07.10.2014 - 02:02 Uhr

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Zwei neue Flugzeuge wurden getauft

Die Hellmut-Niethammer-Stiftung und der SBW Förderverein Strecken- und Wettbewerbssegelflug Baden-Württemberg feierten ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt auf der Hahnweide. Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker taufte zu diesem Anlass eines von zwei Flugzeugen auf den Namen „Kirchheim unter Teck“.

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Kirchheim. Für die Luftsportler im Land gab es am Wochenende Grund zur Freude: Rund 200 Gäste haben auf dem Sonderlandeplatz Hahnweide das 20-jährige Bestehen sowohl der Hellmut-Niethammer-Stiftung als auch des SBW-Fördervereins Strecken- und Wettbewerbssegelflug Baden-Württemberg gefeiert. Beide Institutionen sind dem Baden-Württembergischen Luftfahrtverband (BWLV), der rund 20 000 Mitglieder im Land vertritt, eng verbunden. Sie haben in den vergangenen Jahren den Luftsport, insbesondere den Segelflug, wesentlich unterstützt – sei es durch Fördergelder oder andere Fördermaßnahmen. Der BWLV hat die Jubiläumsfeier deshalb ausgerichtet.

BWLV-Präsident Eberhard Laur hob in seiner Ansprache die große Bedeutung der beiden Institutionen hervor. Die Niethammer-Stiftung, die 1994 vom passionierten Motorflugpiloten und Gönner Konsul Hellmut Niethammer gegründet worden war, hat in ihrem 20-jährigen Bestehen nahezu 200 Projekte im Luftsport mit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro gefördert. Der SBW-Verein zur Förderung des Strecken- und Wettbewerbssegelfluges, ebenfalls 1994 von 35 Segelfliegern gegründet, hat sich entscheidend um die Förderung von Nachwuchspiloten im Strecken- und Wettbewerbssegelflug verdient gemacht. „SBW-Förderverein, Hellmut-Niethammer-Stiftung und BWLV sind heute drei Luftsport-Institutionen in Baden-Württemberg, die untrennbar miteinander verbunden sind. Es ist ein Geben und Nehmen“, sagte Laur. Darüber hinaus erinnerten Domenico Gehling, der Vorsitzende des Stiftungsrats der Hellmut-Niethammer-Stiftung, und Dr. Albert Kießling, der Vorsitzende des SBW-Fördervereins, an die Entstehung und die Geschichte der beiden Institutionen.

Im Rahmen des Festakts fand auch die Taufe zweier neuer Flugzeuge statt. Zum einen wurde ein Motorflugzeug des Typs Aquila A 211 getauft. Taufpatin war Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker. Dazu gab es eine besondere Überraschung: Erstmals wurde ein Flugzeug des BWLV auf den Namen „Kirchheim unter Teck“ getauft. Dieser Name, der bis zum Tag der Taufe geheim gehalten worden war, soll eine Hommage an die „Fliegerstadt“ sein.

Zum Luftsport hat Kirchheim zahlreiche Verbindungen: Zu Füßen der Teck war einst eine Wiege des Segelflugs. Der Flugpionier Wolf Hirth nahm dort nicht nur erste Flüge an den Hängen vor – er gründete später zusammen mit Martin Schempp die Firma Schempp-Hirth, die sich über die Jahre zum Weltmarktführer beim Bau von Segelflugzeugen entwickelte. Dort war über viele Jahre auch der erfolgreiche Luftsportler Klaus Holighaus tätig – zunächst als Konstrukteur, später als Geschäftsführer und Alleingesellschafter.

Matt-Heidecker ging auf die enge Verbindung Kirchheims zum Luftsport ein: „Wir führen den Titel ‚Fliegerstadt‘ ganz bewusst. Was auf der Hahnweide geleistet wird, ist etwas ganz Besonderes. Ich bin sehr froh über die guten Beziehungen, die hier bestehen.“ Für die Zukunft sagte Matt-Heidecker dem BWLV und den Fliegern weiterhin volle Unterstützung zu: „Die Verwaltung und der Gemeinderat tun alles, was nötig ist, damit Sie Ihren Sport gut hier ausüben können.“

Die neue Aquila wurde vom BWLV auch mithilfe von Fördermitteln der Hellmut-Niethammer-Stiftung angeschafft und wird künftig der BWLV-eigenen Motorflugschule auf der Hahnweide zur Verfügung stehen. Mit dem einmotorigen, zweisitzigen Flugzeug wird nicht nur die stetige Erneuerung der Flugzeugflotte der Motorflugschule vorangetrieben. Vielmehr bietet die Aquila auch bei den Leistungs- und Verbrauchsdaten sowie beim Schallschutz sehr gute Werte. Gerade die Umweltverträglichkeit war ein maßgebliches Kriterium für den Erwerb des Flugzeugs. „Für die Menschen vor Ort ist es natürlich ein Gewinn, dass dieses Flugzeug wesentlich leiser ist als andere Modelle“, sagte Matt-Heidecker.

Zum anderen erhielt ein Segelflugzeug des Typs Discus 2 des Kirchheimer Unternehmens Schempp-Hirth seine Taufe: Dieses hat der SBW-Förderverein Strecken- und Wettbewerbsflug Baden-Württemberg angeschafft – ebenfalls mit Unterstützung der Hellmut-Niethammer-Stiftung. Taufpate war Siegmund Maier, Vorsitzender des Vereins Fliegendes Museum Hahnweide und des Hanns-Kellner-Fonds, der vor allem in Not geratene Flieger unterstützt.

Der Discus 2 wurde auf den Namen „Erwin Keuerleber“ getauft. Erwin Keuerleber hätte am Tag der Taufe seinen 95. Geburtstag gefeiert. Er baute den Luftsport, insbesondere den Segelflug, nach dem Zweiten Weltkrieg wieder mit auf und prägte ihn maßgeblich durch sein Wirken. Ab den 1950er-Jahren war Erwin Keuerleber ehrenamtlich im Präsidium des BWLV tätig, zunächst als Landesjugendleiter, später als Vizepräsident.

Das neue Segelflugzeug, das auf seinen Namen getauft wurde, dient in Zukunft der Jugendförderung und wird nur von Nachwuchspiloten geflogen werden. Das einsitzige Segelflugzeug verfügt über eine Flügelspannweite von 15 Metern. sb

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