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Im Owener Gemeinderat hat es erst eine Grundsatzdiskussion und dann eine Grundsatzentscheidung zum Thema „Kinderbetreuung an der Grundschule“ gegeben. Demzufolge soll die Stadt vom kommenden Schuljahr an Betreuungsmöglichkeiten von 7 bis 16 Uhr an vier Tagen in der Woche anbieten. Der Kostendeckungsgrad wurde auf 83 Prozent festgesetzt.
Andreas Volz
Owen. Bürgermeisterin Verena Grötzinger stellte im Gemeinderat zunächst die Ergebnisse einer Elternumfrage vor: Von 113 Fragebögen waren 102 zurückgekommen. Bei 49 Kindern zeigten sich die Eltern interessiert an einem Betreuungsangebot, das über den eigentlichen Grundschulunterricht hinausgeht. Der jeweilige Bedarf war sehr unterschiedlich. Den einen reicht bereits die Verlässliche Grundschule von 7 bis 13 Uhr. Andere hätten einen Betreuungsbedarf von 7 bis 14 Uhr, was dann auch ein Mittagessen an der Schule mit einschließen würde. Auf besonders große Nachfrage würde der Umfrage zufolge aber eine Hausaufgaben- und Ferienbetreuung stoßen und sogar eine Ganztagsbetreuung von 7 bis 16 Uhr. Ebenfalls eine größere Anzahl an Eltern hätte zumindest an einzelnen Tagen Interesse an einer solch intensiven Ganztagsbetreuung.
Bürgermeisterin Grötzinger bewertete die Zahlen wie folgt: „Es gibt einen grundsätzlichen Bedarf. Da werden vielleicht nicht 49 Kinder angemeldet, aber eben auch nicht nur zehn. Wir müssen von Anmeldungen in angemessener Anzahl ausgehen.“ Da es in Owen die Verlässliche Grundschule von 7 bis 13 Uhr bereits gebe und auch eine Hausaufgabenbetreuung von 14 bis 16 Uhr, müsse die Stadt eigentlich nur noch für die Zeit von 13 bis 14 Uhr sorgen und damit auch für ein Mittagessen.
Bis September 2010 sei das kurzfristig umzusetzen, auch wenn die dauerhaft geeignete Lösung darin bestehe, einen Hort an der Grundschule einzurichten. Verena Grötzinger sprach von einer vorläufigen Ganztagsbetreuung „in drei Modulen“. Die Eltern könnten sich demzufolge individuell entscheiden, ob die Betreuung ihres Kindes bis 13 Uhr, bis 14 Uhr oder bis 16 Uhr dauern soll.
Zu den Kosten sagte die Bürgermeisterin, dass sie sich auf 58 000 Euro im Jahr belaufen würden. Davon entfielen 51 000 Euro auf Personalkosten. Dem stünden Einnahmen von 48 000 Euro gegenüber. 41 000 Euro kämen aus den Gebühren, die die Eltern für die Betreuung zu zahlen hätten. 7 000 Euro könnte die Stadt Owen als Zuschuss erhalten. Verena Grötzinger hielt es für angemessen, wenn die Stadt ein Defizit von 10 000 Euro übernimmt. Der Kostendeckungsgrad würde dann bei 83 Prozent liegen. „Das ist zwar eine freiwillige Leistung, dient aber unserer Standortsicherung als kinderfreundliche Kommune. Wir müssen gewährleisten, dass junge Familien herziehen oder auch hier wohnen bleiben möchten.“
Grundsätzlich sprach sich der Gemeinderat in der anschließenden Diskussion dafür aus, das Betreuungskonzept vom Kindergarten auch auf die Grundschule auszuweiten. Umstritten war dagegen die Frage nach dem Kostendeckungsgrad. Reiner Kerzinger bekannte: „Ich tendiere zur vollen Kostendeckung.“ Unterstützung erhielt er von Hans-Jörg Schmid: „Ich bin strikt dagegen, dass die Stadt da Zuschüsse gibt. Das wäre eine schreiende Ungerechtigkeit gegenüber denen, die das Angebot nicht brauchen, aber mitfinanzieren sollen.“ Über Härtefälle könne man sich natürlich unterhalten, etwa bei alleinerziehenden Müttern.
Ganz anderer Meinung war Sibylle Schmid-Raichle: „Ich möchte mir nicht anmaßen zu sagen, ob jemand arbeiten muss oder nicht.“ Wenn beide Eltern verdienen würden, und vielleicht sogar gut, dann profitiere die Stadt davon durch deren Einkommensteuer. Und Zuschüsse zahle die Stadt schließlich auch für Hallenbenutzungen oder für die Musikschule. Ganz ähnlich argumentierte Bürgermeisterin Grötzinger: „Von einer hundertprozentigen Kostendeckung sind wir in vielen Bereichen entfernt, teilweise sogar weit.“ Außerdem habe die Betreuung auch soziale Aspekte.
Die Abstimmungsergebnisse waren eindeutig: Die 100 Prozent fanden vier Befürworter, die 83 Prozent dagegen acht, bei einer Enthaltung.
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