16.08.2010 - 16:13 Uhr

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Über Stock und über Steine . . .

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Waldspaziergänge sind für Erwachsene schön und erholsam. Kinder finden sie aber manchmal ziemlich langweilig. Das gilt jedoch nicht für den Wald-Sinnespfad in Bad Boll: Der „Sinnes-Wandel“ bietet seinen Besuchern zwar einerseits Natur und Ruhe. Er sorgt aber mit zehn Stationen und unbefestigten Wegen auch für Abwechslung und bietet völlig neue Erlebnisse und Eindrücke.

Bianca Lütz-Holoch

Bad Boll. Um es vorwegzunehmen: All diejenigen, die einen gemütlichen Spaziergang auf gekiesten Wegen planen, können ihn im Boller Badwäldle zwar bekommen. Sie sollten dann allerdings nicht den kleinen, runden Schildern mit der Aufschrift „Sinnes-Wandel“ folgen . . .

Denn wer am Ausgangspunkt das Baumtor mit dem lustigen Kopf durchschreitet und sich auf den Wald-Sinnespfad begibt, betritt unbefestigten Boden: Ein Trampelpfad schlängelt sich über Wurzeln, Steine und Bäche, steil bergauf und bergab durch kleine Tobel und Klingen. Für Kinder ab drei oder vier Jahren, die schon ganz gut zu Fuß sind, ist das ein herrliches Erlebnis. Am Bach lässt es sich hervorragend mit Steinen, Matsch und Holz spielen, kleine Abenteurer können Staudämme und Brücken bauen.

Immer weiter am Bach entlang führt der Pfad zu Station zwei. Ein ziemlich steiler, rutschiger Anstieg, bei dem, wie auch an anderen heiklen Stellen, Holzgeländer helfen, dann ist es geschafft: Das Huteiche-Labyrinth lädt dazu ein, den richtigen Weg durch die Steinreihen zu dem großen Baum in der Mitte zu finden. Immer wieder stehen zwischen den Findlingen Ruhebänke, auf denen sich die Besucher ausruhen und mit Verpflegung aus dem Rucksack stärken können.

Jeder der gut ausgeschilderten Wegabschnitte hat seine eigenen Reize und Tücken, an jeder der liebevoll und kreativ gestalteten Stationen können Kinder und Erwachsene Natur auf neue Arten entdecken. So führt eine Baumstamm-Brücke über eine Klinge, die schmal ist wie ein Schwebebalken. Allerdings ist die Gehfläche links und rechts durch eng gesetzte Holzlatten gesichert, sodass keine Absturzgefahr besteht. Auf einer Holzmatte, die an den Bäumen befestigt ist, lässt es sich entspannt in die Baumwipfel blicken. Wer durch den Klangwald wandelt, kann den eigentümlichen Geräuschen lauschen, die die unterschiedlich dicken, baumelnden Stämme erzeugen.

Für den etwa zwei Kilometer langen Rundweg benötigt eine Familie mindestens eine Stunde. Extra Zeit sollte man für einen Stopp am Waldspielplatz einplanen, der sich am Ausgangs- beziehungsweise Endpunkt des Rundwegs befindet. Dort gibt es eine Rutsche, Schaukeln, eine Wippe, einen Sandkasten, eine Seilbahn, ein Hänge-Karussell und eine Grillstelle, die am Testtag allerdings gesperrt war.

Ein paar Tipps zum Schluss: Solange der Boden feucht ist – und das ist er diesen Sommer eigentlich immer – sind die Auf- und Abstiege auf dem Naturpfad ziemlich schlammig und rutschig. Besucher sollten unbedingt festes Schuhwerk mit guten Sohlen tragen und einigermaßen trittsicher sein. Steht danach noch ein anderer Termin hat, empfiehlt es sich, ein sauberes Paar Ersatzschuhe einzupacken. Für Kinderwagen ist der Pfad gar nicht geeignet. Wegen der Rutsch- und Stolpergefahr ist auch davon abzuraten, Kleinkinder in Tragehilfen mitzunehmen. All diejenigen, die sich den Trampelpfad nicht zutrauen, können einzelne Stationen aber auch von befestigten Wegen erreichen. Neben dem Sinnespfad gibt es im Badwäldle auch noch einen Naturpfad mit zehn Wissens-Stationen, die sich für Schulkinder eignen. Teilweise überschneiden sich die Pfade.

Wer übrigens tatsächlich die Ruhe und Naturgeräusche im Badwäldle und am angrenzenden Spielplatz genießen möchte, sollte den „Sinnes-Wandel“ während der Trainingszeiten des benachbarten Schützenvereins meiden. Dort wird dienstags und freitags ab 16 Uhr sowie samstags ab 14 Uhr geschossen.

Parkplätze stehen am Boller Parkplatz P3 Badstraße/Pappelweg zur Verfügung. Von dort aus läuft man etwa zehn Minuten zu Fuß bis zum Naturpfad. Der Besuch ist kostenlos. Ein Info-Faltblatt zum „Sinnes-Wandel“gibt es als PDF im Internet auf der Homepage www.bad-boll.de oder als gedrucktes Faltblatt am Parkplatz sowie bei der Bad Boll Info im Boller Rathaus. Interessierte Privatpersonen, Schulklassen oder Kindergärten können bei Förster Martin Gerspacher unter der Telefonnummer 0 71 64/22 61 auch Führungen über den Sinnespfad buchen. Der „Sinnes-Wandel“ hat Ende Mai dieses Jahres eröffnet und ist in Zusammenarbeit der Stadt Bad Boll mit dem Revierförster Martin Gerspacher entstanden.

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