Lokales

1000 Einkaufsradler in der Stadt

KIRCHHEIM Zwischen 8 und 13 Uhr waren die Mitglieder der Agendagruppe in die Gassen der Altstadt ausgeschwärmt, um möglichst alle geparkten Fahrräder zu zählen. Damit kein Fahrrad mehrfach gezählt wurde, erhielt jedes Rad ein gelbes Stoffband. Schon während der Imagekampagne im vergangenen Jahr hatte man sich das Ziel gesetzt, möglichst 700 Einkaufsradler zählen zu können so viele nämlich, wie es Autoparkplätze unter Einbeziehung der ehemaligen Stellflächen am Schweinemarkt innerhalb des Alleenrings gibt. Damals machte allerdings das schlechte Wetter am Zähltag einen Strich durch die Rechnung. Dass dieses Ziel nun ohne weitere Werbung weit übertroffen werden konnte, überraschte selbst die Aktiven der Fahrradgruppe. "Mit einem solch spektakulären Ergebnis hatten wir nicht gerechnet," meinte Siegfried Hauff. Schon gar nicht an einem ganz normalen Markttag, also ohne dass ein besonderes Ereignis noch zusätzlich als Besuchermagnet wirkt.

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"Man muss davon ausgehen, dass es wohl über Tausend waren, die mit dem Fahrrad kamen," so die Überzeugung aller an der Zählung Beteiligten. Gerade in der "Rush-hour" zwischen 10 und 11 Uhr war es fast unmöglich, alle ankommenden oder wegfahrenden Radler zu erfassen.

Immer wieder entwickelte sich spontan ein Gespräch mit den Radlerinnen und Radlern, währenddessen so mancher ungezählt davonfuhr. Den direkten Kontakt zu den Radlern wollten die Aktiven der Fahrradgruppe aber nicht missen, denn deren Erfahrungen in Kirchheim bringt auch Aufschluss über die Verkehrsverhältnisse und Schwachstellen in Kirchheim. Trotzdem war auch immer wieder viel Positives zu hören. Für viele ist Kirchheim eine ideale Fahrradstadt, und es kommt für sie überhaupt nichts anderes in Frage, als das Fahrrad auf dem Weg zur Innenstadt zu benutzen. Viele sehen das Rad als das ideale Stadtverkehrsmittel an und haben ihr Rad entsprechend mit dem passenden Zubehör ausgestattet. So hat fast jedes zweite Rad entweder einen Fahrradkorb oder eine praktische Fahrradtasche zum Einhängen am Gepäckträger. "Vereinzelt haben wir sogar spezielle Einkaufsanhänger gesichtet," meinte Günter Glühmann, einer der Aktiven der Fahrradgruppe. Was seit langem bekannt ist, bestätigte sich auch wieder am Samstag: beliebtester Fahrrad-Parkplatz ist das Areal vor der Stadtbücherei. Hier war so mancher Wunsch zu hören, die Stadt möge weitere Rahmenhalterungen anbringen, am besten mit einer Überdachung entsprechend den komfortablen Vorbildern am Widerholtplatz, am Wachthaus und künftig auch am Schweinemarkt.

"Das Radelpotenzial ist in Kirchheim noch lange nicht ausgeschöpft", darin ist sich Dieter Hutt, der Sprecher der Initative FahrRad ganz sicher. Bei verbessertem Service, weiteren Fortschritten im Radwegenetz und begleitender Öffentlichkeitsarbeit sehen die Aktiven der Agenda noch große Chancen, weitere Umsteiger vom Auto auf das umweltfreundliche Fahrrad zu gewinnen. Auf jeden Fall hat man vor, auch im nächsten Jahr eine Fahrradzählung unter vergleichbaren Bedingungen durchzuführen.

dh