Lokales

130 Flüchtlinge sind für den Weiler zu viel

Bodelshofen will 30 Personen aufnehmen

Bodelshofen wehrt sich gegen die geplante Unterbringung von 130 Asylbewerbern in dem 103 Einwohner zählenden Wendlinger Ortsteil. Nichts dagegen hätte die Dorfgemeinschaft, 30 Flüchtlinge aufzunehmen.

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Richard Umstadt

Wendlingen. „Wir waren ziemlich vor den Kopf gestoßen, als wir von der Unterbringung erfahren haben“, sagt Ottmar Konik, der sich jetzt namens der Dorfgemeinschaft Bodelshofen in einem Schreiben an Wendlingens Bürgermeister Steffen Weigel, an Landrat Heinz Eininger, die Fraktionsvorsitzenden von CDU, Bündnis/Grünen, SPD und der Freien Wählervereinigung im Wendlinger Gemeinderat wandte und „mit Nachdruck“ forderte, die 130 Flüchtlinge gleichmäßiger auf das gesamte Wendlinger Stadtgebiet zu verteilen.

Der Grund: Ottmar Konik sieht die Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt. „Sie werden in ganz Deutschland keine Ortschaft finden, in der die Zahl der Asylsuchenden deutlich größer ist als die der Einwohner“. In Bodelshofen stehen rein zahlenmäßig 130 Asylbewerber 103 Dorfbewohner gegenüber. Und „in Anbetracht der großen Zahl“ sorgen die sich um das Wohl des Orts.

Eine Unterbringung der Asylbewerber in Bodelshofen lehnt die Dorfgemeinschaft nicht grundsätzlich ab. „Wir wissen, dass die Städte die aufnehmen müssen und sehen das ja auch als ein Akt gelebter Solidarität an“, sagt Ottmar Konik. Deshalb hätten sie gegen die Unterbringung von maximal 30 Asylbewerbern in Bodelshofen nichts einzuwenden. Doch bei 130 Flüchtlingen befürchten die Bürger des Weilers, dass die große Zahl der Menschen in einem Containerdorf vor dem Lauterradweg den Dorfcharakter nachhaltig verändern könnte.

„Da tut man auch den Asylsuchenden selbst nichts Gutes“, weist der Sprecher der Dorfgemeinschaft darauf hin, dass Bodelshofen über keinerlei Einkaufsmöglichkeiten verfügt.

Im Wendlinger Stadtgebiet gebe es Plätze, die wesentlich besser zur Unterbringung von Flüchtlingen geeignet wären, meint Ottmar Konik und schlägt als Alternativen den Hackschnitzellagerplatz vor der Unterboihinger Pumpstation vor, ebenso wie den Bolzplatz am Schäferhauser See, den Otto-Parkplatz gegenüber der Shell-Tankstelle, den Behrparkplatz und die Pfarrwiese.

Ottmar Konik weist darauf hin, dass sich die Bodelshofener Anfang der 90er Jahre intensiv um die Eingliederung von Spätaussiedlern kümmerten. „Die wohnten damals in drei Häusern, die später abgerissen wurden“.

Was die baurechtliche Seite anbelangt, so ist sich Konik und die Dorfgemeinschaft sicher, dass die Genehmigung für das ins Auge gefasste Flurstück nicht vorliegt. Auch werde es schwierig, den naturschutzrechtlichen Mindestabstand von 50 Metern zur Lauter einzuhalten. Falls sich die Baurechtsbehörde darüber hinwegsetzen wolle, so könne dies nur akzeptiert werden, wenn die Zahl der unterzubringenden Personen auf ein verträgliches Verhältnis zur Bodelshofener Bevölkerung reduziert und die Baugenehmigung befristet werde.