Sieben Jahre soll nach den Vorstellungen des Staatsanwalts ein 34-jähriger Mazedonier wegen bandenmäßigen Gaststätten- und Spielhalleneinbrüchen hinter Gitter.
BERND WINCKLER
Stuttgart. Vor dem Stuttgarter Landgericht geht damit der Prozess gegen das letzte Mitglied einer Einbrecherbande in die Endrunde. Es geht um insgesamt 35 Einzeltaten in Kirchheim, Wernau, Wendlingen, Lenningen und Dettingen.
Gestern sollte vor der 19. Großen Strafkammer des Stuttgarter Landgerichts die umfangreiche Beweisaufnahme endgültig abgeschlossen werden. Damit wäre ein Prozess um zahlreiche nächtliche Einbrüche nach genau einem Vierteljahr zu Ende.
Immerhin hat der Staatsanwalt schon vor vielen Wochen gesagt, dass er für den Mazedonier einen Strafantrag nicht unter sieben Jahren stellen will. Der Grund: Der Mann ist nicht voll geständig. Doch die Beweisaufnahme konnte gestern noch nicht beendet werden. Denn die Verteidigerin stellte zwei neue Beweisanträge für ihren Mandanten. Zuvor hatten die Richter eine Reihe von Anträgen abgelehnt, die zum Teil dahin zielten, neue Zeugen auch aus dem Ausland zu hören, um damit die Unschuld des 34-Jährigen zu beweisen. Allerdings sind sich die Richter jetzt schon teilweise darin einig, dass dem Angeklagten Gaststätten- und Spielhalleneinbrüche „nicht wesensfremd sind“. Immerhin ist er wegen solcher Taten bereits mehrfach vorbestraft.
Am gestrigen Verhandlungstag haben die Richter einen Teil der umfangreichen Anklage gegen den 34‑Jährigen per Einstellung unter den Tisch fallen lassen. Darunter auch den nächtlichen Einbruch vom 25. Juni vergangenen Jahres in ein Spielecenter in Wernau, bei dem ein Schaden in Höhe von 2 000 Euro entstand und die Beute selbst nur 200 Euro ausmachte – ebenso der Einbruch in eine Nürtinger Gaststätte und eine Spielhalle bei Karlsruhe. Das Angebot der Strafkammer, bei einem Geständnis nicht über eine Strafhöhe von fünf Jahren zu gehen, hatte der Angeklagte abgelehnt. Deshalb fordert der Staatsanwalt jetzt sieben Jahre Haft.
Am 27. September soll der Prozess nun endgültig beendet werden. In der Zwischenzeit haben die Beteiligten Gelegenheit, sich Gedanken für ihre Plädoyers zu machen.

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