlich bezuschusst die Stadt die Schaffung neuer externer Betreuungsplätze mit 26 000 Euro. Aufgrund dieser Situation und der Tatsache, dass die Kinderzahlen in Ötlingen in naher Zukunft nicht abnehmen werden, hat die Verwaltung nun den Kindergarten näher untersucht und zwei Alternativen erarbeite: eine Containerlösung und einen Neubau.

Die Container könnten an eines der Gebäude angebaut werden und zwei U 3-Gruppen beherbergen. Auch hier wäre aber mit Kosten von 700 000 Euro zu rechnen, etwa 35 000 Euro pro Platz. Außerdem beanspruchen die Container wertvolle Spielfläche im Freien. Das Wichtigste ist aber, dass sich damit an den beiden in die Jahre gekommenen Kindergartengebäuden nichts verbessern würde.

Deshalb tendiert das Gremium mehr zum Neubau. In diesem könnten dann statt bisher vier dauerhaft sechs Gruppen untergebracht werden. Wie Hochbauamtsleiter Wolfgang Zimmer erläuterte, müssten dazu die beiden abgewohnten Gebäude aus den 60er-Jahren mit hohem Energieverbrauch weichen. Die Bauarbeiten könnten in zwei Abschnitten durchgeführt werden.

Sprecher aller Fraktionen betrachteten es als ausgesprochen wichtig, beim Haldenkindergarten für eine Verbesserung der Situation zu sorgen, und wiesen auf den Standortfaktor Kinderbetreuung hin. Von einem Schock sprachen einige Bürgervertreter allerdings im Hinblick auf die Kosten. Schließlich war man noch im vergangenen Jahr von einer Investition von lediglich 250 000 Euro ausgegangen. Mehrere Redner drängten daher vehement darauf, alle Einsparpotenziale auszuschöpfen.

Einstimmig bei einer Enthaltung folgte das Gremium dem Antrag der Verwaltung: Die Neubauvariante soll nun weiterbearbeitet werden, der Baubeschluss dürfte dann in der nächsten Sitzungsrunde fallen.

 

AUFGESCHNAPPT: Mit der grundsätzlichen Warnung, sich nicht durch Worte einlullen zu lassen, verknüpfte Stadtrat Ulrich Kübler einen Seitenhieb auf das blumige Architektendeutsch in der Sitzungsvorlage. Er zitierte: „Raumkonzept und Architektur haben entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Kinder.“ Natürlich sei dies so, aber letztlich sei es nichts anderes als wenn er als Metzger sage: „Für Kinder ist es gut, täglich Wurst zu essen.“