27.05.2006 - 01:15 Uhr

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Sport wird wieder möglich

In der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie in Nürtingen wird jetzt neuerdings auch ein knochenerhaltendes Implantat für das Hüftgelenk verwendet.

NÜRTINGEN Bei herkömmlichen Verfahren zur Operation einer Hüftarthrose wird der Oberschenkelhals durchtrennt, der Hüftkopf entfernt und durch ein Implantat ersetzt, das im Oberschenkelschaft verankert wird. "Bei der neuen Methode wird der Kopf des Oberschenkelknochens nicht entfernt", wie Dr. Bopp, Chefarzt der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie in Nürtingen erläutert, "sondern in einer knochensparenden Vorgehensweise nur so weit bearbeitet, dass er mit einer Kappe aus Metall versehen werden kann. Die Methode ist mit der Überkronung eines Zahnes vergleichbar".

Das neue Verfahren ist in erster Linie für Menschen gedacht, die bereits in jungen Jahren ein erkranktes Hüftgelenk haben, das mit einer Prothese versorgt werden muss. Bei diesen Patienten ist davon auszugehen, dass sie im Laufe ihres Lebens eine weitere Prothese benötigen. Die durchschnittliche "Lebensdauer" der künstlichen Gelenke liegt bei 10 bis 15 Jahren.

Durch die knochensparende Technik am Hüftkopf besteht im Falle eines weiteren Eingriffs eine günstigere Ausgangssituation. Außerdem wird bei diesem Verfahren die natürliche Physiologie der Hüfte besonders gut nachgestellt, sodass auch sportliche Aktivitäten wieder möglich werden.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass im Vergleich zu herkömmlichen Implantaten ein Auskugeln deutlich seltener auftritt.

"Wichtig ist, dass jeder Patient individuell mit seinem behandelnden Arzt besprechen muss, welche der gängigen Methoden die für ihn beste ist. Denn bei Osteoporose-Patienten oder wenn bereits starke Defekte im Hüftkopf vorliegen, ist die Ausgangssituation eine völlig andere", stellt Chefarzt Dr. Bopp fest.

Fast immer ist es der Bewegungsschmerz, in späteren Stadien auch der Ruheschmerz, der den Patienten zum Arzt führt.

Das eigentliche Behandlungsziel der Hüftgelenksarthrose besteht darin, Schmerzfreiheit zu erreichen und die Beweglichkeit zu verbessern, um damit insgesamt die Lebensqualität des Patienten zu erhöhen.

Die letzte Maßnahme ist dann der Ersatz des eigenen Gelenks durch ein Kunstgelenk, eine so genannte Endoprothese.

pm

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