Lokales

140 Jahre Eintracht 50 Jahre Doppelquartett

Der Verein mit seinem Slogan "Ein traditionelles und lebendiges Stück Kirchheim" hatte zum zweifachen Jubiläumsfest eingeladen. So bunt und vielseitig, wie die verschiedenen Gruppen der Eintracht sind, so bunt und vielseitig war auch das Programm, das sie boten. Traditioneller Chorgesang, Musical, Gedichte, Sketche, Video-Show, Modenschau, alles war enthalten und ließ für die Besucher keine Langeweile aufkommen.

HEIDE BRÖSAMLEN

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Der ersten Vorsitzenden Monika Renz oblag es nicht nur, die Begrüßung vorzunehmen, auch bei den Beiträgen war sie sehr oft aktiv dabei. Bei ihr liefen alle Fäden zusammen, und charmant und gelassen überzeugte sie auf der Bühne.

Jürgen Wolpert hatte die Moderation übernommen und kündigte als ersten Programmpunkt das Doppelquartett an. Es waren nicht acht, sondern neun Männer, die a cappella drei klassische Männerchorsätze vortrugen, ausdrucksstark und einfühlsam. Das Doppelquartett wurde 1958 unter der Leitung von Manfred Strauß und dem damaligen Chorleiter der Eintracht, Gotthilf Fischer, gegründet und keiner der jungen, gesangsbegeisterten Sänger hätte damals gedacht, dass ihre Gruppe zur Keimzelle der berühmten "Fischerchöre" werden sollte. Sie feierten große Erfolge, auch im Ausland, sogar das ZDF wurde aufmerksam auf sie. Bis heute gehören immer noch sechs Sänger der ersten Stunde dieser Gesangsgruppe an. Die Leitung hat seit 30 Jahren Samuel Kastner.

Marleen Hilbig übernahm den nächsten Part. Mit einer Bildershow führte sie durch die Geschichte der Eintracht, die am 1. Oktober 1868 durch Arbeiter der Faber'schen Fabrik gegründet wurde. 1925 kamen dann auch Frauen dazu und der Gemischte Chor wurde aus der Taufe gehoben. Es ging immer sehr gesellig zu bei der Eintracht, die Zuschauer konnten es aus den Bildern ersehen. Die Sänger und Sängerinnen betätigten sich auch sportlich, sogar Bauchtanz wurde geübt, was große Heiterkeit hervorrief beim Publikum.

Seit 1989 verbindet den Verein eine Gastfreundschaft mit Ungarn. Es gab verschiedene Kinderchöre und die Sprecherin brachte zum Ausdruck, dass die Eintracht immer wieder Neues ausprobiert, damals wie heute.

Die "Vereinspoetin" Dorle Pfnür erzählte in Reimen von einem Ausflug des Vereins ins Vogtland und dann kam der Auftritt des Gemischten Chores und des Männerchores mit ihrem neuen Dirigenten Gunther Rall. Chorleiter und Sängerinnen und Sänger hatten nur eine Chorprobe vor ihrem Auftritt und das Ergebnis war bemerkenswert.

Die Ehrungen nahmen einen großen Platz im Programm ein. Ein Novum für Gaupräsident Udo Goldmann vom Karl-Pfaff-Gau war dabei die Ehrung des Ehepaares Binder. Beide singen seit 60 Jahren aktiv bei der Eintracht, sie haben sich dort auch kennengelernt.

Auflockerung brachte der Sketch "Agathe", in dem es einen Herr Brösige gab, der eine kleine Eigenheit hatte. Er sagte statt a immer u was zu Verwirrungen führte und Lachsalven beim Publikum auslöste.

Dann kam die Stunde der "Happy Voices" unter der Leitung von Robert Kast. Der Moderator schlüpfte in die Rolle des Portiers vom Hotel Amerika und kündigte die illustren Gäste an, die gleich im Hotel eintreffen sollten. Und sie kamen, bunt gekleidet, mit Begeisterung singend, tanzend, klatschend. Die jungen Sängerinnen und Sänger gaben eine Kostprobe ihres Musicals "Komme gleich wieder", das sie am 20. und 21. September 2008 in der Stadthalle aufführen werden. Sie machten Lust auf mehr und bekamen viel Applaus.

Nach der Pause, die sich etwas lang hinzog, ging es dann Schlag auf Schlag. Es gab eine Modenschau vom Feinsten. Moderator Jürgen Wolpert kommentierte charmant und gekonnt die choreigenen Modelle, die einige Chormitglieder pfiffig vorführten. Im Hintergrund dazu Bilder mit den jeweiligen Auftritten und dem passenden Gesang.

Die Eintracht Kirchheim hat viele Talente und so ging es musikalisch weiter mit einem Solo von Jan Hammermann als "Graf Herbert von Krolock" aus dem Tanz der Vampire und einem neuen Gesangsensemble, das aus den Happy Voices entstanden ist. Die Gruppe, die seit knapp einem Jahr besteht, könnte man auch als modernes Doppelquartett bezeichnen klein aber fein. Mit "Meditation" und "Joshua fit the battle of Jericho" stellten sie sich den Zuhörern vor.

Das "50-jährige Doppelquartett" bewies, dass Singen jung erhält. Einfühlsam und mit viel Freude sangen sie die Lieder "O Liebe", "Kosakenhochzeit" und "Zu Lauterbach hab i mein Strumpf verlorn". Ein Hörgenuss war dabei das Bass-Solo von Gerhard Ruoff, das den Funken überspringen ließ und das Publikum begeisterte.

Die Ehefrau eines Sängers von der Eintracht trat auf und beklagte in Gedichtform, was die nicht singenden Gattinnen aushalten müssen, wenn die Männer bei der Eintracht singen. "Älles bloß wega d'r Eitracht", hervorragend gedichtet und vorgetragen von Monika Renz.

Noch eine Gruppierung stellte sich vor, die "New Singers". Arrangiert und mit der Gitarre begleitet von Inge Müller brachten sie einen Mix aus Faschingsbeiträgen zu Gehör. Eine Video-Show mit den "witzigsten Momenten aus dem Vereinsleben" hatte Marleen Hilbig vorbereitet, sie zeigte Ausschnitte aus den Auftritten und Highlights der Eintracht. Die Gruppe "Singen für jedermann" unter Rolf Göft sorgte noch für gemeinsames Singen mit den Zuschauern und so klang ein langer und abwechslungsreicher Abend aus.