Kirchheim. Nächstes Jahr soll in einem ersten Bauabschnitt die Sanierung der Martinskirche beginnen. Zuerst wird der Dachstuhl instand gesetzt. Danach sind zwischen 2014 und 2017 das Mauerwerk und die Fenster an der Reihe. Und im Jahr 2018 wird die Renovierung des Innenraums der Kirche in Angriff genommen. Insgesamt verschlingt die Sanierung voraussichtlich 2,9 Millionen Euro. „Die Kirchengemeinde kann das nicht alleine stemmen“, betonte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker gestern bei einem Pressegespräch. „Deshalb sehe ich auch die weltliche Gemeinde in der Pflicht.“ Schließlich gehe es um ein Wahrzeichen der Teckstadt, das man erhalten müsse.
Um die Sanierung der Kirche komme man nicht umhin, sie sei zwingend, fügte Matt-Heidecker hinzu. Ob sich die Stadt an den Kosten beteiligt, hänge nun allerdings von der Entscheidung des Gemeinderats ab. Die Oberbürgermeisterin hofft jedenfalls auf Zustimmung aus den Reihen des Gremiums. „Denn die Martinskirche ist ein Zeichen der Stadtgeschichte.“ Auch sie persönlich hänge sehr an dem Gotteshaus, in dem sie getauft und konfirmiert wurde und geheiratet hat, fügte die Oberbürgermeisterin nebenbei hinzu. „Kirchheim ohne die Martinskirche wäre nicht vorstellbar. Ich hoffe, der Gemeinderat sieht das genauso.“
Um das Gotteshaus, das zuletzt im Jahr 1963 saniert wurde, langfristig erhalten zu können, wurde vor vier Jahren die Stiftung Martinskirche gegründet. „Es ist bewundernswert, was die Stiftung schon auf die Beine gestellt hat. Und es gibt viele weitere Ideen“, sagte Matt-Heidecker. Eine davon startet am Dienstag, 28. Februar, um 19 Uhr in der Martinskirche: eine neue Vortragsreihe zum Themenkomplex „Werte, Ethik und erfolgreiches Wirtschaften“.
Die Veranstaltungsreihe werde in Zusammenarbeit mit der Stadt Kirchheim und der evangelischen Kirchenpflege sowie mit Unterstützung unterschiedlicher Wirtschaftsverbände initiiert, sagte Dekanin Renate Kath. Ein Mal im Jahr soll dabei ein Vortrag mit interessanten Referenten stattfinden. Ziel der Vortragsreihe sei es, die Aufmerksamkeit auf die Martinskirche als Stadtkirche zu lenken. Die Kirche solle als Institution wahrgenommen werden, die Werte vermittelt und ein Ort der Begegnung und des Austauschs darstellt.
„Der Eintritt zu den Vorträgen ist zwar nicht billig“, räumte die Dekanin ein. Aber der Erlös aus den Veranstaltungen soll in voller Höhe der Stiftung und damit dem Erhalt der Martinskirche zugutekommen. Die Kosten für die Veranstaltungsreihe trage ein Stiftungsratsmitglied, worüber die Dekanin „richtig glücklich“ ist. Aktuell verfüge die Stiftung über einen Stiftungsstock von etwa 200 000 Euro. In elf Jahren wolle man eine halbe Million Euro im „Sparstrumpf“ haben.
„Wir rufen die Vortragsreihe ins Leben, um die Kirche bei der Bevölkerung noch mehr zu verankern“, betonte Matthias Bankwitz, der dem Stiftungsrat angehört. Die Veranstaltungen richten sich an alle Interessierten – und ausdrücklich an Unternehmer, verdeutlichte er. „Ethisches Handeln in der Wirtschaft liegt mir am Herzen.“
Zum Auftakt konnten die Organisatoren Pater Dr. Dr. Hermann-Josef Zoche gewinnen, der am 28. Februar über das Thema „Jesus und die Marktwirtschaft – Biblische Grundlagen für menschliches Wirtschaften“ referiert. Zoche ist Pfarrer in Waldkirch und hat in katholischer Theologie und allgemeiner Philosophie promoviert. Themenschwerpunkt in seinen Vorträgen ist die Ethik für Manager und Führungskräfte.
„Es wird spannend, wie gut die Vortragsreihe angenommen wird“, sagte Renate Kath, die freilich auf zahlreiche Besucher hofft. Die jährlichen Vorträge jedenfalls sollen sich möglichst zu „einer Dauereinrichtung in Kirchheim“ entwickeln.
Karten für den Vortrag am 28. Februar sind im Vorverkauf bei der Volksbank und der Kreissparkasse in Kirchheim, bei der evangelischen Kirchenpflege, der Kirchheim-Info und beim Teckboten erhältlich.
