Lokales

2006 sollen Pfunde purzeln und Kopfballtore fallen

Wenn an Silvester die Korken knallen, ist das für viele Menschen ein Anlass, sich etwas für die Zukunft vorzunehmen. Mit welchen guten Vorsätzen und Wünschen sie ins Jahr 2006 rutschen, haben einige Persönlichkeiten aus Kirchheim und Umgebung bei einer Umfrage des Teckboten verraten.

KIRCHHEIM Gute Vorsätze oder gar Wünsche fürs neue Jahr? Fehlanzeige bei Edith Schesthauber. "Ich bin zufrieden, so wie's läuft", meint die stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei Kirchheim. Da sollte doch wohl eher jemand Jüngeres ran, ein Mensch voller Wünsche und Erwartungen, riet die Herrin über Kirchheims Bücherwelt. Sprach's und gab flugs den Hörer an die jüngste in der Runde weiter, die 20-jährige Azubi Eva-Maria Klose. Und tatsächlich muss sie nicht lange überlegen. "Ich wünsche mir natürlich eine Reihe persönlicher Dinge wie Gesundheit für meine ganze Familie oder berufliche Perspektiven für meine Geschwister", betont sie. Doch darüber hinaus behält sie das große Ganze im Blick. "Der Weltfrieden wäre ein wichtiges Ziel, außerdem sollte jemand mal wirksame Impfstoffe gegen Aids und andere schlimme Krankheiten finden", ist ihre Meinung. Um das Miteinander im Alltag zu erleichtern, setzt sie im kommenden Jahr auf mehr Verständnis unter den Mitmenschen. "Ich wünsche mir, dass alle Menschen mehr lächeln."

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Uschi Seehofer ist die Dame auf der Spitze des Landkreises Esslingen. Gemeint ist die geografische Spitze die Burg Teck. Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie die Burggaststätte und das Wanderheim des Schwäbischen Albvereins. Auch Uschi Seehofer ist im Großen und Ganzen zufrieden. "Ich häng' gute Vorsätze nicht an Silvester auf", meint die 57-jährige Burgherrin, gibt aber dann doch einen kleinen Herzenswunsch preis: "Sie wissen doch, Damen wollen immer abnehmen . . ." Mit dem Teckboten und der AOK-PfundsFit-Kur kein Problem. Außerdem will das Teck-Team im neuen Jahr noch mehr heiratsfreudige Paare in die malerische Burg und damit in die höchstgelegene Gaststätte des Landkreises locken. Wer sich also für 2006 vorgenommen hat, vor den Traualtar zu treten, denke doch bittschön nicht nur an das "Ja-Wort", sondern auch an Eduard Mörike und sein Teck-Gedicht "Hier ist Freude, hier ist Lust, wie ich nie empfunden, . . .".

Er ist Kirchheims bedeutender Nachtwächter und der einzige der Teckstadt: Andreas Kenner, 49, rhetorisches Multitalent, Stadtführer, Stadtrat und Alt-Bastionike, muss auf die Frage nach seinen guten Vorsätzen für 2006 nicht lange nachdenken. "Ich habe mir vorgenommen, im Gemeinderat etwas kürzere Reden zu halten und möchte etwas gelassener auf Entscheidungen reagieren, die mir nicht gefallen." Da die Mitglieder der Ratsrunde nicht selten gutes Sitzfleisch beweisen müssen, bleibt es nicht aus, dass sich die Ergebnisse mit der Zeit auch in Pfunden ausdrücken lassen. Deshalb will der engagierte Bürgervertreter mindestens fünf Kilo abnehmen. Nicht zuletzt, "um auch 2006 körperlich und geistig fit zu bleiben." Dies dürfte Andreas Kenner als Rechtsaußen der legendären Klosterwiesen-Elf nicht schwer fallen: "Ich würde mich freuen, wenn ich im nächsten Jahr wieder einige schöne Kopfballtore auf der Klosterwiese schießen könnte." Als Nachtwächter freilich hat er nur einen Wunsch, "dass Kirchheim auch in Zukunft nachts sicher bleibt."

Gleich eine ganze Palette an guten Vorsätzen nimmt Ira-Sofie Graf mit ins neue Jahr und das, obwohl das 13-jährige Gesangs- und Sporttalent aus Dettingen in diesem Jahr schon eine ganze Menge erreicht hat: Ira-Sofie hat eine CD aufgenommen, ist mit ihrem Hit "Flic-Flac" im Fernsehen aufgetreten und gehört in der Turnerriege zu den erfolgreichsten Sportlerinnen des Jahres. Genügt das nicht schon? "Nö". Für die 13-Jährige ist das noch lange kein Grund, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen. "Ich möchte konsequenter lernen, damit ich besser in der Schule werde", verrät die Schülerin der Teck-Realschule. Damit meint sie vor allem ein Fach: Mathe. "Außerdem möchte ich noch mehr Sport machen, noch mehr fürs Kunstturnen trainieren und viel für meine neue CD üben", zählt Ira-Sofie weiter auf. Und dann wäre da noch etwas, das sich die überzeugte Vegetarierin vorgenommen hat: "Ich möchte mich gesünder ernähren und zum Beispiel mehr Früchte und weniger Toastbrot essen.""Ich habe mir fürs neue Jahr die berühmte Work-Life-Balance vorgenommen", verrät Bestsellerautorin Petra Durst-Benning aus Oberboihingen, die vielen Kirchheimern auch vom Antiquitätengeschäft Durst bekannt ist. Einen Roman zu schreiben ist harte und disziplinierte Arbeit. "Erholungs- und Ruhephasen darf man einfach nicht vergessen", weiß sie zwar theoretisch, doch mit der Umsetzung in die Praxis hapert's noch. "Vor Jahresende hatte ich doch wieder mal recht viel zu tun", erzählt sie. Egal wie schwer manchmal der Alltag auch sei, ab und zu sollte jeder mal auf seine innere Stimme hören. "Ruhepausen sind wichtig für Körper, Geist, Seele und Spiritualität", ist ihre Erfahrung. Für die Autorin wird es wohl schwierig werden, die Vorsätze in die Tat umzusetzen, denn der Terminkalender hat bereits viele Einträge. "Für den Herbst habe ich schon jetzt 30 Lesungstermine, denn am 15. September erscheint mein neues Buch", verrät Petra Durst-Benning. Dabei handelt es sich um den dritten Band der Lauscha-Trilogie, in dessen Mittelpunkt starke Frauen und die Glasbläserkunst stehen.

Klaus Schmerling Leiter der Polizeidirektion Esslingen ist mit seinen Vorsätzen sehr zurückhaltend. "Meist habe ich es nicht geschafft, diese einzuhalten" erinnert sich der Leitende Polizeidirektor. Eins hat er allerdings doch im Auge: "ich will im neuen Jahr mehr Sport treiben. Dies sei nämlich in den vergangenen Jahren viel zu kurz gekommen. Damit will er auch seiner Gesundheit einen Gefallen tun.

Aus dienstlicher Sicht zeigte sich der Polizeichef mit dem vergangenen Jahr recht zufrieden. Im Landkreis Esslingen wurde eine Reform durchgezogen, aus 38 Posten wurden 16 "und dies jetzt bei hervorragender Unterbringung" freut sich Klaus Schmerling. Eine wesentliche Verbesserung habe der Streifendienst im Kreis Esslingen erfahren: "es sind jetzt mehr Streifen unterwegs." Rund 960 Vollzugsbeamte sind für den Kreis zuständig, insgesamt beschäftigt die Polizeidirektion Esslingen mit Verwaltungsbeamten, Angestellten und Arbeitern rund 1040 Mitarbeiter. Und da fällt dem Chef des Hauses noch ein Wunsch für das neue Jahr ein. Sehr viele der jungen Kollegen sind einfach zu schlecht bezahlt und haben wegen der langen Wartezeiten kaum Beförderungschancen.

red