tb_head (31K)
>>HOME   08.09.2010, 23:09

LOKALES

 

Fußballer bekommen Kunstrasenspielfeld

04.03.2010

Weilheim verabschiedet nach engagierter Diskussion Haushalt – Konsolidierung gefordert


Die Weilheimer Fußballer können künftig auf einem Kunstrasenfeld neben der Lindachsporthalle trainieren. Mit großer Mehrheit stimmte der Gemeinderat dem Projekt zu.

Anke Kirsammer

Weilheim. Nach Bürgermeister Johannes Züfle hatten sich bereits in der Haushaltsdebatte Friedrich Haberstroh von der Freien Wählervereinigung (FWV) und Gerda Schrägle von der Sozialen Bürgervereinigung (SBV) für den Bau des Kunstrasenspielfelds in diesem Jahr ausgesprochen. Mit zwölf Vertretern des 18-köpfigen Gremiums stellen die beiden Gruppierungen eine klare Mehrheit. Dagegen hatte Albrecht Narr von der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) auf Zurückstellung des Kunstrasenspielfelds gepocht und vorgeschlagen, mit dem TSV eine günstigere Alternative zu suchen. Erneut entspann sich nun um das 700 000 bis 800 000 Euro teure Vorhaben noch einmal eine engagiert geführte Diskussion. Verwundert zeigte sich Narr über die Haltung Züfles, der in seiner Haushaltsrede „Mut zu unpopulären Entscheidungen“ eingefordert hatte. Narr stellte den konkreten Nutzen des Spielfelds für die Stadt infrage. „Unbestritten ist, dass der TSV einen Ersatz für das weggefallene Spielfeld braucht, aber muss das ein Allwetterplatz sein?“ Die Einführung einer Ganztagsschule in den kommenden Jahren dürfe durch den Bau des Kunstrasenspielfelds auf keinen Fall ins Wanken geraten.

Die Grundsatzentscheidung sei bei seinem Amtsantritt längst gefällt gewesen, entgegnete Züfle. Er rief die Räte dazu auf, gemeinsam zu überlegen, wie sich die Stadt in Zukunft trotz der prekären Haushaltssituation gut aufstellen lasse. Auch Stadtbaumeister Jens Hofmann konnte einem Provisorium nichts abgewinnen. Ein Rasenspielfeld bedeute hohe Unterhaltungskosten. „Ein Kunstrasen ist dagegen rund um die Uhr sieben Tage die Woche bespielbar.“ Zudem sei mit einem Zuschuss in Höhe von rund 100 000 Euro zu rechnen.

Den Wegfall des bisherigen Platzes habe der Gemeinderat mit der Standortwahl für die Lindachsporthalle billigend in Kauf genommen, meinte Gerda Schrägle. Ratskollege Karl Mohring (FWV) wehrte sich ebenfalls, das beschlossene Paket aufzuschnüren. Kunstrasenplatz und Halle würden nicht nur dem Sport, sondern auch der Ganztagsschule nutzen.

Wie von Vertretern der UWV gefordert, stimmte der Gemeinderat namentlich über den Antrag Narrs ab. Elf Gemeinderäte lehnten das Ansinnen ab, drei Räte enthielten sich. Damit ist der Bau des Kunstrasenspielfelds in diesem Jahr beschlossen.

Über die übrigen Anträge und Anregungen der Wählervereinigungen für den Etat 2010 befand der Gemeinderat en bloc. Er folgte den Empfehlungen des Verwaltungs- und Bauausschusses, der hinter verschlossenen Türen beraten hatte. Die UWV hatte beantragt, zu prüfen, ob die nach außen verlagerte Personalkostenabrechnung wieder im Rathaus abgewickelt werden könne. Dies erfolgt im Zuge der Organisationsuntersuchung. Eine Unterrichtungstafel weist künftig an der Autobahn auf die Limburg hin. Auf die von der UWV in diesem Zusammenhang angeregte Erstellung eines touristischen Konzeptes wird verzichtet. Dagegen folgte die Mehrheit des Gemeinderats den Anträgen, keine Mittel für den Erwerb von Kunstobjekten bereitzustellen und die Sanierung des Parkettbodens in der Aussegnungshalle zu verschieben.

Die SBV hatte unter anderem angeregt, das Gebäude Marktstraße 6 zum Verkauf auszuschreiben. Beschlossen wurde, das Objekt zunächst dem Pächter anzubieten. Festgehalten wird am Vorschlag der Verwaltung, auf die Sanierung des Flachdachs der Sporthalle Wühle zu verzichten, da die Sanierung im Wesentlichen aus energetischer Sicht erforderlich sei. Die SBV hatte vor Folgeschäden gewarnt. Sie hatte außerdem beantragt, das Wepamat-Gebäude erst abzubrechen, wenn ein Investor gefunden ist, jedoch vor dem Verfall des Zuschusses. Wie die Verwaltung betonte, ist aber ein Abbruch noch in diesem Jahr notwendig, um Gelder in Höhe von 250 000 Euro zu sichern. Auf Betreiben der SBV sagte die Verwaltung zudem eine zehnprozentige Haushaltssperre zunächst bis Ende Juni zu. Entsprochen wurde dem Antrag der FWV, die städtische Internetseite nicht zu überarbeiten. Darüber hinaus werden, wie vom Ortschaftsrat Hepsisau gefordert, die Mittel für die Dimmbarkeit der Bühnenstrahler bereitgestellt.

Bürgermeister Züfle gab unter anderem bekannt, in der Vermessung und Abmarkung müssten verschiedene „Altfälle“ abgearbeitet werden, weshalb dieser Etat ums Doppelte auf 40 000 Euro aufgestockt werde. Insgesamt fehlten der Stadt gegenüber dem Vorjahr durch wegbrechende Steuern 1,2 Millionen Euro. „Wir müssen in einen Haushaltskonsolidierungsprozess einsteigen“, so Züfle. Das von der Verwaltung vorgeschlagene Einsparungspaket in Höhe von 750 000 Euro sei ein erster Schritt. Der Deckungsmittelfehlbetrag sinke auf knapp 2,82 Millionen Euro. Getreu dem Grundsatz „Eigenmittel vor Fremdmittel“ wird die Stadt einen Großteil des Kreditbedarfs im allgemeinen Haushalt durch die Rückzahlung eines inneren Darlehens decken. In finanziell besseren Zeiten war dem Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung ein Kredit gewährt worden, der aktuell bei rund 2,54 Millionen Euro liegt. Wie Kämmerer Schneider betonte, wirkt sich das Vorgehen nicht auf die Abwassergebühren aus.

Das Ratsgremium verabschiedete die Haushaltssatzung 2010 sowie die Wirtschaftspläne für die Eigenbetriebe Abwasserbeseitigung und Stadtwerke und nahm Kenntnis von der mittelfristigen Finanzplanung.

Links
 Zeitung in der SchuleGO-Druck KirchheimTeckbote Werbespot 2009teck.de Kirchheim erlebenrtv-onlineDIENEUE1077.de

 
   nach oben Home | News | Impressum