Lokales

1:2 - Der VfL steht im Regen

Nach 346 Minuten ging die Torflaute des VfL Kirchheim gestern Abend in Metzingen zu Ende - angesichts einer 1:2 (1:2)-Niederlage allerdings nur ein schwacher Trost.

REIMUND ELBE

Anzeige

METZINGEN Als Kirchheims Fabio Morisco im Otto-Dipper-Stadion nach einer halben Stunde eine Dashi-Hereingabe per Schuß aus kurzer Distanz rechts unten im Netz versenkte, war das unselige Kapitel Ladehemmung geschlossen. Der Jubel über das erste Kirchheimer Erfolgserlebnis nach fast sechs Stunden erfolgloser Offensivbemühungen hielt sich freilich in Grenzen, war es doch "nur" der Treffer zum 1:1. Der VfL kassierte diesmal zwar kein so frühes Gegentor wie im vergangenen Herbst (nach 14 Sekunden), diesmal waren es 25 Minuten, ehe die Metzinger fürs erste Freudentänzchen Aufstellung nahmen.

Die Führung der TuS war zu diesem Zeitpunkt hochverdient, denn einzig und allein die Gastgeber bestimmten anfangs die Partie. Die schnell und trickreichen Angriffe stellten die Kirchheimer Deckung immer wieder vor Probleme, das Team von Michael Traum vergab vor dem 1:0 zudem zwei Hochkaräter. Die Kirchheimer, mit dem zum ersten Mal von Anfang (gut) spielenden Neuzugang Nikica Raguz im offensiven Mittelfeld (Stürmer Marcel Klon saß zunächst auf der Bank), straften sich dann in der vorentscheidenden Phase nach dem Ausgleichstreffer selbst. Ein Fehler von VfL-Kapitän Mario Grimm beim Zweikampf im Mittelfeld leitete das 1:2 ein. TuS-Akteur Patrick Plewnia vollendete mit einem strammen Schuß (40.).

In punkto Tore war's das gestern Abend. Geboten bekamen die 150 frierenden Zuschauer nach der Pause in erster Linie etwas von oben - Regen und starker Wind machten den weiteren Verlauf des Matches weder für Spieler noch für Zuschauer zum Vergnügen. Eins durften selbst Kritiker aber dem VfL gestern Abend nicht vorwerfen: Das Team von Spielertrainer Michael Rentschler ("wir haben das Spiel vor der Pause verloren") kämpfte bei dem unwirtlichen Wetter verbissen um den Ausgleich und mußte zudem zwei seltsame Entscheidungen des Schiedsrichter-Teams über sich ergehen lassen. Ein Foul an Dashi in der 70. Minute ahndete Schiedsrichter Schreiner nur mit einem Freistoß. Auch ein vermeintliches Abseits von Morisco in der Schlußphase fiel unter die Kategorie fragwürdig.

Für den VfL-Ausgleich hätten die Metzinger zwei Minuten vor Abpiff fast selbst gesorgt: Ein Abwehrspieler verlängerte im Strafraum-Getümmel den Ball per Kopf weiter, die Kugel verfehlte jedoch das eigene Gehäuse um Zentimeter. So wurde dieser graue Herbstabend aus Kirchheimer Sicht nach dem Abpfiff im Otto-Dipper-Stadion noch trister. Als aus dem Regen binnen Sekunden ein Wolkenbruch wurde und die Zuschauer zielstrebig Richtung Ausgang stürmten, standen die VfL-Mannen immer noch auf dem Rasen - förmlich im Regen.

Metzingen:

Hoffmann Kristovic, Teixeira-Rebelo, Mühlbauer, Amann (75. Albay) Joos, Türkoglu, P. Plewnia, S. Frick Mauser (70. Özcelic), F. Frick (80. Cutruneo)Kirchheim:

Gühring Fuchs, Rentschler, Eisenhardt, Siopidis Isci (65. Klon), Baumer (73. Korkmaz), Grimm, Dashi Raguz, MoriscoTore:

1:0 Fuchs (25.), 1:1 Morisco (30.), 2:1 P. Plewnia (40.) Gelbe Karten:

Mühlbauer, Joos Fuchs, Grimm, Rentschler, DashiSchiedsrichter:

Peter Schreiner (Stuttgart)