In den Haushaltsreden der Fraktionen drehte sich in der jüngsten Dettinger Gemeinderatssitzung alles ums Sparen. Dennoch sieht sich das Gremium gezwungen, ein größeres Projekt nachträglich in den Haushaltsplan aufzunehmen: die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße nach Owen.
heike allmendinger
Dettingen. „Wenn wir unseren Haushalt konsolidieren wollen – und wir haben gar keine andere Wahl – dann gehen unsere Einsparaktivitäten in ein neues Level und tun richtig weh.“ Andreas Hummel (CDU/FWV) wollte in der jüngsten Sitzung des Dettinger Gemeinderats zwar nicht über die Wirtschaftskrise jammern, dennoch drehte sich in seiner Haushaltsrede alles um den Sparkurs, den die Gemeinde künftig noch stärker einschlagen müsse. In die gleiche Kerbe schlugen denn auch Dietmar Vogt
Einsparungen und Einschnitte für die
Dettinger Bürger
von der SPD- und Dr. Werner Hack von der FWG-Fraktion, die in ihren Reden weitere Einsparungen und Einschnitte für die Dettinger Bürger prophezeiten. „Mittelfristig kann es so nicht weitergehen. Wenn wir nichts ändern, dann leben wir zukünftig über unsere Verhältnisse und zulasten der Nachfolgegenerationen“, betonte Andreas Hummel.
An welchen Stellen im Haushaltsplan der Rotstift angesetzt wird und mit welchen Änderungen die Dettinger rechnen müssen, darüber diskutierte der Rat bereits in einer nichtöffentlichen Klausursitzung vor einer Woche. Dabei standen die Dettinger Bücherei und das örtliche Vereinsleben im Mittelpunkt. „Bei der Ortsbücherei ist zwar noch nichts beschlossen, trotzdem sollte man sich fragen, wie es weitergeht“, sagte Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann. Das Gremium einigte sich deshalb darauf, dass die Büchereimitarbeiter im Lauf des Jahres im Gemeinderat Auskunft über die Ausleihzahlen und die Zielgruppe geben sollen und dass man anschließend ein Konzept über die Zukunft der Einrichtung erarbeitet. Die Bücherei schlägt jährlich mit einem Zuschussbedarf in Höhe von 10 000 Euro zu Buche.
Keine großen Diskussionen gab es auch beim Thema Vereine: Zwar will man die jährliche Vereinsförderung beibehalten. „Aber wir werden ab 1. Juli ein Nutzungsentgelt für Übungseinheiten in der Sport- und der Schlossberghalle erheben“, erklärte der Rathauschef. Diese Gebühr, die einen kleinen Beitrag zu den hohen Kosten der Gemeinde darstellen solle, falle jedoch nur für Erwachsene, nicht aber für Kinder und Jugendliche an. Sie beträgt für die Sporthalle pro Stunde und Hallendrittel drei Euro. Bei der Schlossberghalle fallen pro Stunde für die große Halle fünf Euro, für den Silchersaal drei Euro und für das Mörikezimmer zwei Euro an. In den Gemeindesäckel fließen dadurch jährlich etwa 5 000 Euro. „Wir fordern schon lange einen ,Energiebeitrag‘ beziehungsweise ein ,Duschgeld‘ als Ersatz für die kostenfrei verbrauchten Gemeinderessourcen“, sagte Dietmar Vogt. Die Nutzungsgebühr sei absolut gerechtfertigt.
Notgedrungen stimmten die Ratsmitglieder aber auch einer größeren Investition zu, für welche die Gemeinde einen Antrag gestellt hatte: Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Dettingen und Owen, die durch den harten Winter arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, wird auf einer Länge von 860 Metern bis zur Gemarkungsgrenze Owen von Grund auf saniert. „Der Straßenbelag ist brüchig und porös“, erklärte Rainer Haußmann. Außerdem sei er von etlichen tiefen Schlaglöchern durchzogen. „Die Straße notdürftig zu flicken, würde zwischen 20 000 und 50 000 Euro kosten. Dann hätte man aber eine Dauerbaustelle und müsste immer wieder was reinstecken“, gab der Schultes zu bedenken. Die Sanierung verschlinge voraussichtlich 230 000 Euro, die Finanzierung sei aber durch zusätzliche Grundstückserlöse und die nachträgliche Erhöhung des Gewerbesteueransatzes im Verwaltungshaushalt gesichert. „Da die Straße sowieso aufgrund der Baumaßnahmen im Baugebiet Goldmorgen gesperrt werden muss, kann alles in einem Aufwasch geschehen“, machte Andreas Hummel deutlich. Die Arbeiten werden nun beschränkt ausgeschrieben, im Haushaltsplan wird der Ansatz für Straßensanierungen erhöht.
In den Haushaltsreden der Fraktionen spielte auch das Thema Hallenbad eine Rolle. „Uns macht es keinen Spaß, über die Zukunft des Hallenbades zu sprechen, aber die Finanzsituation zwingt uns dazu“, sagte Dietmar Vogt. „Mit Spannung“ warte er auf ein positives Signal der Stadt Kirchheim, mit der eine gemeinsame Lösung möglich sei. „Wir bitten den Kirchheimer Gemeinderat, zeitnah zu entscheiden“, fügte das SPD-Ratsmitglied hinzu.
Auch Dr. Werner Hack und Andreas Hummel hoffen auf eine Zusammenarbeit mit der Teckstadt. Zwar sei diese mit Kompromissen verbunden, mahnte Andreas Hummel. „Aber wir von der CDU/FWV werden alles dafür tun, dass die Kooperation zustande kommt.“
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