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Kinder sind nicht gleich. Auch wenn 35 von ihnen in einer Klasse sitzen, muss den Lehrern bewusst sein, dass jedes Kind unterschiedlich lernt und er muss sich darauf einstellen. Dabei geht es nicht nur um unterschiedlich schnelle Auffassungsgaben – manche Kinder brauchen wegen ihrer Lese-Rechtsschreib-Schwäche oder weil sie sehbehindert oder leicht autistisch sind, unterschiedliche Förderungen.
Gesa von Leesen
Esslingen. Unter dem Titel „Es ist normal, verschieden zu sein“ trafen sich mehr als hundert Lehrer aus dem Kreis in der Schule für Sprachbehinderte des Rohräckerschulzentrums in Esslingen. Sie beschäftigten sich mit Unterrichtsformen für hochbegabte, blinde oder chronisch kranke Schüler, mit Sprachförderung für Einwandererkinder und den Möglichkeiten, sich von außen Hilfen dazuzuholen.
Anlass für die Fortbildung ist eine Verwaltungsvorschrift von 2008, nach der verpflichtender als bisher festgelegt ist, dass Kinder nach Möglichkeit in der Regelschule bleiben sollen. „In Schulen gab – oder gibt – es oft den Reflex, ein Kind, das nicht mitkommt, auszusondern“, sagte Günter Klein, Amtsleiter des Staatlichen Schulamtes in Nürtingen. „Nun besagt aber die Vorschrift, dass jedes Kind in der Regelschule gefördert werden muss. Das bedeutet, wir brauchen einen Perspektivenwechsel.“
Zwar gebe es schon eine ganze Reihe von Schulen, die erfolgreich daran arbeiteten, auch ihre auf den ersten Blick schwächeren Schüler mitzunehmen, erklärte Klein. So greife die Burgschule in Esslingen auf unterstützende Begleiter für bestimmte Kinder zurück, die Teck-Realschule in Kirchheim integriere gemeinsam mit der Jugendhilfe ein Kind mit Asperger-Syndrom (leichte Form von Autismus), und man habe im Kreis sogar ein Gymnasium, an dem kein Schüler sitzen bleibe. „Das zeigt, dass dort jeder Schüler die Unterstützung bekommt, die er braucht“, meint Klein. Doch insgesamt sei man auf vielen Feldern noch auf dem Weg und gerade Realschulen und Gymnasien täten sich schwer damit, zu akzeptieren, dass sie auch für auffällige Kinder da sein müssen.
Um Kinder mit mehr oder weniger schwerem Handicap zu integrieren, gebe es eine Reihe von Hilfen, so Klein. Diese reichten von zusätzlichen Stunden für die Schulen über persönliche Begleiter für einzelne Schüler bis hin zu sonderpädagogischen Diensten oder Extra-Klassen für Legastheniker. Auch über diese Hilfsmöglichkeiten und wie man sie bekommt, wurde am Fortbildungstag informiert. Klein: „Wir wollen weg von der scharfen Trennung: Hier sind die Normalen und da die Sonderschüler. Damit ist aber nicht gemeint, dass die Sonderschulen abgeschafft werden sollen.“
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