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3 600 zusätzliche Jobs

Lernschwache Jugendliche fördern, qualifizierten Nachwuchs ausbilden und vor allem zusätzliche Ausbildungsplätze in der Metall- und Elektroindustrie schaffen: Das sind die Ziele der Ausbildungs- und Qualifizierungsinitiative "Start 2000 Plus", welche der Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg 1998 ins Leben gerufen hat.

ANTJE LORENZ

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ESSLINGEN Die Bilanz kann sich sehen lassen: Mehr als 3 600 zusätzliche Ausbildungsplätze hat der Verband seit dem landesweit geschaffen. Alleine in der Bezirksgruppe Neckar-Fils haben über 60 Mitgliedsfirmen des Verbandes rund 368 außerplanmäßige Lehrstellen im gewerblich-technischen Bereich und 185 Grundausbildungsplätze zur Verfügung gestellt. Besonders schwächere Jugendliche, die es auf Grund von einem schlechten Schulabschluss oder auch Sprachproblemen schwer haben eine Lehrstelle zu finden, sollen durch die finanzielle Unterstützung von Südwestmetall und mit Hilfe einer sozialpädagogischen Begleitung mit diesem Projekt die Chance auf einen Ausbildungsplatz bekommen.

Rund 100 Millionen Euro investiert der Verband im gesamten Projektzeitraum. Firmen wie Festo oder auch die Ernst Strassacker GmbH aus Süßen haben mit der Initiative bereits gute Erfahrungen gemacht. "Die sozialpädagogische Unterstützung ist eine große Entlastung für die Unternehmen", findet Alwin Dirr, Personalleiter bei Strassacker. Festo hat seit 1998 sechs zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen und 38 junge Menschen ausgebildet. Jede zusätzliche Lehrstelle wird mit 307 Euro monatlich gefördert.

Träger der Ausbildung ist in diesem Fall nicht das Unternehmen selbst, sondern das christliche Jugenddorf. Ein großer Vorteil für die Unternehmen, denn mit diesem Modell sind sie nicht der tarifvertraglichen Übernahmepflicht unterlegen. Trotzdem beträgt die Übernahmequote nach Beendigung des Programms 86 Prozent. Auch die Azubis, die von diesem Programm profitiert haben oder noch profitieren sind begeistert von diesem Projekt: "Ich bin sehr froh, dass ich an diesem Projekt teilnehmen kann", freute sich der 18-Jährige Eugen Esch, Auszubildender bei der Ernst Strassacker GmbH. Nach 30 Absagen bekam er durch die Ausbildungsinitiative endlich die langersehnte Lehrstelle als Metallbildner.

Umgesetzt und organisiert wird die Ausbildungs- und Qualifizierungsinitiative durch den Bildungsträger BBQ. BBQ begleitet die Azubis während der gesamten Ausbildungszeit und sieht sich als Schnittstelle zwischen den Unternehmen, den Azubis, dem Verband und auch den Eltern. Neun Pädagogen stehen hierfür in der Bezirksgruppe Neckar-Fils zur Verfügung. "Wir unterstützen die Jugendlichen, in dem wir sie im Unternehmen besuchen und in Einzelgesprächen Lösungswege für ihre Probleme erarbeiten und Förderunterricht anbieten", erklärte Karin Nagel, Regionalleiterin von BBQ. Die Pädagogen von BBQ stehen den jungen Erwachsenen auch in persönlichen Krisensituationen zur Seite. "Das Projekt ist ein kleiner Schritt, um die Ausbildungssituation ein wenig zu entspannen und um zu zeigen, wie man auch ohne Hilfe des Staates aktiv werden kann", betonte der Geschäftsführer der Bezirksgruppe Neckar-Fils, Joachim Kienzle.