tb_head (31K)
>>HOME   02.09.2010, 21:25

LOKALES

 

Ein „Crowne Plaza“ für „Bad Beuren“?

19.02.2010

Info

19.02.2010

Es fehlt noch ein Investor für das große Gesundheitshotel auf dem Balzholzer Feld




Auf dem Balzholzer Feld in Beuren soll in den nächsten zwei Jahren ein Gesundheitshotel mit 125 Zimmern entstehen. Ein Betreiber für die rund 35 Millionen Euro teure Anlage scheint gefunden. Der Unterensinger Unternehmer Walter Zink wird mit einer Stiftung und Investitionen einsteigen. Doch ein weiterer Investor wird gesucht.

Andreas Warausch

Beuren. Ein Mosaiksteinchen fehlt noch, um das Bild vom staatlich anerkannten Kurort zu realisieren. „Bad Beuren“ würde das Werk dann heißen. Zugegeben: Das Steinchen ist nicht gerade klein. Es kostet die stolze Summe von 35 Millionen Euro und soll 13 000 Quadratmeter umfassen. Ein Hotel soll‘s sein, ein Gesundheitshotel – mit allem, was dazu gehört. „Die Hotelansiedlung ist nötig für die Verleihung des höchsten Prädikats“, sagte Beurens Bürgermeister Erich Hartmann gestern bei einem Pressegespräch in der Panorama Therme.

Ein Betreiber scheint bereits gefunden. Das konnte Antje Zumsande verkünden. Die Leonbergerin hatte für die Gemeinde im Rahmen einer Markt- und Standortanalyse untersucht, ob sich ein großes Hotel in Beuren lohnen würde. Die Studie sei ergebnisoffen betrieben worden, betonte sie. Dennoch war das Resultat eindeutig. Beinahe scheint es, hört man der Hotelerie-Fachfrau zu, als warte die ganze Welt des Tourismus auf dieses Hotel am Fuße der Alb. „Die Thermen sind ein Magnet“, sagt sie und die gesamte Region Stuttgart sei das Einzugsgebiet. 630 000 Besucher im Jahr sprächen Bände.

Ein großes Hotel in der Region, eine Klasse unter der der Top-Luxus-Häuser, fehle. Die kleinen Häuser seien für die Kontingente der großen Anbieter zu klein. Tui, Der-Tour, Thomas Cook und Hoteleinkäufer hätten einhellig zu dem Projekt geraten und ein Betreiber hätte nach einer Besichtigung sein „allergrößtes Interesse“ bekundet. Dabei handele es sich um die Intercontinental Hotel Group. Das englische Unternehmen ist mit 630 000 Zimmern in 4300 Hotels in über 100 Ländern an Zimmern gemessen die größte Hotelgruppe der Welt – und die würde in Beuren ein „Crowne Plaza Resort Hotel“ betreiben. Mit der Betonung auf betreiben. „Das sind Hoteliers“, hält Zumsande fest. „Die investieren nicht in Immobilien.“ Die Hotel-Bosse hätten sie autorisiert, ihr großes Interesse zu verkünden. Es soll auch Seminare, Tagungen, Konferenzen geben. Aber der Schwerpunkt solle auf Freizeitreisen liegen.

Für solch ein großes Haus eigne sich das Balzholzer Feld, so Antja Zumsande. Am rechten Beurener Ortsrand von der Straße nach Balzholz aus gesehen hätten es die Hotelgäste angesichts des wochenendlichen Ansturms ruhiger als beim Alternativstandort bei der Therme. Dort ist auch der nötige Platz vorhanden.

Stellt sich nur noch die Frage nach dem Investor. Der Initial- und Schlüsselinvestor wird Walter Zink, Chef der Unterensinger Firma Zinco, die Marktführer auf dem Gebiet Dachbegrünungen ist, sein. Thomas Ihlenfeld ist Zinks Projektleiter. Er erläuterte dessen Engagement. „Gesund älter werden“ laute das Ziel einer Walter-Zink-Stiftung, die sich gerade in Gründung befinde. Sie solle eine Akademie für präventive Medizin und die Interessensbereiche der über 50-Jährigen finanzieren, die im Gesundheits- und Wellnesshotel unterkommen soll. Zink werde jedoch auch über Einlagen direkt in die Immobilie investieren. Was fehlt ist ein Mitinvestor – oder einige wenige Mitinvestoren. Gesucht wird jemand, der acht bis zwölf Millionen Euro stemmen kann und sein Know-how einbringt. „Wir wollen Personen haben, keine Fonds“, sagt Ihlenfeldt. Damit spricht er auch Bürgermeister Hartmann aus der Seele, der nicht ins Blaue hineinplanen will.

Geplant wird die Erstellung des Bebauungsplans von Professor Eberhard Weinbrenner. Auf dem Balzholzer Feld baue man nicht auf der grünen Wiese, so Weinbrenner. Das Gebiet sei schon lange entsprechend ausgewiesen: „Mit schwerwiegenden Einsprüchen der Behörden ist nicht zu rechnen.“ Binnen zwei, drei Monate will man in punkto Co-Investor fündig werden.

Klappt‘s in dieser Zeit nicht, sei das Modell wohl vom Tisch, so Ihlenfeldt. Wenn‘s klappt, müsse eine grundsätzliche Einigung erzielt werden. Noch vor der Sommerpause würde Bürgermeister Hartmann dann die Planung in einer großen Bürgerversammlung vorstellen.

Ohne Co-Investor werde aber auch der Bebauungsplan nicht weiter verfolgt, stellte Hartmann klar. Die Gemeinde wird nicht Co-Investor. Dazu sei der 3 500-Seelen-Ort als eine der finanzschwächsten Kommunen des Kreises nicht in der Lage.

Bürgermeister Hartmann unterstreicht, dass der Titel „Bad“ für ihn nicht entscheidend ist. Wichtig sei die Möglichkeit eines Pauschalangebots, zum Beispiel in Verbindung mit dem Freilichtmuseum. „Da geht es um den Gast, der in Beuren bleibt. Und dafür braucht es das Hotel – ob ,Bad“ oder nicht.“

Kernstück des maximal drei- bis vierstöckigen Gebäudes mit weitläufigen einstöckigen Bereichen soll das Hotel mit 125 Zimmern und Suiten und rund 20 Wohnungen sein. Ein Restaurant mit Bistro und Bar ist beinhaltet. Das Haus soll mit einem eigenen Thermenbereich ausgestattet werden, der der Panorama Therme aber keine Konkurrenz macht, sondern mehr auf dem medizinischen Sektor operiert. Für die Bereiche Fitness und Beauty soll einiges angeboten werden. Ein Zentrum für präventive Medizin mit Arztpraxen und Apotheke gesellt sich zur Akademie der Stiftung, in der es unter anderem Gästeseminare und Tagungen gibt und in der Präventions- und Anti-Aging-Programme entwickelt werden. Auch für Animation auf den Sektoren Kultur, Sport, Exkursionen und Kinderprogramme soll gesorgt werden. Zwischen Balzholz und dem Hotel ist zudem ein Kurpark geplant. Das Hotel soll 2012 beschränkt und 2013 dann komplett eröffnet werden.

Links
 Zeitung in der SchuleGO-Druck KirchheimTeckbote Werbespot 2009teck.de Kirchheim erlebenrtv-onlineDIENEUE1077.de

 
   nach oben Home | News | Impressum