Lokales

200 Notrufe im Landkreis

Einen besinnlichen Jahreswechsel erlebten sicherlich viele Bürger im Landkreis Esslingen. Weniger Besinnlich ging es allerdings bei den Einsatzkräften der Polizei und den Freiwilligen Feuerwehren zu. Sie kamen teilweise nicht dazu, im Kreis der Familie den Eintritt in das Jahr 2007 entsprechend zu feiern.

RUDOLF STÄBLER

Anzeige

KREIS ESSLINGEN Gegen ein farbenfrohes Feuerwerk in den nächtlichen Himmel gezaubert und mit krachenden Böllern das neue Jahr begrüßen, da spricht sicherlich nichts dagegen. Doch vielerorts wurden die "Feierlichkeiten" wieder einmal übertrieben.

In der Silvesternacht waren nämlich die Feuerwehren, Rettungsdienste und Polizei im Dauereinsatz. Allein bei der Notrufzentrale der Polizeidirektion Esslingen gingen währen der Nacht vom 31. Dezember 2006 zum 1. Januar 2007 mehr als 200 Notrufe aus dem Landkreis Esslingen ein. Glücklicherweise, so war von der Pressestelle der Polizei zu erfahren, handelte es sich jedoch um vergleichsweise kleinere Sachverhalte.

So kam es im gesamten Kreisgebiet zu zahlreichen Streitigkeiten und Schlägereien unter meist alkoholisierten Personen, die jedoch in allen Fällen von den Beamten sehr schnell geschlichtet werden konnten.

Vermutlich durch die lange Trockenheit kam es nach Aussage des Polizeisprechers zu auffallend vielen Bränden im Landkreis Esslingen. Diese Brände wurden allesamt durch Feuerwerkskörper verursacht. Auch hier kam es zu keinen größeren Schadensereignissen, da die 17 bei der Polizei gemeldeten Kleinbrände von den jeweiligen Feuerwehren schnell gelöscht werden konnten. Insbesondere handelte es sich um brennende Bäume, Hecken, Wiesen, Mülleimer und Gegenstände auf Balkonen. Gebäude wurden nach Angaben der Polizeibeamten dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Dass die Feuerwehren im Landkreis viele Einsätze hatten, ist einem entsprechenden Bericht zu entnehmen. Waren in den vergangenen Jahren in der Silvesternacht relativ wenig Einsätze geleistet worden, rückten die Wehren im Kreisgebiet diesmal zu 40 Brandeinsätzen und zu drei Hilfeleistungseinsätzen aus. Überwiegend waren durch Feuerwerkskörper Grasflächen, Hecken und Bäume in Brand geraten. Die Feuer konnten schnell gelöscht und ein Übergreifen auf Gebäude verhindert werden. Lediglich in Großbettlingen entstand an zwei Schuppen Sachschaden. Bei einem Küchenbrand in Leinfelden-Echterdingen zog sich eine Person Brandverletzungen zu, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Nach einem Brand einer Tanne neben einem Wohngebäude in Köngen musste die Feuerwehr eine Wohnung mit Belüftungsgeräten entrauchen. Allein die Feuerwehr Esslingen hatte zehn Brandeinsätze und zwei Hilfeleistungseinsätze zu leisten, die Feuerwehren Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen rückten jeweils vier mal aus. Nürtingen hatte drei Einsätze zu bewältigen. Zum Einsatz kamen auch die Feuerwehren in Altdorf, Baltmannsweiler, Bissingen, Denkendorf, Dettingen, Frickenhausen, Großbettlingen, Kirchheim, Köngen, Neckartenzlingen, Neuffen, Neuhausen und Weilheim. Leider so der Esslinger Polizeisprecher, traten nach der Party wieder unbelehrbare alkoholisierte Verkehrsteilnehmer ihren Nachhauseweg an. In Nürtingen, Kirchheim und Weilheim musste sich jeweils ein Fahrzeuglenker der Entnahme einer Blutprobe unterziehen. Die jeweiligen Führerscheine wurden von den Ordnungshütern dann gleich einbehalten.

Kein "Prosit Neujahr" gab es in der Silvesternacht auch für zwei Verkehrsteilnehmer in Weilheim. Ein 20-jähriger Weilheimer befuhr gegen 23 Uhr mit seinem VW die Neidlinger Straße in Richtung Stadtmitte. Als er nach rechts in die Obere Grabenstraße abbog, kam er auf der nassen Fahrbahn wegen nicht angepasster Geschwindigkeit auf die linke Seite und kollidierte frontal mit dem ordnungsgemäß entgegenkommenden Daimler einer 43-jährigen Weilheimerin. Durch den Zusammenprall wurde der 20-jährige Beifahrer im VW und die 43-jährige Daimler-Lenkerin leicht verletzt. Den Sachschaden gibt die Polizei mit rund 7000 Euro an. Wohl schon etwas vorge-feiert hatte ein Jeep-Fahrer. Ein 50-Jähriger aus Bremerhaven, der am Sonntag gegen 17.30 Uhr in der Ulmer Straße in Esslingen unterwegs war, musste auf Höhe der Esso-Tankstelle verkehrsbedingt anhalten. Dies bemerkte der 64-jährige Jeep-Fahrer zu spät und fuhr auf den BMW auf. Durch den Unfall wurden zwei Mitfahrer im BMW leicht verletzt. Bei der Unfallaufnahme wurde bei dem 64-Jährigen Alkoholbeeinflussung festgestellt. Die Beamten ordneten bei ihm eine Blutprobe an und nahmen anschließend seinen Führerschein gleich zu den Akten.

Brände auch im NachbarkreisDurch eine Silvesterrakete wurde im Kreis Göppingen eine Frau verletzt. Der Nachbar hatte wohl eine falsche "Startrampe" gebastelt und der Feuerwerkskörper verletzte sie am Oberkörper. Auch dort hatte die Polizei und vor allem die Feuerwehr in der Silvesternacht alle Hände voll zu tun. Auch hier waren es kleinere Brände, verursacht durch unsachgemäß oder fahrlässig gezündete Böller. Einen besonderen "Scherz" erlaubten sich einige Jugendliche in Göppingen. Sie warfen mehrere Böller in eine Tiefgarage, wonach sich die Brandmeldeanlage einer Firma auslöste. Eine Unzahl von Böllern unter einem DaimlerChrysler führte zu einem Brand an diesem Auto. Einen kleinen Pavillon entzündete eine Rakete. Diese hatte den Weg durch ein Oberlicht gefunden und und entzündete dort Balken und Bretter. Rund 2000 Euro betrug der Brandschaden.