Lokales

"100 000 Kerzen für den Frieden"

Zum 60. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki rufen Kirchheimer Friedensgruppen, Gewerkschaften, Organisationen und Parteien zur "Nacht der 100 000 Kerzen für den Frieden" auf. Dabei werden am Freitag, 5. August, von 22 bis 23 Uhr in einer Gedenkstunde vor dem Kirchheimer Rathaus Kerzen angezündet.

KIRCHHEIM Gemeinsam bitten die Organisatoren der Gedenkstunde die Kirchheimer Bevölkerung um ihr Kommen. Jeder Teilnehmer sollte eine Kerze mitbringen. Im Anschluss an die Veranstaltung beginnt um 23 Uhr in der Christuskirche am Gaiserplatz eine liturgische Nacht mit Elementen aus Taize und einem Gebet für den Frieden. Unterstützung erhalten die Veranstalter von der Kirchheimer Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker. Sie beteiligt sich aktiv an der Gedenkstunde.

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Weltweit wird am kommenden Freitag der Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki gedacht. Am 6. August 1945 fiel um 8.15 Uhr Ortszeit die erste Atombombe auf die japanische Stadt Hiroshima. Innerhalb kurzer Zeit starben mehr als 140 000 Menschen. Drei Tage später wurde mit Nagasaki eine zweite Stadt vernichtet, 70 000 Menschen kamen ums Leben. In den Folgejahren starben zudem mehr als 80 000 Menschen an den Spätfolgen der Atombombenabwürfe.

Auch 60 Jahre danach gibt es keinen Grund zur nuklearen Entwarnung: 30 000 Atomwaffen sind weltweit stationiert, knapp 7 000 werden in ständiger Alarmbereitschaft gehalten 150 davon auch in Deutschland in Ramstein und Büchel. Angelika Matt-Heidecker ist vor einigen Wochen der Kampagne "Bürgermeister für den Frieden" beigetreten, die von Bürgermeister Akiba aus Hiroshima gegründet wurde.

Die Kampagne wirbt vor allem in Europa für die Unterstützung der "2020-Vision Atomwaffenfrei bis 2020". Obwohl der Nichtverbreitungsvertrag (NVV) von 1968 die Atommächte dazu verpflichtet, das atomare Wettrüsten zu beenden und nuklear abzurüsten sowie Nichtkernwaffenstaaten zum Verzicht verpflichtet, werden immer noch neue Atomwaffen entwickelt und zwar in immer mehr Ländern. "Die Gefahr eines atomaren Krieges ist heute größer als je zuvor und daher muss es unser Bestreben sein, die Vision einer atomwaffenfreien Welt in die Öffentlichkeit zu tragen", so Klaus Pfisterer, einer der Organisatoren der Gedenkstunde.

Folgende Gruppierungen aus Kirchheim und dem gesamten Landkreis sind Träger der Veranstaltung: amnesty international, Arbeitskreis Asyl, Attac, Brückenhaus, Bündnis 90/Die Grünen, DFG-VK Neckar-Fils, DGB Ortskartell Kirchheim, Evangelische Kreuzkirchengemeinde, Familienbildungsstätte, Friedensinitiative, GEW Kreisverband Esslingen-Nürtingen, Grüne Alternative Gemeinderatsfraktion, Pax Christi, Türkisches Volkshaus Kirchheim.

pm