Lokales

15 Minuten fehlten

STUTTGART Täglich 15 Minuten Produktivitätsverlust so lautet die Bilanz, die Arbeitgeber während der Fußball-WM hinnehmen mussten, während die Mitarbeiter Ergebnisse diskutierten oder die schönsten Momente noch einmal Revue passieren ließen. Laut einer aktuellen Befragung im Rahmen der WM-Langzeitstudie der Universität Hohenheim wird dieses Minus durch ein gesamtwirtschaftliches Plus jedoch mehr als ausgeglichen.

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"Deutschlandweit lässt sich der Produktivitätsverlust auf rund 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hochrechnen", so Professor Dr. Markus Voeth vom Lehrstuhl für Marketing der Universität Hohenheim. Dem stünden 4,7 Milliarden Euro gegenüber, mit denen die Fans den Konsum während der Fußball-WM zusätzlich anheizten.

Exakt 66,07 Euro will der Durchschnittsbürger über 14 Jahre, inspiriert durch die WM, zusätzlich ausgegeben haben. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Umfrage im Rahmen der WM-Langzeitstudie unter 900 Bundesbürgern im gesamten Bundesgebiet. "Spekulativ auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet ergibt das ein Konsumplus von 4,7 Milliarden, mit denen die Konjunktur zusätzlich belebt wurde", erklärt Voeth. Profitiert habe vor allem die Getränke-Industrie und die Gastronomie, auf die 45 Prozent der zusätzlichen Ausgaben entfielen (2,1 Milliarden Euro). Erst an zweiter Stelle stünden Fan-Artikel (1,3), Kleidung und Sportartikel (0,9), Reisen (0,6) und Elektroartikel (0,4).

Wirklich korrekt rechnet allerdings nur, wer beachtet, dass während der WM auch Verluste entstanden zum Beispiel durch Fachsimpelei unter Kollegen oder den kurzen Spielstand-Check während der Arbeitszeit. So hätten die Befragten ebenfalls angegeben, die Arbeit an jedem Tag während der WM rund 15 Minuten schleifen gelassen zu haben, ohne dass diese Zeit in irgendeiner Form nachgeholt wurde.

pm