Esslingen. Die von den Kreiskommunen angebotenen 0,31 Cent pro Einwohner deckten nicht einmal die Hälfte der Kosten des Esslinger. „Die Insolvenz ist noch nicht vom Tisch“, sagt Bertram Baresel.
In einem Brief an alle Bürgermeister fordern Baresel und Martin Pechmann, der Vorsitzende des Tierschutzvereins Nürtingen, Neuverhandlungen: 86 Cent pro Jahr und Einwohner sind ihren Berechnungen nach notwendig, um die Fundtiere aus dem Landkreis kostendeckend zu versorgen. Eine Arbeitsgruppe des Gemeindekreistagsverbands hatte diesen geforderten Satz auf 31 Cent gedrückt – dennoch liegt bis jetzt nur von 18 der 41 betroffenen Kommunen eine Zusage vor. Unter anderem Ostfildern und Baltmannsweiler wollen sich nicht an der Vereinbarung beteiligen. Damit steigt laut Baresel der planmäßige Verlust allein für das Tierheim Esslingen in diesem Jahr auf 231 000 Euro. „Aber selbst bei einer Beteiligung aller Städte und Gemeinden würde sich das Defizit nur auf 166 000 Euro verringern“, rechnet Baresel vor. Das könne der Tierschutzverein nicht auffangen. Und selbst wenn ein interfraktioneller Antrag im Kreistag Erfolg hätte, der vorsieht, den Tierheimbeitrag über die Kreisumlage einzuziehen, sei der Fundtiervertrag für den Tierschutzverein nicht annehmbar. Der Satz sei so oder so zu gering.
Wie geht es jetzt weiter? „Wir warten jetzt mal die Reaktionen der Bürgermeister auf den Brief ab. Und wir hoffen, dass wir jetzt mit den entscheidenden Leuten in Verhandlungen treten können.“ Wenn es zu keiner Einigung kommt, laufen zunächst die bestehenden Verträge weiter beziehungsweise das Tierheim rechnet die Kosten für die Fundtiere einzeln mit den Kommunen ab. Baresel schätzt, dass er mit den 150 000 Euro Spenden, die durch die große Hilferuf-Aktion seit November eingegangen sind, das Tierheim noch bis Mai weiterbetreiben kann.
„Die Städte und Gemeinden spielen auf Zeit, in der Hoffnung, dass doch noch Erbschaften fließen“, vermutet Baresel. Tatsächlich konnte der Tierschutzverein Esslingen in den Jahren zuvor die Verluste seines Tierheims vor allem durch Erbschaften ausgleichen. Doch die sind seit Längerem ausgeblieben. „Wir sind finanziell einfach nicht mehr in der Lage, Städte und Gemeinden jedes Jahr mit mehr als 300 000 Euro zu subventionieren“, sagt Baresel.

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