25.08.2010 - 08:21 Uhr

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Open-Air-Kino geht in die Vollen

rum

Zuerst die schlechte Nachricht: Der August ist in der „oberen Etage“ beim Griff in die Wetterkiste mit dem April verwechselt worden. Das hat Sommernachtskino-Veranstalter Reimund Fischer bisher gewaltig die Bilanz verhagelt. Doch weil der Eventmanager zu den unverbesserlichen Optimisten gehört, lautet die gute Nachricht: Das Open-Air-Kino läuft nun bis zum 10. September – fünf Tage länger als geplant.

richard umstadt

Kirchheim. Dieser, an Wetterkapriolen reiche „Sommer“ birgt für Freiluft-Eventveranstalter so manches Risiko. Um dies einzusehen, muss man nicht Kachelmann heißen. Bereits der Start des sechsten Kirchheimer Sommernachtskinos Mitte August wurde von Güssen begleitet. Die ersten sieben Tage waren ein eher nasses „Vergnügen“. Da konnte auch das Prädikat „schönster Freiluftkinosaal am Albtrauf“ kaum jemanden hinterm Ofen hervorlocken. Dennoch zählte Veranstalter Reimund Fischer 3 000 hartgesottene Filmenthusiasten – „das Verdienst einer inzwischen treuen Stammkundschaft“, freute sich der Eventmanager.

Immerhin 94 Kinobesucher harrten unter Regencapes und Planen aus, als der Himmel die Schleusen öffnete. Es war der Tag, an dem sonst niemand daran dachte, ins Open-Air-Kino zu gehen. Allerdings gab es in den vergangenen Jahren auch schon Abende im Sommernachtskino auf dem Kirchheimer Martinskirchplatz, an denen noch mehr Stühle frei waren. „2006 zum Beispiel hatten wir an einem Abend gerade mal 25 Gäste“, erinnert sich Reimund Fischer – sozusagen Frischluftkino in familiärer Atmosphäre.

Insgesamt betraten seit Beginn des Sommernachtskinos am 12. August laut Veranstalter 7 600 Cineasten den mehr oder weniger trockenen roten Teppich. In der gleichen Zeitspanne 2009 waren es rund 11 000 Besucher, zieht Fischer einen Vergleich.

Den größten Erfolg 2010 hatte das Sommernachtskino bislang mit dem Film „Zweiohrküken“, den 800 hauptsächlich weibliche Til-Schweiger-Fans sehen wollten. „Robin Hood“ rangiert mit 749 Besuchern auf Platz zwei und „Soul Kitchen“ mit 612 Zuschauern auf Rang drei. Das ist eine Zwischenbilanz, doch noch ist nicht aller Kinotage Abend, denn Reimund Fischer verlängert das Sommernachtskino zu einem Mega-Filmevent um fünf auf 30 Tage, bis zum Freitag, 10. September.

„Die evangelische Kirche unterstützt uns, und wir sind zuversichtlich, dass es wieder richtig Sommer wird“, ist der Veranstalter immer noch guter Dinge, zumal er in der Verlängerung mit topaktuellen Filmen aufwarten kann. Etwa „Same same but different“ von Detlev Buck am Montag, 6. September; „Inception“ mit Leonardo DiCaprio am Dienstag, 7. September – hier erwartet Fischer noch die schriftliche Zusage; „Das Konzert“, in Frankreich ein riesen Publikumserfolg, am Mittwoch, 8. September; „Der kleine Nick“, eine Filmkomödie für die ganze Familie, am Donnerstag, 9. September; und schlussendlich fünf „Kindsköpfe“, mit und von Adam Sandler, am Freitag, 10. September.

Ein Blick in den Hundertjährigen Kalender lässt hoffen. Dort sagt Abt Dr. Mauritius Knauer vom 10. bis 29. August schönes warmes Wetter voraus, prophezeit am 30. und 31. August „ungestümes Wetter“, vom 1. bis 8. September gefolgt von ei­nem „ungestümen, unlustigen und regnerischen Wetter“. Der 9. und 10. September soll dann wieder schön werden. Diese Wetterregel stellte der Gottesmann freilich bereits in den Jahren 1652 bis 1658 nach Wetterbeobachtungen in seinem Zisterzienserkloster Langheim auf.

Der Begriff Klimawandel war damals unbekannt, spielt aber heute zunehmend eine große Rolle. Zumal bei Open-Air-Veranstaltungen. Und obwohl die aktuellen Wettervoraussagen immer genauer werden, sind sie aufgrund der fehlenden Dichte der Messeinrichtungen noch nicht so weit, das Lokalklima richtig vorhersagen zu können. Deshalb kann es auf dem Kirchheimer Martinsplatz durchaus angenehm warm und trocken sein, wenngleich für die Region Stuttgart Regen angekündigt wurde.

Weitere Informationen zum Sommernachtskino gibt es auf www.sommernachtskino.com im Internet.

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